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Das Dellnhauser Volksmusikfest zieht von Au nach Wolnzach. Das sorgt für Unmut in der Bevölkerung. 

2021 in Wolnzach

Dellnhauser Volksmusikfest: Umzug löst Debatte bei Bürgern und Markträten aus

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Dass das Dellnhauser Volksmusikfest 2021 nicht mehr in Au, sondern in Wolnzach stattfindet, treibt viele Bürger und Markträte um. Organisator Michael Eberwein stellt einiges klar.

Au/Hallertau – Was in der Marktratssitzung am Dienstag gerade mal noch als Randnotiz behandelt wurde, treibt viele Bewohner aus Au und Umgebung nach wie vor um: Das Dellnhauser Volksmusikfest wird 2021 nicht mehr in der Marktgemeinde stattfinden, sondern für seine zehnte Auflage nach Wolnzach in den Landkreis Pfaffenhofen umziehen. Wie berichtet, hatten Umbaupläne rund um den Schlossbräukeller – das Herz der Großveranstaltung – Organisator Michael Eberwein dazu bewegt, sich nach einem neuen Austragungsort umzusehen.

„Wir wussten alle nichts davon“

Die Hiobsbotschaft vom Umzug kam nicht nur für viele Bürger aus heiterem Himmel, sondern hatte auch Markträte eiskalt erwischt, wie Andreas Baumann (FWG) am Sonntag in der öffentlichen Facebook-Gruppe „Au i. d. Hallertau, do bin i dahoam“ schrieb: „Extrem schade, dass hier im Vorfeld anscheinend nicht mit der Gemeinde nach einer Lösung gesucht wurde.“ Er habe sich mit einigen Gremiumskollegen unterhalten „und wir wussten alle nichts davon“.

Mit der Aussage trat Baumann eine Diskussion los, in der auch scharfe Kritik am Engagement der Gemeindespitze erhoben wurde. „Der Markt schmückt sich mit fremden Federn, die ihm in den Schoß gefallen sind und tut aber im Gegenzug nichts dafür, um die Dinge zu behalten und weiter auszubauen“, lautete etwa ein Userkommentar. Eine andere Nutzerin schrieb zum Thema der wegbrechenden Auer Veranstaltung: „Wäre es nicht mal Zeit, aus der Lethargie aufzuschrecken und was zu reißen?“

Da war noch alles gut für die Auer: Auf diesem Bild warben 2017 (v. l.) Ortschef Karl Ecker, Organisator Michael Eberwein und Bier-Baron Michael Beck von Peccoz für das Dellnhauser Volksmusikfest in Au. 

Entscheidend, „dass das Fest in der Holledau stattfindet“

„Die Tatsache, dass wir nach Wolnzach wechseln, hat nicht den Grund, dass es Probleme gab“, sagt indes Volksmusikfest-Chef Michael Eberwein im FT-Gespräch. „Wenn man den Schlossbräukeller, den Biergarten und den Schlosshof wegnimmt, ist’s mit der Attraktivität einfach nicht mehr so weit her.“ Dann würden die Besucher sagen, dass das Fest nicht mehr schön sei. Für Eberwein war dieses Szenario „keine Option“. Für ihn sei auch nicht der Landkreis entscheidend, sondern „dass das Fest in der Holledau stattfindet“.

Auf die Nachfrage, ob er sich zuletzt von Ortschef Karl Ecker und den Marktverantwortlichen mehr Anstrengungen für sein Fest gewünscht hätte, reagiert Eberwein allerdings hörbar zurückhaltend. Es hätten „natürlich nicht alle der Verantwortlichen bei so einer Großveranstaltung Hurra geschrien“, gibt er sich diplomatisch. „Aber ich möchte jetzt nicht etwas aufwärmen“, von seiner Seite gebe es nichts Negatives zu beklagen. „Wir haben gut zusammengearbeitet unter den vorhandenen Bedingungen. Ob’s mehr Möglichkeiten gegeben hätte, sei jetzt mal dahingestellt.“

Kommt das Volksmusikfest wieder nach Au? 

Zu der Facebook-Kritik an der Marktspitze sagt Eberwein: „Ich glaube, das Problem liegt woanders. In Au ist viel weggebrochen. Es gibt kein Hopfenfest mehr, Gastronomiebetriebe haben zugemacht. Ein blühender Ort sieht anders aus.“ Ob er sich vorstellen könne, nach einem Intermezzo in Wolnzach das nächste Volksmusikfest wieder in Au zu organisieren? Da möchte Eberwein kein Versprechen abgeben. „Das ist im Moment kein Thema, über das ich nachdenken muss.“ Der Fokus liege auf dem kommenden Fest. Im Anschluss werde gemeinsam mit Wolnzach Bilanz gezogen. Eberwein: „Klar ist, dass die die Veranstaltung länger wollen. Da wäre es jetzt nicht fair, zu sagen: Nein, das ist nur eine einmalige Sache.“

Lesen Sie auch: Das wunderbare Volksmusikspektakel: So schön war das Dellnhauser Volksmusikfest

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