Traktor bei der Ernte im Hopfengarten
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Ende August ist Erntezeit in der Hallertau. Dazu hat der Verband Deutscher Hopfenpflanzer nun ein Fazit der bisherigen Saison gezogen und eine Prognose für die zu erwartenden Erträge herausgegeben. (Symbolfoto)

Branche erlebt spannendes Jahr

Herausforderungen für Hallertauer Hopfenpflanzer: Verband bilanziert Saison und gibt Ernteprognose

In der Hallertau steht die Ernte bevor. Doch wie steht es um den Hopfen und auf welche Erträge kann die Branche hoffen? Der Pflanzerverband gibt Antworten.

Hallertau – Auch im Jahr 2021 bleibt es laut Deutschem Hopfenpflanzer-Verband spannend in der Branche: Zum einen spürt die weltweite Hopfenwirtschaft die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Zum anderen wird im deutschen Hopfenbau seit 2019 von einer neuen Krankheit, dem Citrus Bark Cracking Viroid (CBCVd), berichtet, die erheblichen Schaden an den Hopfenpflanzen verursachen kann. Neben einem kurzen Rückblick zum Hopfenjahr 2021 in Deutschland hat der Pflanzerverband wie jedes Jahr vor Beginn der Hopfenernte die offizielle Hopfen-Ernteschätzung für Deutschland veröffentlicht.

Ausländische Saisonkräfte

Im Jahr 2021 sind die Hopfenpflanzer hierzulande bereits Experten im Umgang mit der Corona-Pandemie. Durch Infoveranstaltungen und Dokumente zum Download sorgen die Regionalverbände der Pflanzerorganisationen dafür, dass die Landwirte immer auf dem aktuellsten Stand der gültigen Regelungen zu Hygienekonzepten bei Saisonarbeitskräften sind. Die gute Umsetzung der Vorschriften zeige sich laut Verband immer wieder bei Kontrollen der zuständigen Gesundheitsämter. Die Saisonarbeitskräfte konnten in diesem Frühjahr unter Beachtung aller Vorgaben wieder auf dem Landweg einreisen. Somit waren die Betriebe in der Lage, die Frühjahrsarbeiten in der laufenden Saison fast in gewohnter Weise durchführen.

Erkrankte Pflanzen

Seit dem ersten Nachweis des CBCVd in der Hallertau im Jahr 2019 wird die Verbreitung dieses Viroids genau untersucht. Auch im Jahr 2021 ist laut Verband ein risikobasiertes Monitoringprogramm durch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft erfolgt, wobei jeder Hopfenpflanzer zusätzlich Proben von auffälligen Pflanzen einreichen konnte. Durch das Monitoringprogramm 2021 wurde demnach festgestellt, dass das CBCVd weiterhin nur in den bisher bekannten Befallsregionen auftritt. In den aktuellen Gebieten konnten durch das Monitoring jedoch drei weitere betroffene Hopfenbaubetriebe ermittelt werden. Bei den neu entdeckten Höfen wurden nur punktuell auftretende Infektionen mit CBCVd festgestellt.

Gemischte Ernteprognose

Trotz der kühlen Witterungsverhältnisse im Frühjahr und den damit einhergehenden Wachstumsrückständen im Vergleich zu den vergangenen Jahren konnten die Hopfenbestände diesen Rückstand vor allem im Juni und Juli aufholen, heißt es im Bericht des Verbands. Somit seien aktuell gut entwickelte Hopfenbestände zu sehen. Die hohen Niederschlagsmengen sorgten dafür, dass der Hopfen über die gesamte Wachstumsperiode mit ausreichend Wasser versorgt wurde. Gleichzeitig war der Niederschlag dafür verantwortlich, dass teilweise nur begrenzte Zeitfenster für Pflanzenschutzmittelbehandlungen verfügbar waren.

Im Vergleich zum Jahr 2020 ist zwar der Ertragsausfall durch die Welke geringer, bedingt durch die hohen Niederschlagsmengen hatten jedoch Pilzkrankheiten ideale Wachstumsbedingungen. Echter Mehltau und Peronospora mussten in diesem Jahr regelmäßig bekämpft werden, wobei laut Verband besonders das häufige Auftreten von Peronospora hervorgehoben werden muss. Der Mehltau war im aktuellen Jahr auffällig früh aufgetreten, sodass auch hier entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig waren.

Insgesamt war die Erhaltung der Pflanzengesundheit bei der deutschen Hopfenproduktion 2021 eine Herausforderung, die mit entsprechendem Aufwand gemeistert werden konnte. Dennoch ist derzeit noch unklar, ob aufgrund der zahlreichen Niederschläge die äußere Qualität der Ernte 2021 das Niveau der Vorjahre erreichen kann. Bei den Alphawerten sind die Hopfenpflanzer etwas optimistischer. Erste Hinweise lassen auf gute Werte hoffen.

Die Hopfenernte beginnt Ende August. Die offizielle Ernteschätzung im Anbaugebiet Hallertau fand dazu in dieser Woche am Dienstag und Mittwoch statt. Auf einer Gesamtanbaufläche von 17.122 Hektar wurde ein Ertrag von 823.000 Zentnern geschätzt. In den übrigen Anbaugebieten wurde ebenfalls in den vergangenen Tagen die Schätzungen vorgenommen. In Tettnang werden 57.685, in Elbe-Saale 61.171 sowie in Spalt 14.600 Zentner erwartet. Im Anbaugebiet Bitburg hatte Mitte Juli ein starkes Unwetter große Teile der Hopfenfläche zerstört. Die geschätzte Erntemenge für 2021 hat sich dadurch halbiert und wird mit 450 Zentner prognostiziert. Dies ergibt eine Gesamtmenge von 956.906 Zentner für das Bundesgebiet – und liegt damit etwa zwei Prozent über der Erntemenge 2020.

Verkauf gesichert

Nach einiger Zeit fast ohne Marktaktivitäten zwischen Hopfenpflanzern und Handelshäusern gibt es laut Informationen des Hopfenpflanzer-Verbands seit Mai wieder Vertragsangebote vonseiten der Handelshäuser an die Produzenten. Hierbei werden vor allem Verträge für die Sorten Herkules, Polaris, Perle, Hallertauer Tradition und Hersbrucker angeboten. Die Laufzeit der Verträge reicht laut Bericht bis zum Jahr 2031, wobei auch kürzere Vertragslaufzeiten vereinbart werden können. Die Vorvertragsquote der nächsten fünf Jahre sei bereits sehr hoch, was bedeute, dass ein sehr hoher Anteil der deutschen Anbaufläche bereits unter Vertrag stehe und der Verkauf der Hopfen für die deutschen Pflanzer bereits gesichert sei.
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