Vor den Toren des Auer Ortsteils Abens liegt die Kiesgrube, auf der an 20 Tagen im Jahr eine mobile Brecheranlage betrieben wird. Damit soll nun Schluss sein.
+
Vor den Toren des Auer Ortsteils Abens liegt die Kiesgrube, auf der an 20 Tagen im Jahr eine mobile Brecheranlage betrieben wird. Damit soll nun Schluss sein.

Antrag auf Verlängerung abgelehnt

Lärm und Dreck: Auer Räte sagen Nein zu Brecheranlage bei Abens - „Es ist ein Signal“

  • Andrea Beschorner
    vonAndrea Beschorner
    schließen

Seit 2003 betreibt ein Kirchdorfer Unternehmen eine mobile Brecheranlage bei Abens. Sie sorgt für Dreck auf der Straße und Lärm. Doch Besserung ist nicht in Sicht.

Au/Abens – Seit 2003 betreibt ein Kirchdorfer Unternehmen eine mobile Brecheranlage auf einem Grundstück zwischen Hemhausen und Abens. Vor allem die verschmutzte Straße ist immer wieder ein Ärgernis und kam auch zur Sprache, als dem Gemeinderat am Dienstag erneut ein Antrag auf Verlängerung vorlag.

Hoffnung zerplatzte im Gemeinderat

Wer aus Richtung Hemhausen nach Abens oder Au fährt, nimmt – vor allem wenn das Auto frisch gewaschen ist – lieber einen Umweg über Attenkirchen in Kauf, um das oft verdreckte Straßenstück kurz vor dem Ortseingang Abens zu umfahren. Zum 31. Dezember 2020 endete die aktuelle Erlaubnis, auf dem Kiesgruben-Grundstück die mobile Recyclinganlage zu betreiben und Bauschutt auf dem Grundstück zu lagern. Doch die Hoffnung, dass das Unternehmen den Betrieb der Anlage einstellt, die Grube zumacht und die Folgen wie Lärm und verschmutzte Straßen endlich ein Ende haben, zerplatzte in der Gemeinderatssitzung am Dienstag.

Ende Januar, einen Monat nach dem Ende der aktuellen Erlaubnis, hat das Unternehmen beim Landratsamt Freising die Genehmigung zur Aufstellung und Betreibung jener umstrittenen Anlage bis zum 31. Dezember 2023 beantragt. Wieder soll die mobile Brecheranlage – wie bislang auch – an 20 Arbeitstagen im Jahr, jeweils von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr, betrieben werden. Der Markt Au wurde vom Landratsamt Freising im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Verfahrens um Zustimmung gebeten.

„Es ist keine Kiesgrube im klassischen Sinn“

2. Bürgermeister Martin Linseisen war „total skeptisch“, denn: „So einen Antrag stelle ich doch rechtzeitig.“ Als Kompromiss konnte er sich vorstellen, bis Ende 2021 die Genehmigung zu verlängern mit der Vorgabe, dass bis dahin die Verfüllung der Kiesgrube abgeschlossen sein muss. Gemeinderätin Tanja Rieder plädierte dafür, die Grube „zuzumachen“ und verwies auf das ewige Ärgernis der verschmutzten Straße und die Tatsache, dass die Anlage nicht nur an 20 Tagen betrieben worden sei. Da man das nun aber nicht nachweisen könne, wie Erika Wittstock-Spona sagte, „muss man ihm einfach vertrauen, dass er die 20 Tage nicht überzieht“. Dennoch wies Florian Schwaiger darauf hin, dass die Brecheranlage „nicht das Schlimmste“ sei. „Die Lkw, die Bauschutt abkippen, und die schweren Raupen sind immer da und machen einen viel größeren Lärm.“

Und dann stand noch eine Frage im Raum: Wenn man die Verlängerung jetzt nicht genehmige, ist es dann überhaupt möglich, die Kiesgrube wieder zu verfüllen? Die Antwort darauf hatte ebenfalls Schwaiger: „Das, was er bricht, nimmt er nicht zum Verfüllen her. Das ist ganz anderes Material.“ Würde er die Verfüllung mit Aushub angehen, wäre das innerhalb von vier Wochen abgeschlossen, so seine Einschätzung. Denn: „Verfüllt wird da seit Jahren schon nichts mehr. Es ist keine Kiesgrube im klassischen Sinn, sondern nur noch ein Brechplatz für Beton.“

Sailer vermutet, dass das Landratsamt den Beschluss wieder aufhebt

Am Ende einigte man sich darauf, den Antrag abzulehnen mit dem Hinweis, dass das Gremium sich vorstellen könne, eine Verlängerung bis 2021 in Aussicht zu stellen – bis dahin müsste die Wiederverfüllung der Kiesgrube jedoch abgeschlossen sein, wie man auf Anregung von 3. Bürgermeisterin Beatrix Sebald ergänzte. Rathauschef Hans Sailer vermutete jedoch, „dass das Landratsamt unseren Beschluss wieder aufhebt und die Erlaubnis erteilt“. Franz Asbeck betonte: „Es ist aber ein Signal. Auch wenn wir uns keine große Hoffnung machen sollten, dass es bei der Ablehnung bleibt.“

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus dem Markt Au und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare