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Für jede Runde gab es für die Auer Schüler einen Stempel – und am Ende einen bestimmten Geldbetrag von Sponsoren.

Projekttag zu Klimawandel und Nachhaltigkeit

Auer Realschüler erlaufen bei Umwelt-Aktion 15.000 Euro für guten Zweck

Einen Projekttag zu Umweltschutz und Klimawandel hat die Realschule Au veranstaltet. Dabei haben die Schüler viele Infos von Experten erhalten - und Großes geleistet.

Au/Hallertau – Umwelt- und Aktionstag an der Realschule in Au: Nachdem der Klimawandel derzeit in aller Munde ist und besonders auch den Nachwuchs bewegt, stand dieses Thema vergangene Woche einen Tag lang an der Schule in Au im Mittelpunkt – passend zur „Fridays for Future“-Bewegung natürlich an einem Freitag.

Gemeinsam mit ihrem Kollegium hatten Realschuldirektorin Kerstin Liese und ihre Stellvertreterin, Kathrin Stephan, den Ablauf des Tags genau durchgetaktet, um das Thema Umwelt mit seinen verschiedenen Facetten zu behandeln. Alles an Wertstoffen mitnehmen, was allein beim morgendlichen Frühstück anfällt, war am Vortag allen 231 Schülern als Hausaufgabe aufgetragen worden. Mehrere volle blaue Säcke, die dann im Eingangsbereich aufgestapelt wurden, waren der sichtbare Beweis, dass dies nicht wenig ist.

Expertin gibt Tipps für Alltag mit weniger Plastikverbrauch

Wie Müll reduziert werden kann, gab es im Vortrag von Patricia Kufer aus Pfaffenhofen zu hören, die in der Aula im Stundentakt allen Jahrgangsstufen ihren persönlichen Umgang mit der Problematik verdeutlichte. Seit sechs Jahren lebt die Mutter von drei Kindern, die auch als Kräuterpädagogin aktiv ist und 2017 den Umweltpreis Pfaffenhofens erhielt, mit ihrer Familie „plastikfrei“. Wie dies im Alltag zu schaffen ist, machte Kufer den Schülern an verschiedenen Beispielen deutlich. Denn es gelte, die alarmierende Zahl zu bekämpfen: Pro Kopf schlagen in Deutschland im Jahr 37,4 Kilogramm Verpackungsplastik zu Buche.

Wie Leben ohne Plastik im Alltag funktioniert, beschrieb Patricia Kufer den Schülern in der Aula der Realschule.

Den Anfang bilde das richtige Einkaufsverhalten: Durch bewusstes Wählen von frischer Ware etwa sowie das Mitbringen von eigenen Behältnissen vor dem Gang zum Regal, wodurch sich viele Umverpackungen einsparen lassen. Ketchup und Senf gäbe es auch in Gläsern, ebenso Milch, Sahne und Joghurt im Pfandsystem. Weitere Tipps gab es bei der Zahnhygiene mit selbst hergestellter Paste. Die Schüler der acht Jahrgangsstufen staunten nicht schlecht über die vielen Möglichkeiten zur persönlichen Plastikreduzierung.

Spendenlauf zugunsten von Kinderpalliativstation und Plant-for-the-Planet

Dass die Zunahme von Kunststoffen längst ein weltweites Problem sei, veranschaulichte Michael Jüttner von der Universität Regensburg. Auf Einladung des befreundeten Lehrers Alexander Dobsch erläuterte der Naturwissenschaftler den Schüler der achten Jahrgangsstufe die globalen Zusammenhänge sowie Auswirkungen des Plastiks im Meer, in den Flüssen, in Lebewesen und Lebensmitteln. Zwei Workshops in Biologie und Geografie ergänzten den Umwelttag. 

Und dann gab es noch einen Spendenlauf in der benachbarten Hopfenlandhalle, organisiert von Lehrerin Sarah Thannheimer. Dabei galt es, einen mit Pylonen abgesteckten Parcours möglichst oft zu bewältigen. Zur Belohnung gab es von den Damen des Elternbeirats für jede Runde einen Stempel auf den Laufzettel. Im Vorfeld hatten sich die Schüler Sponsoren aus dem Familien- und Bekanntenkreis gesucht, die damit die Laufleistungen ihrer Schützlinge monetär vergüteten.

Am Ende kam der stolze Betrag von 15.000 Euro zusammen, der selbst Schulleiterin Kerstin Liese verblüffte: „Eine Riesensumme“. Die kommt der Kinderpalliativstation in München sowie dem Umweltprojekt „Plant-for-the-Planet“ zugute, weshalb der Umwelttag der Realschule auch in anderen Bereichen positive Spuren hinterlässt.

Martin Hellerbrand

Mehr zum Thema: Zu viel landet im Müll - Zukunftswerkstatt zeigt, wie man dem Konsumwahn trotzt

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