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Michael Hillebrand wurde eine politische Veranstaltung zum Verhängnis.

Infektionsgefahr

CSU-Bürgermeisterkandidat: So erlebt er die Coronavirus-Quarantäne

  • Manuel Eser
    VonManuel Eser
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Wegen Infektionsgefahr muss der Auer Bürgermeisterkandidat Michael Hillebrand noch tagelang in Quarantäne bleiben. So erlebt er die Ausnahmesituation:

Au/Hallertau – Für Michael Hillebrand (CSU) ist der Wahlkampf so gut wie zu Ende. Der Auer Bürgermeisterkandidat befindet sich in Quarantäne, weil er Kontakt mit dem Patienten hatte, der sich im Landkreis Freising als erstes mit dem Coronavirus infiziert hatte. Der 50-Jährige bleibt gelassen. Mehr Angst als das Ergebnis seines Abstrichs, das noch aussteht, bereitet ihm sein Fernsehgerät.

Laut Gerüchteküche müssten Sie im Krankenhaus Freising liegen.

Das Gerücht, dass ich am Cornavirus erkrankt sei, habe ich auch schon gehört. Das stimmt aber nicht. Tatsache ist, dass ich unter häuslicher Quarantäne stehe. Ich fühle mich aber pumperlgsund.

Wie sind Sie denn in die Situation geraten?

Ich war beim Politischen Aschermittwoch des CSU-Kreisverbands in Tegernbach dem Mann von den Stadtwerken gegenübergesessen, der als erster Infizierter feststand. Deshalb bin ich seit Sonntagmittag vorsorglich in Quarantäne.

Wie haben Sie die schlechte Nachricht erfahren?

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts hat sich bei mir telefonisch gemeldet. Ich wurde gefragt, ob es mir möglich sei, zu ihnen zu kommen, ohne dabei in Kontakt zu anderen Leuten zu treten. Ich bin dann mit dem Auto hingefahren, und wurde vor dem Eingang des Gesundheitsamts von Mitarbeitern in Schutzanzügen in Empfang genommen.

Schutzvorkehrung: Durch den Hintereingang ins Gebäude

Wie ging es weiter?

Ich wurde über den Hintereingang ins Gebäude geführt und in ein Zimmer gebracht, das sich gleich links neben dem separaten Eingang befindet. Dort wurde dann ein Abstrich gemacht. Anschließend habe ich mich in Quarantäne begeben und politische Mitstreiter, Arbeitskollegen und Familienangehörige informiert.

Die müssen aber noch nicht in Quarantäne?

Nein – nur dann, wenn ich wirklich infiziert wäre.

Wie lange müssen Sie jetzt zu Hause ausharren?

Bis zu 14 Tagen vom Zeitpunkt des Kontakts mit der infizierten Person an. Denn so lange schätzt man die Inkubationszeit. Das heißt, dass ich – egal ob nun der erste Abstrich positiv oder negativ ist – bis 11. März in Quarantäne bleiben muss.

Quarantäne: „Es bringt nichts, sich aufzuregen“

Viel Zeit zum Däumchendrehen.

Man kann die Maßnahme jetzt gut finden oder nicht, aber es bringt nichts, sich aufzuregen, da ich es ohnehin nicht ändern kann. Ich hoffe nur, dass der Fernseher nicht kaputt geht.

Sie wohnen mit Ihrer Mutter zusammen im Haus. Hat die nun Angst, sie könnte sich eventuell bei Ihnen anstecken für den Fall, dass Sie doch infiziert sind?

Meine Mutter hat zehn Kinder großgezogen. Die hat vor überhaupt nichts Angst. Ich halte natürlich angemessen Abstand. Auf der anderen Seite können wir uns jetzt nicht wochenlang aus dem Weg gehen. Wir essen zum Beispiel miteinander.

Bürgermeisterkandidat: „Mir fehlt bisher nichts.“

Von der Quarantäne aus müssen Sie nun hilflos dabei zusehen, wie die anderen Auer Bürgermeisterkandidaten weiter Wahlkampf machen können, während Sie außer Gefecht gesetzt sind.

Ich sehe da keine Wettbewerbsnachteile. Ich habe schon viele Menschen erreicht, und ich glaube, dass die Auer Bürger so kurz vor der Wahl schon wissen, wen sie wählen.

Haben Sie schon Briefwahl beantragt – für den Fall des Falles?

Noch nicht. Ich stehe in Kontakt mit der Gemeinde, und könnte bis Freitag Briefwahl beantragen. Aber wie gesagt: Mir fehlt bisher nichts. Ich bin wirklich guter Dinge.

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