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Die Torte „to go“, die an aktive Mitglieder verteilt wurde.

Feier wurde wegen Corona klein gehalten

35 Jahre Marktkapelle Au mit vielen musikalischen Highlights

Ein Anlass, zu dem es eine große Party geben sollte, wurde dann aber, wegen Corona, lediglich mit einer „Torte to go“ gefeiert: das 35-jährige Bestehen der Marktkapelle Au. 

Au/Hallertau – Mitten in der Corona-Zeit feierte der Förderverein Marktkapelle Au sein 35-jähriges Bestehen. Eigentlich sollte das mit einem großen Fest gebührend zelebriert werden. Wegen der Beschränkungen gab es dann am 17. Mai, dem Gründungstag, immerhin eine Torte „to go“ für die aktiven Mitglieder. Die örtliche Konditorei hatte aufgrund der Lockerungen bereits wieder ausliefern können, und so durften die Vorsitzenden Jürgen Hofer und Verena Bauer die mit dem Vereinslogo verzierte Torte an die Musikanten verteilen. Die freuten sich nicht nur über den Kuchen, sondern auch darüber, dass wenigsten ein kurzer, persönlicher Ratsch möglich war.

Blick in die Chronik der Marktkapelle Au

Dass sich in den 35 Jahren der Vereinsgeschichte einiges ereignet hat, zeigt ein Blick in die Chronik der Marktkapelle: Am 24. August 1984 erschien der Bericht in der Hallertauer Zeitung, dass in Au eine Jugendblaskapelle ins Leben gerufen wird. Hauptinitiator war Rechtsanwalt und Schriftsteller Josef Maier-Krafft, dem das kulturelle Leben im Markt sehr am Herzen lag. Der damalige Vhs-Leiter Georg Rock übernahm mit Robert Schlecht sen. sowie Karl Dreier die gesamte Organisation. Die finanzielle Voraussetzung war gegeben, da die Marktgemeinde unter dem damaligen Bürgermeister Willi Kobl ihre Unterstützung zusagte.

Einige Gründungsmitglieder sind nach wie vor aktiv.

So lag bei vielen Kindern bereits Weihnachten 1984 ein Instrument unter dem Christbaum, Anfang 1985 begann man mit dem Unterricht und der Probenarbeit. Am 17. Mai 1985 kam es dann zur Gründungsversammlung des Fördervereins in der Gaststätte Mally in Au, anwesend waren 40 Mitglieder. Zum Vorsitzenden ernannte man Rudi Schermbach, Stellvertreter wurde Ludwig Fichtner. Für das Amt des 1. Dirigenten konnte Martin Stefani aus Landshut gewonnen werden. Noch im selben Jahr hatte die Jugendkapelle ihren ersten Auftritt: beim Seniorennachmittag des Hopfenfests. Diesem Termin ist man bis heute treu geblieben – nach Ende des Hopfenfestes nun beim Pfingstfest.

Erstes Neujahrskonzert der Marktkapelle Au 1992

Am 1. Januar 1992 fand erstmals das Neujahrskonzert statt, damals unter der Leitung von Hermann Jalowitzki. 1994 erhielt die Jugendblaskapelle Au den Kulturförderpreis des Landkreises. Im selben Jahr stand die erste Teilnahme beim Trachten- und Schützenzug des Münchener Oktoberfests an, damals noch in Eigenregie. 1997 wurde man dann offiziell Blasorchester des Bayerischen Sportschützenbundes.

Es folgten zahlreiche weitere Höhepunkte: die Umrahmung der deutschen Schützentage in Würzburg sowie in Berlin – mit Staatsempfang beim damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau im Schloss Bellevue –, die Umrahmung eines Oktoberfests in Ungarn, die Bildung einer Freundschaft samt gegenseitiger Besuche mit der Blaskapelle aus Aue im Erzgebirge, die Teilnahme an Wertungsspielen und vieles mehr. Seit 2004 tragen der Verein und das Orchester den Namen „Marktkapelle“, 2010 wurde das bisherige „B-Orchester“ in die Jugendblaskapelle umgewandelt.

Dirigenten prägten musikalisches Gesamtbild

Das musikalische Gesamtbild des Orchesters prägen in erster Linie die Dirigenten. Dort wirkten Martin Stephani, Hermann Jalowitzki, Helmut Schranner, Alexander Lenk, Thomas Linseisen, Thomas Bodenhagen – und aktuell Georg Neumeier. Auch das Jugendorchester wurde stets hochkarätig geführt, bisher von Hermann Jalowitzki, Johann Pscheidl, Gunther Fendler, Jürgen Wüst, Thomas Linseisen – und aktuell Verena Bauer. Um die Geschicke des Vereins kümmerte und kümmert sich eine engagierte Vorstandschaft, geführt von den Vorsitzenden Rudolf Schermbach, Ludwig Fichtner, Karl Dreier, Martin Krumbucher – und aktuell Jürgen Hofer.

Momentan gibt es zwar keine Auftrittsmöglichkeiten, aber die Probenarbeit und auch der Musikunterricht laufen wieder – unter den geltenden Auflagen. Somit blickt die Marktkapelle in diesem besonderen Jahr etwas stiller zurück, was der Verein spätestens zum Neujahrskonzert kompensieren möchte. 

Anita Seitz

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