Treue Mitglieder: Seit 25 Jahren sind (sitzend, v. l.) Heiner Barth, Franz Deutsch, Horst Heidecker und Karl Ecker bei der FWG. Für 20-jährige Mitgliedschaft wurden außerdem (stehend, v. l.) Gerhard Stock, Günther Herdin, Karl Dreier und Hans Sailer gewürdigt. Weiter im Bild: (ab 3. v. r.) Erika Wittstock-Spona, Landrat Helmut Petz und MdL Benno Zierer. rl
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Treue Mitglieder: Seit 25 Jahren sind (sitzend, v. l.) Heiner Barth, Franz Deutsch, Horst Heidecker und Karl Ecker bei der FWG. Für 20-jährige Mitgliedschaft wurden außerdem (stehend, v. l.) Gerhard Stock, Günther Herdin, Karl Dreier und Hans Sailer gewürdigt. Weiter im Bild: (ab 3. v. r.) Erika Wittstock-Spona, Landrat Helmut Petz und MdL Benno Zierer.

Jubiläumsfeier

Freie Wähler in Au feiern 25-Jähriges und blicken auf erstaunliche politische Leistungen zurück

25-jähriges Bestehen feiern die Freien Wähler in Au. In einem Vierteljahrhundert haben sie in der Marktgemeinde Erstaunliches erreicht.

Au/Hallertau – Mit vier Mann, die politisch etwas verändern wollten und 7,30 Mark in der Vereinskasse hatte es damals in Au angefangen. Am vergangenen Sonntag, 25 Jahre später, feierte die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Au nun ihr Jubiläum im Rosenwirt. Neben Urkunden gab es dabei vor allem zahlreiche Anekdoten rund um das politische Gewicht der „Freien“, die laut Vorsitzender Erika Wittstock-Spona immer nur eines im Sinn hatten und auch weiterhin haben: „Alles zum Wohl der Mitbürger!“

Am Wahlsonntag 1996 sei die FWG-Sensation in Au perfekt gewesen, so Wittstock-Spona in der Rückschau. Was war passiert? Der junge Holzkaufmann Karl Ecker hatte damals aus dem Stand heraus 56 Prozent der Wählerstimmen geholt und war damit zum jüngsten Bürgermeister in Bayern gewählt geworden. Ecker kann sich noch gut daran erinnern, als ihn FWG-Urgestein Horst Heidecker gefragt hat, ob er nicht als Rathaus-Chef kandidieren wolle.

2002 toppt die FWG den Wahlerfolg von 1996 sogar noch

„Da hinten samma gesessen“, erzählte Ecker, dem zweierlei unvergessen blieb: „Ihr habt immer an mich geglaubt!“ Und: Wie stolz seine Eltern damals gewesen seien, als ihr „Bua auf dem Plakat war“. Gleichzeitig konnte die FWG 1996 aber auch acht Sitze im Marktgemeinderat ergattern. Beflügelt von diesem enormen kommunalpolitischen Erfolg entschlossen sich die politischen Akteure, die sich seit 1978 als lose Vereinigung immer wieder einmischten, einen Verein zu gründen – der bis heute laut Wittstock- Spona die brisanten Themen des Marktes anpacke.

Doch der Wahlerfolg von 1996 wurde noch einmal getoppt: 2002 bekam Ecker 83 Prozent der Wählerstimmen, im Marktrat konnte die FWG sage und schreibe zwölf Sitze für sich behaupten. Zentrales Thema war unter anderem die Gestaltung des Marktplatzes. Hier seien laut Wittstock-Spona vor allem Durchhaltevermögen, engagiertes Arbeiten und eine konsequente Zielverfolgung nötig gewesen, um dieses ambitionierte Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen. Ein langer Atem sei auch bei der Causa Hopfenlandhalle nötig gewesen, für die Heidecker lange Zeit „Prügel bezogen habe“, wie sich die Vorsitzende erinnerte.

Ecker sorgt für starken Einschnitt

Außerdem auf der Agenda: die Umgehungsstraße und das Schulkooperationsmodell mit dem Markt Nandlstadt – beide Themen hätten durchaus zu emotionalen Diskussionen in der Bevölkerung geführt. Vorarbeiten zum Projekt Innerortsgestaltung fanden seit 2014 statt, die heuer im Frühjahr dann in die Tat umgesetzt wurden. Einen starken Einschnitt gab es allerdings Ende 2019, denn die FWG musste sich neu ausrichten. Grund: Ecker ließ sich nicht mehr als Bürgermeister aufstellen.

Dafür aber gab es mit Helmut Petz einen „freien“ Landrat, wie es Ecker formulierte. Diese FWG, so Petz, trage maßgeblich dazu bei, dass er heute diesen Posten bekleide. Denn im Gegensatz zu beispielsweise den Freisinger Freien, bei deren Wahlveranstaltungen mit ihm oftmals nur wenige gekommen seien, habe das in dieser Gegend immer ganz anders ausgeschaut. An einen guten Tipp von Ecker in puncto „Unterstützung erkämpfen“ kann sich Petz bis heute erinnern: „In Osseltshausen gehst Du durch die Hölle.“ Aber auch das: „Wenn Du es dort durchstehst, hast Du es geschafft!“. Auch deshalb sei er „Nutznießer“ dieser starken FWG-Basis, die immer zielgerichtet und selbstbewusst auftreten würde.

„Wir sind lauter alte Männer, das muss sich ändern“

Vieles, was mit Engagement im Marktgemeinderat passiere, sagte Bürgermeister Hans Sailer, komme von den Freien, wenngleich sie freilich nach der letzten Wahl einige Sitze haben einbüßen müssen. Wie Sailer hatte aber auch Petz einen dringlichen Wunsch an die Freien Wähler: „Wir sind lauter alte Männer, das muss sich ändern. Wir müssen jünger und weiblicher werden!“

Ohne diese engagierte Basis und Leuten wie Heidecker würde man nicht im Landtag sitzen, betonte zudem Abgeordneter Benno Zierer. Und auch Wittstock-Spona zeigte sich zufrieden: „Unsere Aktivitäten in der Gemeinderatstätigkeit der vergangenen 25 Jahre sowie die kommunalpolitische Arbeit im Verein können sich sehen lassen.“ Bei den Vereinsversammlungen würden immer wieder Referenten zu den unterschiedlichsten Themen geladen, wie beispielsweise zum Erbrecht oder der Organspende. „Wir sind eine rührige Truppe“, betonte Wittstock-Spona, die über lange Jahre den Hopfenmarkt aktiv mitgestaltet hat, trotz einiger Widrigkeiten. „Mit solchen Leuten kann´s nur gut weitergehen“, meinte Horst Heidecker abschließend. (Richard Lorenz)

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