Ein Arbeiter mit Helm steigt in einen Abwasserschacht hinab.
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Im Untergrund von Attenkirchen steht reichlich Arbeit an: Das Kanalnetz der Gemeinde weist laut Sachverständigen viele Schäden auf. (Symbolbild)

Hohe Fremdwasseranteile

Löchriges Kanalnetz: Attenkirchen benötigt Sanierungskonzept

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Voller Schäden und nicht mehr auf dem Stand der Technik: Das Attenkirchener Kanalnetz muss dringend überholt werden. Nun soll ein Sanierungskonzept her.

Attenkirchen – Die Gefahr lauert im Untergrund: In Attenkirchen ist – ebenso wie in Zolling und in Haag – die Kanalisation ganz offenbar nicht mehr im besten Zustand. Als die Gemeinde nämlich im Jahr 2018 beim Wasserwirtschaftsamt (WWA) die wasserrechtliche Erlaubnis zum Betrieb der Kanalisation neu beantragt hatte, wurden Fremdwasseranteile von 25 bis 50 Prozent festgestellt. Jetzt soll nach einigen Umwegen und Warteschleifen bis Ende 2021 ein Sanierungskonzept erstellt werden.

Zunächst einmal mussten Zolling und Attenkirchen der Forderung des Wasserwirtschaftsamts nachkommen, bis zum 30. September 2020 eine Schadenserfassung samt Bewertung des Zustands der Leitungen vorzulegen. Ende Oktober 2020 waren die Unterlagen dann fertig und wurden von dem damit beauftragten Ingenieurbüro Lohr sowohl dem Landratsamt als auch dem WWA übersendet. Doch der Schadensplan entsprach nicht den Vorstellungen des Wasserwirtschaftsamts: Man habe Unstimmigkeiten festgestellt, hieß es. Bis Ende Januar 2021 hatte das von der Gemeinde Attenkirchen beauftragte Ingenieurbüro dann Zeit, den Plan zu überarbeiten und nochmals vorzulegen. Das erfolgte denn auch Anfang Februar. Doch die Prüfung durch das WWA ergab, dass es immer noch Unstimmigkeiten gebe und vor allem die Einteilung der Schäden an der Kanalisation nach Zustandsklassen teilweise nicht nachvollziehbar sei.

Stichtag: 31. Dezember 2021

Jetzt also der nächste Anlauf. Weil das Kanalnetz auf jeden Fall eine Vielzahl von Schäden aufweist und der Betrieb des Kanalnetzes nicht mehr den Regeln der Technik entspricht, ist ganz sicher mit einem hohen Sanierungsbedarf zu rechnen. Daher ist die Aufstellung eines Sanierungskonzepts erforderlich, das die Art der Sanierung, den zeitlichen Ablauf und das Sanierungsziel beinhalten, zudem eine erste Vorstellung von den Kosten geben soll. In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt ist dieses Konzept bis zum 31. Dezember dieses Jahres vorzulegen.

Der Gemeinderat Attenkirchen hat nun die Verwaltung beauftragt, Angebote von Ingenieurbüros einzuholen, um dann den Auftrag erteilen zu können. Weil auch Zolling und Haag ein solches Sanierungskonzept erstellen müssen, ist man bestrebt, die Aufträge gemeinsam an ein Büro zu vergeben. Immerhin: Die Erstellung eines solchen Sanierungskonzepts wird demnächst förderfähig sein. 20 Euro pro „angeschlossenem“ Bürger bekommt die Kommune, maximal allerdings 50.000 Euro beziehungsweise 70 Prozent der tatsächlichen Kosten kann die Gemeinde an Zuschüssen erhalten.

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