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Den Wochenmarkt hat Bürgermeister Karl Ecker (mit Mikro) noch nicht aufgegeben. Er hofft auf Ersatz für zwei Standbetreiber, die künftig nicht mehr nach Au kommen. Das Hopfenfest wird in Au seit 1950 gefeiert. Zuletzt bewirtete es der Gastronom Claus Soller, der den Auftrag wegen seiner Insolvenz nicht mehr erfüllen kann.

Festwirt und Marktbeschicker gesucht

Großes Bangen um das Auer Hopfenfest und den Wochenmarkt

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Au/Hallertau - Nachfolger gesucht: Beim Auer Hopfenfest fehlt ein Festwirt, dem Wochenmarkt gehen die Verkäufer aus. Der Bürgermeister bleibt trotzdem optimistisch.

In Au stehen gleich zwei Veranstaltungen vor dem Aus: Die Zukunft des Hopfenfests ist nach dem Rückzug des Festwirts Claus Soller ungewiss. Und auch dem Wochenmarkt droht ein baldiges Ende, weil wichtige Standbetreiber wegbrechen. Bürgermeister Karl Ecker hat die Hoffnung auf einen Fortbestand für beide Termine aber noch nicht aufgegeben, wie er uns im Interview schildert.

- Herr Ecker, für das Hopfenfest sieht es nach der Insolvenz des Festwirts düster aus...

Also, ich möchte da jetzt noch keine Kremess feiern. Wir bemühen uns in der Gemeinde sehr, eine Nachfolge zu finden, und wir haben auch schon ein paar gute Anregungen erhalten.

- Ist es denn so schwierig, einen Wirt zu finden?

Es geht ja nicht nur darum, dass da ein Wirt sitzt, sondern einer, der’s aus Überzeugung macht. Das Fest hat eine große Tradition, es existiert seit 1950, seit der 600-Jahr-Feier zur Markterhebung.

- Wie werden Sie weiter vorgehen?

Ich alleine, und das möchte ich betonen, werde es nicht im Kreuz haben. Da müssen wir alle gemeinsam anpacken. Ich kann ja nicht jeden Tag losfahren und einen Wirt suchen. Aber gerade bereite ich eine Sondersitzung des Kulturausschusses vor, das ohnehin geplante Treffen haben wir aus aktuellem Anlass vorgezogen. Und ich habe auch einige dienliche Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, die waren nicht schlecht.

„Zusammenhalt in der Bevölkerung wächst“

- Bei der Bürgerversammlung am Freitag?

Ja. Dieses Mal war eine Entwicklung sehr auffällig, die mich sehr freut. Die Bürger haben nicht nur dies und das von uns gefordert, sondern gefragt: Was kann ich machen, wie kann ich helfen? Solche Töne kommen zuletzt immer öfter aus der Bevölkerung, etwa bei Themen wie dem Radweg oder der Realschule. Da gibt’s viele Aktionen, durch die der Zusammenhalt wächst.

- Eine zweite Baustelle ist derzeit der Wochenmarkt: Auch dessen Zukunft steht in den Sternen, nachdem der Betreiber eines Gärtnerstands gestorben ist und ein Obst- und Gemüsehändler seinen Rückzug zum Jahresende angekündigt hat. Ist der Markt da noch zu retten?

Die neuen Umstände sind mir erst seit vergangenem Mittwoch bekannt. Wir haben das jetzt schnell öffentlich gemacht, damit sich mögliche Nachfolger rechtzeitig melden können.

Diese Bedingungen müssen Marktleute erfüllen

- Welche Marktbeschicker werden gesucht? Und welche Voraussetzungen müssen sie mitbringen?

Wir brauchen einen Gemüse- und Obsthändler. Der Markt ist immer am Mittwochvormittag, das wurde damals auf Wunsch der Händler so festgelegt. Ich hätte auch nichts gegen einen Markt am Freitag oder Samstag, aber da werden wir uns wohl den größeren Märkten wie etwa in Freising unterordnen müssen. Wichtig ist uns nur, dass es einen festen wöchentlichen Termin gibt und dass die Marktbesucher ein tolles Angebot erhalten. Es sollten vorrangig regionale Produkte angeboten werden und die Teilnahme sollte regelmäßig stattfinden. Eine kleine Winter- und Sommerpause ist natürlich okay.

- Angenommen, es finden sich keine Nachfolger: Was wäre Au ohne seinen Wochenmarkt?

Bis vor zehn Jahren hatten wir gar keinen, das Leben würde also weitergehen. Aber es wäre schade drum. Der Markt ist zur festen Institution geworden, ein schöner Treffpunkt. Und auch sehr günstig gelegen: Um halb 9 Uhr ist ja Gottesdienst, der Marktplatz liegt direkt neben der Kirche. Zuletzt hat sich zu den Ständen noch ein Metzger dazugesellt, es waren auch je nach Saison Spargelverkäufer oder mal der Messerschleifer zu Gast. Ich habe auch immer wieder Besucher aus dem Raum Rudelzhausen bei uns gesehen. Es steckt also einiges an Potenzial dahinter. Ich glaube, es ist nicht so aussichtslos, und der Markt wird weitergehen.

Narrhalla Nandlstadt: Wirt gefunden

Von der Insolvenz des Gastronomen Claus Soller war auch die Narrhalla Nandlstadt betroffen: Plötzlich musste ein neuer Partner für die Bewirtung der Faschingsbälle aufgetrieben werden. Das FT half mit einem Aufruf in der Zeitung bei der Suche mit – die nun erfolgreich abgeschlossen ist: „Es hat sich gelohnt, wir haben einen neuen Wirt“, heißt es in einem Schreiben der Narrhalla. Künftig werde der Gastronomiebetrieb Anthofer aus Mainburg den Verein bei der Bewirtung unterstützen.

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