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Kandidiert für den Bundestag: Thomas Neudert (40). Im Auer Schlossbräukeller fand am Donnerstag die Kandidaten-Kür statt – vor 16 FDP-Mitgliedern.

Liberaler Bundestagskandidat

FDP: Thomas Neudert will nach Berlin - und gibt sich kämpferisch

Au/Hallertau - Thomas Neudert aus Wolnzach möchte für die FDP in den Bundestag einziehen. Bei seiner Kandidatenkür in Au stellte er seine Themen vor und ließ kein gutes Haar an der Konkurrenz von SPD, CSU und AfD.

Ganz offiziell kürten am Donnerstag 16 FDP-Mitglieder den 40-jährigen Thomas Neudert aus Wolnzach zu ihrem Bundestagsdirektkandidaten. Zuvor zeigte sich der zweifache Familienvater mit Oberpfälzer Wurzeln kämpferisch, bezeichnete die AfD als „Sammelbecken von Angsthasen und Angstmachern“ und die Rente mit 63 als „Geschenk der SPD an eine bestimmte Gruppe“. Auch der amtierende MdB Erich Irlsdorfer (CSU) bekam sein Fett weg: „Man sieht ihn nur auf Parteiveranstaltungen“.

Die Malztenne im Schlossbräukeller bildete den Rahmen für die Kandidatenkür. Mit Au hatten sich die FDP räumlich für die Mitte des Wahlkreises entschieden, der neben den Landkreisen Freising und Pfaffenhofen auch Teile von Neuburg/Schrobenhausen umfasst. Im Mittelpunkt stand natürlich die Vorstellung und Wahl von Thomas Neudert. In Tirschenreuth geboren, lebt der studierte Diplom-Kaufmann seit 2007 mit seiner Frau und den beiden Kindern in der Hallertau. Der Erasmus-Student hat an der Fern-Uni Hagen den Bachelor in Jura hinzugefügt, seit 2002 ist der „Oberstleutnant der Reserve“ nun beim Rückversicherer Munich Re als Controller tätig.

Ursprünglich Neudert CSU-Mitglied, doch dann...

Dem Lebenslauf folgte seine politische Vita, die in der JU und CSU begann. Dort habe er sich engagiert, auch mehrere Ehrenämter bekleidet, jedoch erfolgte 2011 sein Austritt. Die Wolnzacher CSU sei der Grund für diese Entscheidung gewesen. Details sparte sich Neudert, der seit 2014 nun in der FDP eine neue politische Heimat gefunden hat.

Konkreter wurde er dann bei seinen Themen. So geißelte der Kandidat die kontinuierliche Erhöhung der Strompreise und bezeichnete die EEG-Umlage als hauptverantwortlich. Auch Entscheidungen wie das Aus für das Gaskraftwerk in Irsching oder auch der Plan, drei weitere Windräder in Pfaffenhofen aufzustellen, befand er als unsinnig. „Pfaffenhofen ist einer der windärmsten Landkreise im Land.“ Mit Sätzen wie „Wir sind keine Klimaverneiner, sondern für echte CO2-Reduzierung“ oder „Entweder das EEG muss weg oder deutlich reduziert werden“ erntet der 40-Jährige viel Applaus.

Pro dritte Startbahn

Zu Neuderts Bedauern werde bei der Flüchtlingspolitik das Engagement der ehrenamtlichen Helfer zu wenig gewürdigt. Große Defizite gäbe es auch in der Steuerpolitik, wo die Bürger von den enormen Haushaltsüberschüssen wenig hätten. Die Abschaffung des Soli-Zuschlags mit jährlich 15 Milliarden Euro Einnahmen sei überfällig, auch die hohen Substanzsteuern waren dem FDP-Mann ein Dorn im Auge. Mehr Einfallsreichtum forderte er bei der Rente. Seine Idee: ein Finanzierungsmodell, das den Baustein Aktien verstärkt in die Rentenberechnung einbeziehe. Die Rechenweise war aber nicht jedem gleich verständlich, was eine Nachfrage offenbarte.

Zur dritten Startbahn verlor der Kandidat kein Wort – zumindest, bis Siegfried Hartmann aus Reihen der Freisinger Liberalen das Thema aufgriff. Die Wichtigkeit des Flughafens für Bayern sei unbestritten, so Neudert, weshalb er grundsätzlich den Bau der dritten Startbahn unterstütze. Allerdings nur, wenn dies nachweislich und dauerhaft durch einen Anstieg des Flugverkehrs gerechtfertigt sei. Daneben kündigte der Liberale an, sich für Betroffene einzusetzen, was etwa mit einem Ausgleich im Rahmen eines Mediationsverfahrens möglich sei.

Martin Hellerbrand

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