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Bestens besetzt: Die Creole Clarinets mit Gastsängerin Julia Schröter.

Jazzkonzert im Attenkirchener BachfeldHaus

Routiniers und Rosinenpicker: Creole Clarinets begeistern bei Tutuguri

Eigenwillig, stilsicher und genreübergreifend. Amtlich, bodenständig und improvisatorisch. Wie das auf der Bühne zusammengeht, war beim begeisternden Auftritt der Jazzcombo Creole Clarinets im BachfeldHaus des Attenkirchener Kulturvereins Tutuguri zu erleben.

Attenkirchen - Die mit heimischen wie internationalen Musikern besetzte Band sprühte vor Spielfreude, lebte ihre Vorlieben für New Orleans Jazz, für ausgesuchte Klassiker, für Musik aus Kuba, Martinique und Rio de Janeiro ungeniert aus. Man konnte vieles heraushören, vieles, um nicht zu sagen alles, über Jazz erfahren. Was ihn ausmacht, worin der Liebreiz liegt, wenn Spitzenmusiker wie die beiden Frontleute Uli Wunner und Thomas L‘Etienne miteinander können. Und sie konnten! 

Die beiden Klarinettisten und Saxofonisten lieferten sich wahre Gefechte, gaben sich Contra, spielten wundervoll unisono, verstanden sich blind. Egal ob Samba, Bossa oder Son, ob Stücke aus dem Songbook, Musik von Louis Armstrong – L‘Etienne und Wunner pickten sich die Rosinen heraus, spielten sich damit, machten ihr ureigenes Ding daraus. Atemberaubende Soli und Intermezzi, Phrasen, die mal an Folklore, an Klezmer, mal an Swing, ja, an Bigbandsound erinnerten.

Tun konnte das furiose Duo das, weil im Hintergrund eine Rhythmus-Gruppe wirkte, die mit allen Wassern gewaschen war. Der Belgier Karel Algoed am Bass, der Holländer Harry Kanters am Piano und der Freisinger Lokalmatador Stefan Treutter am Schlagzeug, das sind gleichermaßen Routiniers und Filigrantechniker. Leute, die wissen, was eine Session ist. Die spüren, worauf es ankommt. Wann man die Spur halten, wann man sich zurücknehmen muss – wann es Zeit ist, sich gehen zu lassen. Gut ins Bild passte da ein Gastauftritt der Jazzsängerin Julia Schröter, die mit bezaubernder Stimme und einem gekonnten brasilianischen Zungenschlag noch mehr Öl ins Feuer goss.

Nächster Termin: Morgen „Offene Bühne“

Am morgigen Freitag, 3. November, heißt es im Attenkirchener BachfeldHaus wieder „Offene Bühne“. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos auf der Homepage des Kulturvereins Tutuguri.

Alexander Fischer

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