Der Song „Tom A Hawk“, den er für seinen verstorbenen Schwager geschrieben hat, könnten Ralf Richards (55) nun einen Musiker-Traum erfüllen.

Musiker aus Thalham fährt am 14. Dezember nach Siegen

Singer-Songwirter Ralf Richards für begehrten Preis nominiert: Die große Musikerbühne ruft

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Mit einem bewegenden Song verarbeitete Ralf Richards die Trauer um seinen Schwager. Jetzt ist er für einen begehrten Musikerpreis nominiert. 

Thalham – Auf der großen Bühne stehen und eine Auszeichnung entgegennehmen – dieser Musiker-Traum könnte sich bald für Ralf Richards aus Thalham bei Attenkirchen erfüllen. Denn der 55-jährige Liedermacher ist unter den Nominierten des „Deutschen Rock und Pop Preises“, der am 14. Dezember in Siegen (NRW) verliehen wird. Für Richards wäre es ein gewaltiger Meilenstein in seiner noch jungen Musikerkarriere.

Den Schritt vom Mitglied in einer Coverband hin zum Solokünstler wagte der Thalhamer nach einem einschneidenden Erlebnis: Als vor wenigen Jahren sein Schwager bei einem Motorradunfall ums Leben kam, verarbeitete er den Schock und die Trauer in einem Song

Die Resonanz aus seinem Umfeld auf die bewegende Ballade „Tom A Hawk“ war derart positiv, dass Richards später unter dem gleichen Titel ein ganzes Album aufnahm. Auch die Auftritte in der Öffentlichkeit nahmen zu – egal ob im Landkreis, etwa beim Attenkirchener Bierfestival und der Freisinger Open-Air Rocknacht, oder im Münchner Schlachthof. Ins Bayerische Fernsehen hat er es schon zwei Mal geschafft. „Inzwischen ist gut was los bei mir“, fasst der 55-Jährige seinen musikalischen Werdegang zusammen, und die Freude darüber hört man ihm an.

Von der Musik leben: Ralf Richards denkt über berufliche Neuorientierung nach

Als eine Mischung aus Folk-Rock und New Country lassen sich die acht Songs auf „Tom A Hawk“ einordnen. Das Debütalbum wurde in den Farm Studios in Freising-Attaching produziert und ist nicht nur auf CD erschienen, sondern auch auf gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify oder iTunes zu hören. Die Singer-Songwriter-Leidenschaft hat Ralf Richards, der im bürgerlichen Leben Ralf Richard (daher stammt sein Künstlername) Helmbrecht heißt, inzwischen derart gepackt, dass er laut über eine berufliche Neuorientierung nachdenkt. Momentan ist er noch Betriebsleiter einer Münchner Großbäckerei mit 700 Mitarbeitern, steht täglich zwischen 4 und 5 Uhr auf. „Da bist du natürlich am Abend platt“, sagt Richards. Er liebäugelt mit einer Selbstständigkeit im Musikgeschäft. „Ich würde gerne die letzten zehn Berufsjahre das arbeiten, was mir einfach den größten Spaß bereitet.“

Dass er beim „Deutschen Pop und Rock Preis“ nicht mit leeren Händen nach Hause gehen wird, dafür stehen die Chancen gar nicht schlecht. Denn Ralf Richards ist in den Kategorien „Bester Folk-Rock-Sänger“, „Beste Folk-Rock-Band“ und „Bestes Folk-Rock-Album“ für den Nachwuchsförderpreis nominiert – als einer von drei Finalisten. „Platz drei habe ich also schon sicher“, sagt Richards und lacht. Die Mitteilung der Jury über die Nominierung sei für ihn überraschend gekommen: „Meine Frau Ulli hat mich angemeldet, ohne dass ich davon wusste“, erzählt er.

Pur, Juli und Yvonne Catterfeld starteten Karriere mit diesem Preis

Pur, Juli, Yvonne Catterfeld – die Liste der Interpreten, die am Anfang ihrer Laufbahn vom Deutschen Rock und Pop Musikerverband ausgezeichnet wurden, ist namhaft. „Der Preis ist für mich also eine super Werbung“, sagt Richards. Er wolle es nicht überbewerten, aber „das wirkt sich auf jeden Fall auf weitere Auftritte und letztlich auf die Gage aus“. Dies hätten ihm Vorjahressieger des Preises bestätigt, die Ralf Richards bereits kontaktiert hat. Und er spricht auch aus eigener Erfahrung: Erst kürzlich hat er den „Lotto Bayern Music Award“ im Raum Oberbayern abgeräumt.

Insgesamt 22 eigene Songs umfasst sein Repertoire bereits: genügend, um komplett eigene Shows zu spielen. Dazu steht der Musiker im Austausch mit Größen aus der internationalen New-Country-Szene, denn er möchte auf der Bühne auch den ein oder anderen Hit covern dürfen. Das Genre erlebe vor allem in den USA und Kanada eine Renaissance, sagt Richards, „und diese Welle schwappt gerade auch zu uns nach Deutschland“.

Im kommenden Jahr will sich der Thalhamer verstärkt auf Unplugged-Auftritte mit mehreren Akustikgitarren konzentrieren. Dazu sucht er aktuell noch Verstärkung für seine Band: „Ich würde gerne zu Gereon Seeberg noch einen dritten Gitarristen auf der Bühne haben“, sagt Richards. Gut wäre, wenn dieser auch gesangliches Talent mitbringe, um den Auftritt als Zweitstimme zu unterstützen. Das wichtigste Kriterium jedoch ist ein anderes, wie Ralf Richards betont: „Das Menschliche muss passen.“

Gut zu wissen

Wer mehr von dem Singer-Songwriter erfahren oder hören möchte, wird auf seiner Homepagebei YouTube und vielen weiteren Musikdiensten fündig.

Lesen Sie auch: Planungen für nächsten Bierfestival in Attenkirchen laufen. 

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