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Aus zwei Windrädern wurde plötzlich eins. Die Auer Räte aber blieben skeptisch.

Obwohl Investoren eine von zwei Anlagen zurückstellen

Weiter Widerstand gegen Windrad-Projekt

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Zwei Windräder wollen Investoren im Westen der Gemeinde Nandlstadt errichten. Es gibt Widerstand. Jetzt haben sie einen Antrag zurückgestellt. „Salamitaktik“ nennt das der Auer Bürgermeister Karl Ecker. Der Widerstand bleibt.

Au/Hallertau – Die Haltung des Marktes Au ist klar: Man ist gegen die Errichtung von zwei Windkraftanlagen in der Gemeinde Nandlstadt an der Grenze zum Auer Gebiet (wir haben mehrfach berichtet). Sogar einen Fachanwalt hat man eingeschaltet. Am Dienstag musste der Marktgemeinderat nun allerdings über eine etwas veränderte Situation beraten und beschließen: Der Investor, das Unternehmentetra r.e. GmbH aus Landsberg am Lech, hat, so hatte das Landratsamt bereits Ende April mitgeteilt, um Zurückstellung des Genehmigungsantrags für das südlicher gelegene Windrad gebeten, und zum anderen ein neues schalltechnisches Gutachten vorgelegt, das sich nur noch auf die nördlicher gelegene Windkraftanlage bezieht. Die Frage: Wie geht man im Markt Au mit dieser neuen Lage um?

Die Antwort, die man dazu von Rechtsanwalt Armin Brauns eingeholt hatte und die Ecker im Marktgemeinderat verlas, war eindeutig. Fazit: Durch die Teilung des Antrags und die vorläufige Zurückstellung einer Entscheidung über die südlichere Anlage ergebe sich aus rechtlicher Sicht keine Änderung. Der Markt Au solle seine geäußerten Bedenken und Einwände aufrechterhalten. Grund: Der zweite Antrag sei ja nicht zurückgenommen worden, sondern lediglich zurückgestellt. Rechtlich bedeute das laut Brauns keine neue Situation, der Investor würden offenbar den Versuch unternehmen, „scheibchenweise die Genehmigungen zu erlangen“. Und deshalb sei auch dem neuen Gutachten zum Schall, das nur noch ein Windrad zum Gegenstand habe, zu widersprechen.

Die Mehrheit der Auer Marktgemeinderäte sah das auch so. Ecker sprach von „Salamitaktik“, Hans Sailer (FWG) betonte, an der Rechtslage habe sich nichts geändert. Beatrix Sebald (FWG) sprach von „Leute-Verarscherei“ durch die Investoren, die offensichtlich probieren wollten, „ob wir auf der Brennsuppn dahergeschwommen sind“, und Ecker legte nach, indem er sagte, man könne ja gar nicht so dumm sein, um nicht zu erkennen, welche Taktik die Investoren da nun gewählt hätten.

Klaus Stuhlreiter (GoL) hingegen verwies darauf, dass es oft geheißen habe, ein Windrad sei kein Problem. „Jetzt ist es eines. Warum ist es dann immer noch ein Problem?“ Seine GoL-Kollegen Michael Altmann und Barbara Prügl sahen das genauso. Stuhlreiter forderte zudem, man solle die Investoren doch einmal in den Gemeinderat einladen, damit sie ihr Konzept und ihre Pläne vorstellen könnten. Lucia Schmidmair-Kaindl (CSU/PFW) hielt davon gar nichts: Man habe doch schon entschieden. „Wenn ich weiß, ich will das nicht, dann brauche ich es mir doch gar nicht mehr anzuhören.“ „Das ist auch meine Meinung“, so Ecker.

Der Antrag, die Investoren einzuladen, wurde gegen drei Stimmen abgelehnt. Der Vorschlag, an der bisherigen Stellungnahme nichts zu ändern und den Widerstand unverändert aufrechtzuerhalten, wurde mit drei Gegenstimmen angenommen. Für Ecker ist eh klar, dass die Sache „so oder so juristisch wird“, egal, wie das Landratsamt entscheidet.

Entweder gehen die Gemeinden gerichtlich gegen die Entscheidung vor – oder die Investoren.

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