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Dreiste Abzocke

Vereine im Betrugs-Visier: Neue Masche ist besonders dreist

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Ein Betrüger hat versucht, von einem Sportverein im Landkreis eine hohe Summe zu ergaunern. Der – im Landkreis bisher völlig neue – Coup scheiterte am Misstrauen der Schatzmeisterin.

Attenkirchen – Die Mail an Petra Hobmeier, Kassiererin der SpVgg Attenkirchen, kam am Montagvormittag: „Ich brauche heute eine Banküberweisung an einen Empfänger. Kann ich dir die Daten schicken?“, hieß es in der Mitteilung. Absender laut Mailadresse: Vereinschef Paul Niedermeier. Die Schatzmeisterin schrieb zurück: „Hallo, Paul. Kein Problem. Mach ich gleich, wenn ich zuhause bin“. Am frühen Abend kam dann die zweite Mail – wieder vermeintlich vom Vorsitzenden der SpVgg: Petra Hobmeier solle 3740 Euro auf ein Konto der Sparkasse Mittelholstein überweisen. Empfänger sei ein Hartmut Fanselow, hieß es in der Mail, und die Zahlung „für den Kauf von Sportgeräten“. Ergänzende Anweisung: „Schick mir bitte eine Kopie der Zahlungsbestätigung per E-Mail, wenn Du fertig bist“.

Petra Hobmeier dachte gar nicht daran. Sie war längst misstrauisch geworden und rief Paul Niedermeier an. Der war „völlig baff“, wie er berichtet. Sofort war klar, dass hier ein raffinierter Betrüger sein Netz ausgeworfen hatte. „Gott sei dank ist meine Hauptkassiererin sehr clever und rückt nicht sofort ohne konkrete Nachfrage das Geld raus“, betont Niedermeier. Die Masche aber sei schon „krass und besonders frech“. Schließlich werde hier versucht, das vertrauensvolle Verhältnis zwischen den Mitgliedern von Vereinsvorständen auszunutzen. Zwar müssten solche Betrugsversuche eigentlich grundsätzlich fehlschlagen, da kein Vereinsvorsitzender selbstständig teure Einkäufe tätigen könne, wie Niedermeier betont: „Da gibt es eine Sicherung, die so etwas verhindert. So etwas macht kein Kassierer ohne Rückfrage.“ Andererseits: „Wenn jemand leichtgläubig ist, wird es da schnell gefährlich.“

Niedermeier wandte sich mit der Geschichte an das Freisinger Tagblatt, um andere Vereine zu warnen. Noch ist der Trick mit der fingierten E-Mail-Adresse und der falschen Zahlungsanweisung neu im Landkreis – zumindest nach den Erkenntnissen der Polizei. „Ähnliche Abzockversuche gibt es bereits“, weiß der Freisinger Vize-Polizeichef Michael Ertl, „aber Vereine waren bisher noch nicht betroffen“.

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