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Der „rote Teppich“, der für die ehrenamtlich Tätigen der Marktgemeinde Au ausgerollt worden war, war nur symbolisch. Aber Tische und Halle waren schön geschmückt.

„Wir in Au sind füreinander da“

Ehrenamtliche Auer gewürdigt – doch Einsatz darf nicht zum Lückenbüßer werden

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Beim Neujahrsempfang würdigte Aus Bürgermeister Karl Ecker ehrenamtliche Bürger - und fand klare Worte für die Entwicklung des Ehrenamts.

Au/Hallertau – Der Markt Au hat seinen Ehrenamtlichen am Sonntag sprichwörtlich „den roten Teppich“ ausgerollt. Zum Neujahrsempfang der Gemeinde in der Hopfenhalle waren aber nicht nur all diejenigen gekommen, die „Dienste für andere“ übernehmen und sich dabei selbst „einen guten Dienst“ erweisen, wie es Bürgermeister Karl ausdrückte. Gekommen war auch Wolfgang Maria Hagl, der Abt des Klosters Metten, ein geborener Auer.

Ehrenamtliche leben bis zu sieben Jahre länger

Das Präludium des „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier – bekannt als Eurovisions-Erkennungsmelodie – ertönte von der Balustrade, während unten im Foyer die Gäste bei Aperol, Sekt und Orangensaft einen Plausch hielten und auf Einlass in die reich gedeckte und geschmückte Halle warteten. Drinnen dann erklomm Bürgermeister Ecker, mit Amtskette angetan, das Podium und stellte sich ans Rednerpult – zum letzten Mal, wie der scheidende Rathauschef selbst sagte: „Nach 24 ausgefüllten Bürgermeisterjahren habe ich leider nicht mehr die ausreichende Energie, die für dieses umfangreiche und fordernde Amt notwendig wäre.“ Über ausreichend Humor verfügt Ecker aber noch immer, sorgte bei schwätzenden Rathausmitarbeiterinnen für Ruhe, indem er ihnen humorig androhte, sie bekämen „einen Kuss von mir, wenn ihr nicht staad seid“.

Seine letzte Dankesrede bei einem Neujahrsempfang des Marktes Au hielt Bürgermeister Karl Ecker.

Hauptbotschaft Eckers war freilich eine andere: Lob und Dank für die ehrenamtlich Tätigen. Das Ehrenamt setze einen „Kontrapunkt“ zu der Entwicklung, dass Selbstverwirklichung einen höheren Stellenwert habe als der Dienst am Nächsten. Wer ein Ehrenamt ausübt, „wächst und reift an seiner Aufgabe, gewinnt an Verstand, Mut und Einfühlungsvermögen“, versicherte der Rathauschef. Noch etwas wusste Ecker: „Ehrenamtlich Engagierte leben bis zu sieben Jahre länger“. Und wie gesagt: Ecker hat seinen Humor nicht verloren, fügte mit Blick in die Gästeschar an: „Jetzt rechnet schon jeder.“ Doch auch wenn Ehrenamt „für unser Gemeindeleben einen unbezahlbaren Mehrwert“ bedeute, dürfe diese Leistung nicht zum Lückenbüßer werden, mit dem „die Löcher unseres Staates gestopft werden“. Das Ehrenamt im Markt beweise: „Wir in Au sind füreinander da.“

Lobende Worte für die Ehrenamtlichen

Abt Hagl zeichnete in seinem Grußwort mit viel Witz und Humor ein mal satirisches, mal klischeehaftes Bild des Niederbayern – schließlich gehörte Au zum Zeitpunkt seiner Geburt noch zu Niederbayern. Aber auch der Gottesmann hatte lobende Worte für die Ehrenamtlichen mitgebracht: „Sie sorgen dafür, dass Leben funktioniert und dass Au lebendig bleibt.“ Ehrenamt – das stehe für echtes Miteinander, nicht für virtuelles. Und dann hatte Hagl noch eine ganz wichtige Aufgabe zu erledigen: die Eröffnung des Büfetts. 

Lesen Sie auch: Alfred Kopp weiß, wie Ehrenamt funktioniert: „Ich brauche keine Ja-Sager“

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