Faschingsgaudi in Au: So bunt war der Umzug auf der Hauptstraße.
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Gaudiwurm auf der Hauptstraße

Faschingsumzug in Au: Von Serviettenregen bis Schrottmuseum

Au/Hallertau – Jede Menge Zugkraft hatte der Auer Faschingsumzug am Sonntag: Tausende Besucher säumten die Hauptstraße, durch die sich 38 Fußgruppen, Wagen und Musikkapellen schlängelten.

Der Zug startete mit Verspätung, erst gegen 14.20 Uhr trafen die ersten Wagen am Rathaus ein. Eine leichte Zeitverschiebung war aber an diesem Faschingssonntag nichts Ungewöhnliches: So hatte auch jemand an der Kirchturmuhr gedreht, die ihrer Zeit eine halbe Stunde voraus war.

Der Gaudiwurm hatte dann jede Menge Themen mit Lokalkolorit im Gepäck. Die „Wirtschaftskrise“ im Markt, für die vor allem der aktuell stillgelegte Schlossbräukeller gesorgt hat, griff das Gespann um Michael Schweiger, Konrad Hofmaier und Bernhard Lange auf. Das plötzliche Aus des Kellers traf den bayerischen Traditionsverein „Boarisch Gmiadlichen“ bis ins Mark, der seine Weihnachtsfeier deshalb sogar im griechischen Lokal Onassis ausrichten musste. Darauf spielten die Kicker des TSV Au mit einer großen Bratpfanne und viel Ouzo an. Vor seinem Lokal angekommen, gab Wirt Dimitri Christodoulou mit einem Papierservietten-Regen noch einen weißen Farbtupfer hinzu. Auch das Pfingstfest vom Vorjahr kam durch die Gruppe um Karl Schmid erneut zur Sprache. Denn wegen Regens war der Auftakt vom Schlossbiergarten ins Festzelt verschoben worden. Und während mancher Gast noch im eigens vom Wirt gecharterten Bus gesessen hatte, griff Bürgermeister Karl Ecker ohne Prominenz und Wirt Claus Soller zum Bierschlegel und zapfte an.

Spitze gegen Bürgermeister Karl Ecker

Diesen Tatendrang des Marktoberhaupts vermisst die Truppe um Xaver Schöpf bei der Kapelle in Seysdorf. „Oh, Maria hilf“, stand auf dem Wagen mit dem Kirchlein samt verhülltem Turm, dem ein Mini-Bittgang folgte. Credo: „Der Bürgermeister will mich nicht retten, er will mich lieber unter einer Plane verstecken.“ Auch die Grünen waren unter die Wagenbauer gegangen und hatten die große Halle der Firma Koch im Auer Industriegebiet in Miniaturgröße angefertigt. Ein passender Schriftzug durfte nicht fehlen: „Mainburg – Stadtmuseum, Wolnzach – Hopfenmuseum, Au – Schrottmuseum.“

Ganz und gar kein Schrott, sondern edle Traktoren zogen dann mehrere Wagen von Hütt’ntreffs und Burschenvereinen durch die Ortsmitte. Toll waren auch die Gruppen der Kindergärten mit einer Tierparade, die Haslacher Hexen, die eigenhändig gefertigten Perchten der Schnitzerfreunde, die Pierots vom Familienkreis oder die Skiclub-Piraten. Ein klasse Umzug, dem sich noch mehrere ausgelassene Stunden Faschingstreiben im Markt anschlossen.

Martin Hellerbrand

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