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Bei drei Gegenstimmen beschlossen 

Auch der Markt Au lehnt die Nandlstädter Windräder ab

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Nach dem Gemeinderat Nandlstadt hat auch der Markt Au als beteiligte Nachbargemeinde eine ablehnende Stellungnahme zu den beiden geplanten Windrädern auf Nandlstädter Flur abgegeben. Das Schreiben des von beiden Gemeinden beauftragten Rechtsanwalts wurde mit drei Gegenstimmen abgesegnet.

Au/Hallertau – Bürgermeister Karl Ecker lobte die Zusammenarbeit mit dem Markt Nandlstadt, was sich allein schon dadurch ausdrücke, dass man mit Armin Brauns denselben Rechtsanwalt damit beauftragt habe, eine Stellungnahme zu dem Antrag der tetra r.e. GmbH zu erarbeiten, die bei Airischwand zwei Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils 199 Meter errichten will (wir haben berichtet). Ecker betonte, Au habe für das eigene Gemeindegebiet im Jahr 2013 sogenannte Konzentrationszonen ausgewiesen, auf denen Windräder gebaut werden könnten. Dabei wurde festgelegt, dass der Mindestabstand zu einem Dorfgebiet 800 Meter betragen müsse. Das Problem: Die geplanten Windräder auf dem Gemeindegebiet von Nandlstadt seien nur rund 750 Meter von Haslach auf Auer Flur entfernt. Schon allein aus Gründen der Gleichbehandlung müsse man also das Vorhaben der tetra GmbH ablehnen.

Auch für die zahlreich anwesenden Zuhörer wurde dann die 17-seitige Stellungnahme des Rechtsanwalts verlesen, die selbstverständlich im Wesentlichen dieselben rechtlichen Argumente gegen das Projekt aufführt wie die Stellungnahme, die vergangene Woche in Nandlstadt vorgetragen wurde. Das vorgelegte Schallgutachten sei schlicht „nicht verwertbar“, der vom Landratsamt erteilte Vorbescheid müsse zurückgenommen werden, weil zu diesem Zeitpunkt schon klar gewesen sei, dass die sogenannte 10 H-Regelung kommen werde, die Stellungnahmen zum Landschafts- und zum Denkmalschutz seien „absolut unzureichend“, die Vorgaben des Windenergieerlasses von 2016 seien nicht berücksichtigt worden, bei allen Untersuchungen sei ein „erhebliches Erfassungsdefizit“ zu verzeichnen, außerdem fehlten wichtige Unterlagen und Gutachten.

Die Mehrheit der Auer Marktgemeinderäte schloss sich den Aussagen des Rechtsanwalts an, vertraute auf die angegebenen Paragrafen und Urteile. Zudem betonte die Mehrheit, dass man eben auch für die Haslacher auf der Einhaltung von 800 Meter Anstand bestehen müsse. Martin Hellerbrand (CSU) beispielsweise betonte, die rechtliche Stellungnahme liefere „genug Argumente“ gegen die Windräder, es sei eine Chance, die Gleichbehandlung aller Bürger von Au zu gewährleisten. Wie fast alle Gemeinderäte versicherte auch Franz Asbeck (FWG), er sei ja für Windenergie, „aber nicht auf Kosten der Bürger“. Es gebe viele andere Gegenden, wo man Windräder bauen könne. Karl Ecker war „betroffen“, dass das Thema Naturschutz in dem Antrag fast keine Beachtung finde.

Doch es gab Stimmen, die das anders sahen und die Stellungnahme von Rechtsanwalt Brauns nicht befürworteten: Da war Barbara Prügl (GoL), die zunächst sagte, sie sei „erschrocken“ gewesen darüber, mit welcher Emotionalität bei der Infoveranstaltung am 8. März dazu aufgerufen worden sei, die Gemeinderäte „anzugehen“. Prügl sagte, sie könne die Urteile in der Stellungnahme nicht nachvollziehen, der Vorbescheid des Landratsamts sei nach der damals gültigen Rechtslage erfolgt, es handele sich zudem um einen Vorbescheidsantrag, weshalb „klar ist“, dass noch nicht alle Gutachten und Unterlagen vorlägen. Wenn sie also abwägen müsse, ob sie für Atomkraft und Kohleabbau sei oder dafür, auf 50 Meter Abstand zu verzichten, dann sei sie für die saubere Form der Energieerzeugung. Ähnlich argumentierte ihr Fraktionskollege Michael Altmann. Und GoL-Rat Klaus Stuhlreiter betonte, er wohne seit 15 Jahren gegenüber der Windkraftanlage in Sünzhausen. Und deshalb frage er sich: „Wovor soll man die Bürger schützen?“ Er könne keinerlei Beeinträchtigungen feststellen. Doch die drei GoL-Vertreter waren in der Minderheit, die vorgelegte Stellungnahme wurde vom Marktgemeinderat verabschiedet.

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