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Tritt nicht mehr an: Der Auer Bürgermeister Karl Ecker verzichtet aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur. Die Bekanntgabe der überraschenden Nachricht war auch für FWG-Chefin Erika Wittstock-Spona ein emotionaler Moment.

FWG präsentiert Nachfolge-Kandidat

Überraschung in Au/Hallertau: Karl Ecker kandidiert nicht mehr als Bürgermeister

Damit hätte wohl niemand gerechnet: Karl Ecker, 56 und seit 1996 Auer Bürgermeister, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Dafür macht sich ein anderer bereit.

Au/Hallertau – Die Freie Wählergemeinschaft Au hat monatelang perfekt dichtgehalten, gestern dann ließ sie die Bombe platzen: Am Vormittag verkündete der Auer Ortschef Karl Ecker auf einer Pressekonferenz, nicht mehr bei der nächsten Bürgermeisterwahl anzutreten. Mittags teilte er dann der Belegschaft des Rathauses seine Entscheidung mit.

Der 56-jährige Karl Ecker hätte vom Alter her noch zweimal kandidieren können und viele Auer kennen die Marktgemeinde nur mit ihm an der Spitze. Er ist seit 1984 Kommunalpolitiker, war zwölf Jahre lang Marktrat – und seit 1996 ist er Bürgermeister. „Meine ganz persönliche Vorstellung, noch weitere sechs Jahre Bürgermeister zu sein, kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht umsetzen“, sagte Ecker. Er betonte, dass die Gründe rein gesundheitlich seien und ihm auch sein Arzt zu dem Schritt geraten habe.

Bekanntgabe mit Tränen in den Augen

Der Auer Ortschef hatte bei seiner letzten großen Bekanntgabe zwischenzeitlich Tränen in den Augen. Karl Ecker hat für seine Kommune und sein Rathaus in den vergangenen zwölf Jahren etliche Angebote ausgeschlagen. Er hätte als Freisinger Landrat kandidieren können oder auch für den Bundestag. „Mich hat nie etwas anderes als Au interessiert“, sagte Ecker. Nun ist mit seiner Rolle als Gemeindeoberhaupt zum 30. April 2020 Schluss.

Nach den emotionalen Minuten der Entscheidungsbekanntgabe hatte Karl Ecker seinen Humor rasch wieder zurückgewonnen. „Du bist der Leuchtturm der Freien Wähler im Landkreis“, hatte ihm der FW-Kandidat für den Posten des Landrats, Helmut Petz, gesagt. Die Antwort war ein klassischer Ecker: „Das Licht geht halt nicht mehr gescheit.“ Der scheidende Bürgermeister kündigte noch acht Monate volles Engagement an („Wer bis zum letzten Tag bezahlt wird, der kann auch bis zum letzten Tag arbeiten“) und sagte, dass er keine Pläne für die Zeit nach dem Amt seines Lebens habe.

Auch Eckers potentieller Nachfolger wurde präsentiert

Karl Ecker fällt der freiwillige Rückzug auch leichter, weil er vom Nachfolger in den eigenen Reihen überzeugt ist. Die Freien Wähler gaben am Freitag auch bekannt, dass 2. Bürgermeister Hans Sailer für die Ecker-Nachfolge kandidieren werde. „Er ist ein fähiger Mann für dieses Amt“, sagte Ecker. 

Hans Sailer, Vize-Bürgermeister von Au, möchte Karl Ecker im Amt beerben.

Der 62-jährige Sailer ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und arbeitet seit zehn Jahren als Lehrer an der FOS/BOS in Freising. Der gebürtige Freisinger kam über seine Frau Ursula in die Marktgemeinde. Sailer hat als Kommunalpolitiker auch schon einiges an Erfahrung: mit fast 18 Jahren im Marktrat Au, knapp zwölf Jahren im Kreistag sowie nun einer Wahlperiode als Vize-Bürgermeister. „Er ist ein Glücksfall für Au“, sagt Ecker. Sailer war es anzumerken, dass er nicht überredet wurde, sondern das höchste Amt im Ort gerne annehmen würde.

Erika Wittstock-Spona, die Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft in Au, ging dieser Termin ebenfalls sehr nahe. Und doch war sie unendlich stolz, dass die Freien Wähler in den vergangenen Monaten nichts nach Außen haben dringen lassen. Sie betonte, dass die Ziele auch nach Karl Ecker unverändert bestehen bleiben würden. Die FWG treten also am 15. März zur Kommunalwahl an, um wieder den Bürgermeister zu stellen und die Mehrheit im Marktrat zu bekommen. Sailer soll den Weg des scheidenden Rathauschefs weiter gehen.

Lesen Sie auch: Zollings Bürgermeister Max Riegler will 2020 ebenfalls nicht mehr für sein Amt kandidieren. Im Interview mit unserer Zeitung erzählt er, warum er seine Karriere beendet und was er seinem Nachfolger rät.

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