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Zum Neujahrsempfang der FU wurde die Integrationsbeauftragte der Staatsregierung, Kerstin Schreyer (4. v. l.), von der Kreisführung mit (v. l.) Heike Kirst, Monika Hermann, Gabi Partsch, Sabine Woppmann, MdL Florian Herrmann und Karin Linz begrüßt.

Integrationsbeauftragte der Staatsregierung 

Gleichberechtigung ist „nicht verhandelbar“

Das Thema „Integration“ stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs des Kreisverbands der Frauenunion. Dafür lud Kreisvorsitzende Monika Hermann die Mitglieder am Samstagnachmittag ins Bauernhofcafe nach Dobl.

Reichertshausen – Die Rolle des Hahns im Korb übernahm CSU-Kreisvorsitzender Florian Herrmann, der sich bei den rund 70 Damen dem Thema entsprechend „bestens integriert“ sah. Herrmann: „Nicht spalten, sondern zusammenführen ist die zentrale Botschaft beim Thema Integration.“ Dieses Vorhaben sei auch in der CSU trefflich umgesetzt worden, so der Abgeordnete in einem kurzen Abstecher zur Lösung der Doppelspitze Söder und Seehofer: „Die besten Personen müssen an der richtigen Stelle sein und in die gleiche Richtung ziehen.“

Dann aber galt das Hauptinteresse dem Gast, der Integrationsbeauftragten der Staatsregierung, Kerstin Schreyer. Seit drei Monaten ist 46-Jährige im Amt. Gleich zu Beginn schilderte sie ihre Eindrücke, die sie im Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos gewinnen konnte. „Das Humanitäre funktioniert nur mittelprächtig“, gab Schreyers offen zu, die generell für dieses Problem nur einen Ausweg sah: „Wir werden in Richtung einer europäischen Lösung gehen müssen.“ Dass es auch in Deutschland Unterschiede gäbe, machte die Integrationsbeauftragte an Zahlen fest. So müssten Kommunen in Nordrhein-Westfalen rund 80 Prozent der Kosten für die Erstunterbringung selbst bezahlen und das Land steuere nur 20 Prozent dazu, während in Bayern der Freistaat den Betrag zu 100 Prozent decke. Grund: „Die Motivationslage der Kommune steigt mit Sicherheit nicht, wenn sie auf den Kosten sitzen bleibt.“

Integration sei aber kein „aufeinander zu bewegen“, so die studierte Sozialpädagogin. So seien Punkte wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Religionsfreiheit sowie Recht, Polizei und Justiz „nicht verhandelbar“, so Schreyer. Dabei sei die Einbindung ein „Muss“, , schließlich hätten mit drei Millionen Menschen in Bayern rund 23 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund. In Städten sogar deutlich mehr – zum Beispiel München mit 40 und Augsburg mit 46 Prozent.

Als großes Projekt sieht die Abgeordnete die bessere Integration von türkischen Frauen. So leben in Bayern 336 000 Menschen mit türkischen Wurzeln, von denen viele keinen Beruf erlernt hätten. Vielen drohe Altersarmut, zudem sei der Bedarf an Pflegekräften groß. Warum nicht beiden Seiten lindern helfen, so Schreyer, die ein Projekt vorstellte, das demnächst türkischen Frauen eine Ausbildung in der zu Altenpflege ermögliche.

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