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Nach einem Überschlag nahe Sillertshausen bei Au/Hallertau ist der Unfallfahrer geflüchtet. Er musste von einem Großaufgebot aufgespürt werden.

Er hatte guten Grund zur Flucht

Auto überschlägt sich: 150 Personen suchen nach Fahrer - Polizei findet ihn ganz woanders

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Bei Au/Hallertau ist es zu einem Unfall gekommen. Das Auto überschlug sich. Vom Fahrer fehlte zunächst jede Spur. Als die Polizei ihn schließlich fand, war sie sehr überrascht.

Au/Hallertau - Ein Großeinsatz für Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei hat sich am frühen Donnerstagabend in der Marktgemeinde Au/Hallertau abgespielt. Auslöser war ein schwerer Verkehrsunfall bei Sillertshausen.

Wie die Moosburger Polizei berichtet, war der Fahrer eines Opel Vectras gegen 18.30 Uhr offenbar alleinbeteiligt nach rechts von der Kreisstraße FS23 abgekommen und hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Das Auto überschlug sich daraufhin und blieb mitten auf der Straße auf dem Dach liegen. Als weitere Verkehrsteilnehmer an die Unglücksstelle kamen, konnten sie offenbar eine Person feststellen, die sich vom Unfallort entfernte.

Au/Hallertau: Unfallfahrer verschwunden - Mit Helikopter gesucht

Wenig später, als die ersten Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr eintrafen, war der Fahrer spurlos verschwunden. „Es musste davon ausgegangen werden, dass er verletzt ist“, berichtet Hans-Jürgen Hintermeier, Vize-Chef der Moosburger Polizei.

Die Folge: Insgesamt 138 freiwillige Feuerwehrleute aus den Gemeinden Au und Rudelzhausen versammelten sich im Umfeld der Unfallstelle und stellten sich für eine Großsuche zu Menschenketten auf. Christian Holzmann, Kommandant der Feuerwehr Au, erläutert das riesige Aufgebot: „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass solche Vermisstensuchen am schnellsten zum Erfolg führen, wenn wir rasch sehr viele Kräfte zusammenziehen.“

Nach Unfall bei Au/Hallertau: Hundestaffel zur Hilfe geholt

Deshalb habe man auch einen Hundeführer des Arbeiter-Samariter-Bunds hinzugezogen. Die Strategie sah vor, den Spürhund aus der einen Richtung loszuschicken und ihm dann entgegenzumarschieren. Die Polizei hatte derweil einen Helikopter zur Unterstützung aus der Luft aufsteigen lassen. Dessen Wärmebildkamera enttarnte lediglich einen Schaulustigen in einem Gebüsch, der auf Ansprache flüchten wollte aber nach kurzer Verfolgung gestellt werden konnte. Eine Beteiligung an dem Verkehrsunfall konnte jedoch sofort ausgeschlossen werden.

Parallel liefen die Ermittlungen auf Hochtouren, wie Hans-Jürgen Hintermeier schildert. „Die Halterin des polnischen Fahrzeugs befand sich nach unseren Erkenntnissen nicht im Land.“ Unterlagen im Fahrzeuginneren lenkten den Verdacht daher bald auf einen 38-jährigen Polen. Während die Feuerwehrleute das Gelände durchkämmten, wurden die Polizisten in einer Arbeiterunterkunft in der Nähe von Au fündig. „Als er angetroffen wurde, hatte er überraschenderweise nur leichte Blessuren“, berichtet Hintermeier. Was außerdem aufgefallen sei: „Der 38-Jährige war deutlich alkoholisiert. Deshalb wurde eine Blutentnahme veranlasst.“

Nach Überschlag bei Au: Verdächtiger bestreitet die Unfallfahrt

Ein Ergebnis liege noch nicht vor. Auch die Ermittlungen zu seiner Rolle in der Unfallfahrt seien noch nicht abgeschlossen. „Der Mann hat bestritten, gefahren zu sein“, so Hintermeier. Über eine gültige Fahrerlaubnis verfüge er schon länger nicht mehr.

Als die Nachricht über das Auffinden am Unglücksort eintraf, konnte die Großsuche wieder abgeblasen werden und die insgesamt 150 Einsatzkräfte nach rund zwei Stunden den Heimweg antreten. Die Schadensbilanz des Unfalls: geschätzte 5000 Euro am Opel und 200 Euro an der Straße.

Lesen Sie auch: Moosburgs Feuerwehr hat mit 50 Kräften den Ernstfall geprobt: einen schweren Unfall mit mehreren Fahrzeugen auf dem Gelände eines Busunternehmens. Außerdem: Wer ist Oberbayerns bester Witze-Erzähler? Wenn am Sonntag in Dachau dieser Titel vergeben wird, ist auch ein Gammelsdorfer mit von der Partie.

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