Nach diversen Soloprojekten gehen die Schwestern Lena und Sophie Haslberger – das Duo Sweetlemon – jetzt wieder gemeinsame Wege.
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Nach diversen Soloprojekten gehen die Schwestern Lena und Sophie Haslberger – das Duo Sweetlemon – jetzt wieder gemeinsame Wege.

Schwestern aus Au spielen wieder zusammen

Sweetlemon gibt überraschendes Comeback - mit großartigem neuen Song

Eigentlich wollten die beiden Schwestern Lena und Sophie Haslberger künftig auf Solopfaden gehen. Doch jetzt geben sie als Sweetlemon ein Überraschungscomeback.

Au/Hallertau – Es ist ihr charmantes Geheimnis zwischen den Tönen: ein wenig Brooklyn, auch ein wenig Montmartre – die große weite Welt mit Songs austarierend und kartografierend. Dabei flirren ihre Songs wie Sommerwunder und bestechen neben Schönheit auch durch jene Fragilität, die vielleicht sogar als Prophezeiung eines großen Durchbruchs gelten kann. Das Duo Sweetlemon aus Au, das sich voriges Jahr getrennt hatte, überrascht mit einem großartigen Comeback.

Eigentlich wollten Sophie und Lena Haslberger nach dem ersten großen Erfolg von Sweetlemon musikalisch getrennte Wege gehen, denn beide Frauen sind großartige Talente mit verschiedenen Genre-Schwerpunkten. Während Sophie Soul präferiert, lotet Lena den Indie-Bereich für sich aus – was auch dazu führte, dass die beiden 22-jährigen Schwestern in eigenen Solo-Projekten verschiedene Türen öffnen konnten.

Nach einem großartigen Konzert in der Muffathalle war plötzlich Schluss

In der Rückschau, erzählt Sophie, sei das notwendig gewesen, dass jede von ihnen eigenen Songs habe schreiben können. Durch diese Eigenständigkeit und Verwirklichung angetrieben, hätten sie aber auch herausgefunden, dass Sweetlemon als Gemeinsamkeit weiterhin funktionieren könne. Die Zwangspause durch die Corona-Pandemie sei dem Re-Start von Sweetlemon ebenso zugutegekommen.

Nach dem großartigen Konzert in der Münchner Muffathalle war nämlich erst einmal weitgehend Schluss gewesen mit Livemusik und einer musikalischen Signatur, die nicht zu Unrecht in die Nähe einer Norah Jones gerückt wurde und bis heute nachhallt. Die Songs von Sweetlemon zeigen sich allerdings dabei so einzig- und großartig, dass die ausstehende große Entdeckung durch ein Major-Label kaum erklärbar ist.

Der neue Song macht definitiv Lust auf mehr

Die Romanze mit dem Pop offenbart sich dann auch schon in ihrem neuen Song „All she had“ – dem Präludium der neuen Wegkreuzungen für das Duo, das den Jazz reduziert hat, aber das Niveau der vergangenen Auskopplungen sogar noch steigern konnte. Musik, die unbeschwert das faszinierende Können der beiden Musikerinnen auf den Punkt bringt: Der nuancierte Sound zwischen sehnsüchtigen Lyrics und gespenstischen Gitarrenklängen besticht durch die Schlichtheit eines wunderbaren Kleinods. Es ist einer dieser Songs, die immer und überall funktionieren – ob der Zuhörer nun traurig oder glücklich ist.

Dabei ist „All she had“ keineswegs für das Comeback von Sweetlemon neu geschrieben worden – es ist vielmehr ein Lied aus der Phase vor der Duo-Trennung, das aber als Neuausrichtung ganz wunderbar funktioniert. Nach ihren beiden Tonträgern „Inner Rhythm“ (2016) und „Lifelong Romance“ (2019) möchten es die Auer Musikerinnen allerdings langsamer angehen lassen. Ein Album, so Sophie, sei aktuell noch nicht geplant, eventuell könnte aber eine EP mit fünf, sechs Songs das Oeuvre der Ausnahme-Talente bald erweitern.

Die Texte von Sweetlemon erinnern an Leonard Cohen

Es ist nicht weiter verwunderlich, aus welchen Schattenwürfen Sophie ihre Inspiration holt, jedenfalls wenn man bei ihren Texten genau hinhört – im losen Verlauf gelingt ihr die Verneigung vor Leonard Cohen, vor allem durch ihre große Verbundenheit zur Romantik. Dabei leuchtet aber auch im neuen Song Lenas Gitarrensound formidabel und erinnert vage an die Früh-Ära eines Peter Green und der Echokammern des Nick-Cave-Universums.

So ergänzen sich beide Künstlerinnen, wie es eben nur bei den großen Duos der Fall ist – auf der Bühne ein gemeinsamer Herzschlag, den das Publikum bis auf die Knochen spüren kann. Sweetlemon sind zurück – und das ist eine ziemlich gute Nachricht.

Gut zu wissen

Der neue Song „All she had“ ist ab Freitag, 7. Mai, auf allen bekannten Streaming- und Download-Portalen erhältlich. Ebenfalls wird es zu dem Song ein Video geben, das dann auf Youtube zu sehen sein wird. (Richard Lorenz)

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