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Prosit dem Grünen Gold: Gemeinsam mit ihrem wiedergewählten Vorstandskollegen Wolfgang Ruther aus Tettnang stieß die HVG-Spitze um Gudrun Höfter und Vorsitzenden Johann Pichlmaier (v. l.) auf eine gute Zusammenarbeit in der Erzeugergemeinschaft an.

HVG-Versammlung in Mainburg

Konkurrenzdruck aus den USA wird für Hallertauer Hopfenpflanzer stärker

Während beim Branchentreffen der Hopfenvermarkter zwar eine positive Bilanz gezogen wird, blickt man dennoch mit angespanntem Blick Richtung USA.

Hallertau/Mainburg – Zwar stimmen Marktlage, Rahmenbedingungen und Bilanzergebnis zuversichtlich, im Hopfenbau können sich die Zeiten aber schnell ändern. Das verdeutlichte jetzt der Vorsitzende der Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG), Johann Pichlmaier, bei der Vertreterversammlung in der Stadthalle Mainburg. „Unser Geschäft ist in den vergangenen Jahren nicht nur größer, sondern komplexer geworden“, stellte Pichlmaier fest, der die HVG aber auf dem richtigen Weg sieht: „Wir können insgesamt zufrieden sein.“

Denn nach einer Zeit, als der Ertrag der Bauern meist nur die Herstellkosten deckte, kam in den vergangenen Jahren wieder Leben in den Kontraktmarkt. Die Folge: Der Handel bot langfristige Verträge mit angemessenen Preisen je Sorte, die die Pflanzer mögliche Investitionen leichter für die Zukunft planen lassen. Auch die HVG als Hopfenvermarkter profitiert von dem Trend, wie das Ergebnis des Rechnungsjahres 2016/17 aufzeigte. 

Ergebnis doch nicht so schlecht wie befürchtet

Zwar reduzierte sich der Gewinn zum Vorjahr von 2,35 auf 1,6 Millionen Euro (Stichtag 30. Juni 2017), jedoch erhöhten sich die Rückstellungen und damit die Eigenkapitalquote auf nunmehr 60 Prozent. Ebenso hätten die Mitglieder eine erhöhte Ausschüttung bekommen. „Die HVG steht solide da“, zollte Jens Glaser vom Genossenschaftsverband den HVG-Verantwortlichen Lob. Das hörte auch Aufsichtsratsvorsitzender Adolf Schapfl gerne.

Über das aktuelle Geschäftsjahr, also die Vermarktung der Ernte 2017, gab HVG-Geschäftsführer Pichlmaier Auskunft. Mit 41.600 Tonnen, nur 1000 weniger als im Vorjahr, sei das Ergebnis doch nicht so schlecht ausgefallen, wie aufgrund der schwierigen Wetterlage prognostiziert. Jedoch hätte der wichtige Wert der Alpha-Säure im Hopfen gelitten.

US-Pflanzer investieren kräftig in Fläche

Druck komme vor allem aus den USA. Dort hätten die Konkurrenten der Pflanzer kräftig in die Fläche investiert. So sei bei einigen US-Flavoursorten, die in der Craftbrewer-Szene sehr beliebt sind, bereits ein Mengenüberhang zu verzeichnen, sagte Pichlmaier. Deshalb sei davon auszugehen, dass die US-Pflanzer künftig wieder verstärkt auf Hochalpha-Sorten setzten – sehr zum Leidwesen der Hallertauer, denen der Euro beim Export zusätzliche Hürden in den Vermarktungsweg legt.

Aus Sicht der Pflanzer nannte Adolf Schapfl weitere Herausforderungen für die Hopfenbauern: Neue Einschränkungen im Pflanzenschutz sowie die steigenden Anforderungen von Konsumenten, Gesellschaft, Behörden und Gesetzgeber an die gesamte Landwirtschaft.

Martin Hellerbrand

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