In Münsing soll ein Haus der Kinder entstehen, darin ist man sich im Gemeinderat einig. Für die Grünen hat das Projekt höchste Priorität. Ihr Voranpreschen gefällt nicht allen Kollegen.
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Eltern haben ein Recht auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Doch weil Personal fehlt, kann die Marktgemeinde Au dieser Verpflichtung nicht nachkommen.

Bürgermeister: „Die Gemeinde trifft keine Schuld“

Kindergärten in Au mit Warteliste: Akuter Fachkräftemangel schlägt durch

Die Marktgemeinde Au kann den Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte nicht allen Eltern erfüllen. Der Fachkräftemangel schlägt voll durch.

Au/Hallertau – Das Fachpersonal fehlt: Den Rechtsanspruch auf einen Platz in den Kindertagesstätten der Marktgemeinde Au könne man derzeit nicht allen Eltern erfüllen. Das berichtete Bürgermeister Hans Sailer in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstag. Dass Erzieherinnen und Erzieher fehlten, sei keine Schuld der Kommune, sondern ein Fachkräfte-Engpass, der nur auf politisch höherer Ebene gelöst werden könne.

„Wir werden die politischen Mandatsträger in die Pflicht nehmen“, kündigte der Auer Ortschef an.

Im Kindergarten Maria de la Paz stünden derzeit sieben Kinder auf der Warteliste, im Kindergarten am Vogelhölzl ein Kind. In der Kinderkrippe seien es sogar elf Kinder. Außerdem habe man vielen Eltern für das kommende Kindergartenjahr eine Absage aussprechen müssen, berichtete Sailer.

Die Marktgemeinde Au trifft keine Schuld

Und das sei auch der Grund dafür, warum er diesen Punkt ohne Beschluss auf die Tagesordnung der Sitzung gesetzt habe. „Wir möchten den Eltern kommunizieren, dass die Gemeinde keine Schuld trifft.“ Ganz im Gegenteil, wie 3. Bürgermeisterin Beatrix Sebald klar stellte.

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Als sich der Fachkräftemangel in den vergangenen Jahren auch bedingt durch die Corona-Pandemie noch einmal verschärft habe, hätten sich einige Mütter bereit erklärt, den Engpass ein wenig zu entzerren. Sogar weibliche Fachkräfte aus der Marktverwaltung im Rathaus seien als „Hilfspersonal“ in den Kinderbetreuungsstätten eingesprungen. „Wenn Sie uns ab Herbst im Rathaus nicht erreichen, sind wir in den Kindergärten“, warf Sailer ein und lachte.

Das Dilemma werde sich laut Bürgermeister in Zukunft noch verschärfen

Aktuell versuche man wieder die freien Stellen, die aufgrund des Fachkräftemangels nicht besetzt werden könnten, durch Hilfskräfte auszugleichen. Allerdings habe dies zur Folge, dass der Anstellungsschlüssel, der für die Förderung durch das bayerische Kindergarten- und Betreuungsgesetz (BayKiBig) relevant sei, teilweise nicht mehr erreicht werde, so der Bürgermeister. Das führe dazu, dass der Markt Au eine Förderkürzung erhalte. Verschärfen werde sich das „Dilemma“, wenn der Rechtsanspruch ab Mitte 2026 auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter umgesetzt werden müsse. „Die Situation, die sich dann präsentieren wird, ist nicht abzusehen“, so der Rathauschef.

Die an der staatlichen Fachakademie in Freising ausgebildeten Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen seien definitiv „zu wenig“. „Wir möchten jedem Kind einen Platz bieten, aber die Möglichkeiten sind begrenzt“, meinte Sailer. „Und das sollen die Eltern wissen. Druck auf die Aufsichtsbehörde zu machen, das sei an der Zeit, meinte Marktgemeinderat Sebastian Röhrig, der für die Eltern sprach. Und das werde man auch tun, kündigte Sailer an. Man werde den politischen Mandatsträgern auf den „Zahn fühlen“.

Maria Martin

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