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Das Gasthaus Zur Post in Abens (vorne) soll bald wieder seine Pforten öffnen. Der dazugehörigen Stadl (hinten), der lange als Schandfleck bezeichnet worden war, wurde bereits abgerissen. An der Stelle soll nun ein Mehrfamilienhaus errichtet werden.

Aus dem Gemeinderat Au

Einstiger Schandfleck in Abens soll neue Ortsmitte werden

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Au/Abens - Auf dem Areal des ehemaligen Gasthauses Zur Post in Abens soll ein Mehrfamilienhaus für insgesamt 56 Personen errichtet werden. Zudem wird die Wirtschaft revitalisiert. 

Für seine Mitarbeiter möchte das Logistik- und Transportunternehmen Scherm mit Sitz in Karlskron Wohnraum schaffen. Deshalb hat die Firma vor zwei Jahren das Areal der ehemaligen Poststelle und späteren Wirtschaft Zur Post in Abens erworben. Der einstige Stadl, der von vielen Bürgern oft als Schandfleck bezeichnet worden war, wurde bereits abgerissen. Dort soll nun ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohneinheiten á vier Betten, verteilt auf drei Etagen, entstehen. Insgesamt sollen 56 Mitarbeiter dort eine Bleibe finden. Ganz wichtig: „Ein Lkw-Parkplatz ist nicht geplant – es soll auch kein Lkw-Verkehr entstehen“, sagte Maximilian Roos von der Holding mit Blick auf die Fahrer, die hier untergebracht werden sollen.

Darüber hinaus möchte das Unternehmen die ehemalige Gaststätte wiederbeleben: Dabei soll nicht nur die Wirtschaft wieder in Betrieb gehen, sondern es sollen auch sechs Pensionszimmer mit insgesamt 15 Betten eingerichtet werden.

Vielen Gemeinderäten gefiel das Vorhaben. „Ein altes Gebäude wiederzubeleben finde ich gut“, sagte etwa FWG-Gemeinderat Heiner Barth. „Was aber nicht zu bewältigen ist, sind die Parkplätze“, gab er zu Bedenken. Die Parksituation war auch einigen anderen Räten ein Dorn im Auge. 56 Mitarbeiter macht 56 Autos, lautete die simple Rechnung des Gremiums, dazu kommen die Gäste der Wirtschaft.

Wohnraum schaffen und den Gasthof revitalisieren wollen (v. l.) Architekt Maximilian Hechinger sowie Elzbiete Kepe und Maximilian Roos von der Scherm-Holding.


Roos gab zu, dass „die Parkplatz-Situation das schwierigste Thema“ sei. Doch nach Abstimmung mit dem Landratsamt Freising und gemäß der Stellplatzverordnung für Arbeiterwohnheime werden auf dem Grundstück 46 Parkplätze ausgewiesen. „Das ist rechtlich akzeptabel“, sagte 2. Bürgermeister Hans Sailer, der in Vertretung von Bürgermeister Karl Ecker die Sitzung leitete. Roos versuchte das Gremium zu beruhigen: „Es wird nicht so sein, dass jeder mit seinem eigenen Pkw kommt“, sagte er im Hinblick auf die Mitarbeiterunterkunft. Das Unternehmen setze auf Fahrgemeinschaften.

Das sah Franz Asbeck anders: In Abens habe man keine Busanbindung und keinen Supermarkt – „da braucht man immer das Auto“. Zumal für ihn „das Gebäude in dieser Dimension zu groß“ sei. Ähnliche argumentierte auch Heiner Barth, der von einer „Überbevölkerung“ des kleinen Dorfs Abens warnte.

GoL-Markträtin Barbara Prügl sah in dem Vorhaben eine „Bereicherung für Abens“: „Das schafft eine Ortsmitte.“. Und auch Florian Schwaiger (CSU/PfW), der in Abens wohnt, brach eine Lanze für das Projekt: „Ich habe nichts gegen 14 Wohneinheiten. Und vom Ausschauen her ist es sehr annehmbar.“ Auch Gerhard Stock (FWG) „kann damit leben“. Gegen die Stimmen von Josef Zellner und Stefan Grünberger (beide FWG) wurde dem knapp 43 Meter langen Mehrfamilienhaus zugestimmt. Der Bauantrag bezüglich der Gastwirtschaft ging einstimmig durch.

Wenn alles nach Plan läuft, wird das Projekt im nächsten Jahr in Angriff genommen – „und vielleicht sogar fertig gestellt“, kündigte Roos an. Der Gemeinderat sollte bis dahin „seine Hausaufgaben machen und den Radwegbau vorantreiben – auch in Richtung Abens“, forderte Beatrix Sebald (FWG) abschließend.

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