Bärlauchblätter
+
Markante Linie: Auf diesem Bild von FT-Leser Wilhelm Ruhs aus Haag ist die mittige Blattader klar zu erkennen. Zudem ist die Blattunterseite matt – zwei deutliche Merkmale von Bärlauch.

Tipps zum Sammeln von Wildpflanzen

Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Kräuterpädagogin erklärt, wie man Bärlauch sicher erkennt

  • Magdalena Höcherl
    VonMagdalena Höcherl
    schließen

Viele sammeln jetzt Bärlauch. Doch Vorsicht: Das gesunde Wildgemüse kann man leicht verwechseln. Eine Auer Kräuterpädagogin erklärt, was zu beachten ist.

Au/Hallertau – Es war eine tödliche Verwechslung: Wie berichtet, hatte ein Mann aus dem Kreis Freising statt Bärlauch Herbstzeitlosen gesammelt – und ist an den Folgen einer Vergiftung gestorben. Kräuterpädagogin Rita Straßberger aus Au erklärt, wie man Bärlauch erkennt und was beim Sammeln von Wildkräutern grundsätzlich zu beachten ist.

Bärlauch erkennen: Das sind die Merkmale

Bärlauch sei ein gesundes Wildgemüse, das sich in der Küche vielfältig einsetzen lasse, sagt Straßberger, die daraus am liebsten Suppe kocht oder Salate damit garniert. „Aber es passiert leider häufig, dass Bärlauch mit giftigen Pflanzen verwechselt wird.“ Denn in der Bärlauchzeit von Anfang März bis Ende Mai gibt es auch zwei Pflanzen, die ihm ähnlich sehen – aber giftig für den Menschen sind: Maiglöckchen und Herbstzeitlosen.

Auf folgende Merkmale ist laut Straßberger daher unbedingt zu achten: „Bärlauchblätter haben einen klar erkennbaren Stiel pro Blatt. Sie sind auf der Unterseite matt und haben zudem mittig eine klar erkennbare Blattader.“ Maiglöckchen und Herbstzeitlosen dagegen haben meist zwei oder drei Blätter. Auch die Blüten unterscheiden sich: Die der Herbstzeitlosen sind lilafarben, die von Maiglöckchen und Bärlauch beide weiß. „Aber während die Bärlauchblüte sehr filigran ist, erkennt man die vom Maiglöckchen – wie der Name schon sagt – an der Glockenform“, sagt die zertifizierte Wildkräuterpädagogin.

Bärlauch oder giftige Pflanze? Nicht auf den Geruch verlassen

Ein Unterscheidungsmerkmal, das häufig genannt wird, aber nur bedingt nützlich ist, ist der Geruch: „Bärlauch riecht – anders als die anderen beiden Pflanzen – nach Knoblauch.“ Das sei jedoch keine Gewähr: „Denn wenn daneben Maiglöckchen stehen, ich aber schon Bärlauchduft an den Fingern habe, kann ich das nicht mehr unterscheiden.“ Als geübte Sammlerin weiß Straßberger auch, dass Bärlauchblätter knacksen, wenn sie abgebrochen werden. „Ungeübte bemerken dieses Geräusch aber nicht.“

Wer sich also nicht zu 100 Prozent sicher ist, was da vor ihm aus dem Boden sprießt, sollte das Gewächs lieber stehen lassen. „Im schlimmsten Fall kann es leider tödlich ausgehen – und das ist das Ganze sicher nicht wert.“

Kräuter selber sammeln: Diese Tipps sind zu beachten

Abgesehen davon hat Rita Straßberger weitere Tipps für alle, die auf eigene Faust Kräuter sammeln wollen: „Direkt an Wegen und Straßen sollte man nicht unterwegs sein. Dort ist nicht alles sauber, oft liegt Hundekot herum, auch die Abgasbelastung ist höher.“ Außerdem sollte man nicht zu viel pflücken, um die Artenvielfalt nicht zu gefährden. Und bevor man etwas mitnimmt, sollte man sich wirklich absolut sicher sein. „Es gibt mehrere Pflanzen mit giftigen Doppelgängern“, warnt die Expertin. Zum Beispiel gesunden Giersch und giftigen Schierling. Daher gilt: Im Zweifel lieber stehenlassen.

Freising-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Freising-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Freising – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare