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Die heutige Formation unter der Leitung von Michael Eberwein (2. v. l.) ist heute in Hohenbercha zu Gast.

70 Jahre Dellnhauser Musikanten

Die Eberwein-Dynastie bittet zum Tanz

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So richtige Proben gab und gibt es bei ihnen nicht. Dazu sind die Dellnhauser Musikanten viel zu sehr Profis und viel zu gut – und das schon seit 70 Jahren. Heute zeichnet ab 20 Uhr das Bayerische Fernsehen beim Hörger in Hohenbercha für eine Sendung auf, die nur dieser Formation gewidmet ist.

Au/Hallertau – Seit 1948 gibt es die Dellnhauser Musikanten. Sie spielen ihre eigene Musik, die als Hallertauer Volksmusik weit über Bayerns Grenzen hinaus bekannt geworden ist – und sind so der Tradition von Michl Eberwein (1929-1998) verpflichtet, der die Formation vor 70 Jahren zusammen mit zwei Brüdern gegründet hat. In seinem Schaffen spiegelt sich die musikalische Umbruchsituation der Nachkriegsära wider, in der traditionelle und moderne Tanzmusik aufeinanderprallen. Wenn heute die Dellnhauser Musikanten bei Bällen und Festen als EM-Zwo aufspielen, dann sind sie da ganz nahe am Ursprung der Band, die nach dem Krieg die Amerikaner mit Swing und Jazz unterhielt.

Am 14. Mai 1950 sind die Dellnhauser Musikanten und die Gesangsgruppe Eberwein zum ersten Mal im Radio zu hören – und zwar mit gesungenen Zwiefachen, dem „Eisenkeilnest“, der „oitn Kath“ und dem „Wirt vo Stoa“. Mitte der 50er Jahre folgen erste Fernsehauftritte, es ergeben sich Kontakte mit Schauspielern und Kulturschaffenden, mit dem Roider Jackl verbindet die Dellnhauser Musikanten eine tiefe Freundschaft.

In den 80er Jahren geht ein leiser Generationenwechsel über die Bühne. Michael Eberwein jun. tritt nicht nur in die Fußstapfen des Vaters, sondern hinterlässt auch eigene Spuren. 1998 stirbt der Senior, sein Sohn Michael Eberwein, als Trompeter seit 1979 ständiges Mitglied der Gruppe, hat zu diesem Zeitpunkt bereits längst die Leitung übernommen.

Das Repertoire der Dellnhauser Musikanten umfasst etwa 300 handgeschriebene Volksmusikstücke und 260 ständig verfügbare Standardtanzmusiknummern. Hinzu kommt ein kompletter Stimmensatz mit Kirchen-, Marsch-, Prozessions-, Grabmusiken und Chorälen.

Im Lauf der Jahrzehnte haben die Dellnhauser 180 Titel beim Bayerischen Rundfunk eingespielt, können sie auf 24 Tonträgerproduktionen verweisen. Viele Auftritte führten die Dellnhauser auch ins Ausland. Ihren Erfolg verdankt die Formation vor allem ihrem eigenständigen Musizierstil. Den haben sie geprägt, so unverwechselbar wie das Aroma der Hallertau. Mit unübersehbarer Spielfreude, einem unglaublichen Repertoire und der Vielfältigkeit ihrer Musik begeistern die Dellnhauser Musikanten stets ihr Publikum, egal, welchen Alters. Und deshalb haben sie auch viele Auszeichnungen einheimsen können – zum Beispiel den Kulturpreis des Landkreises, diverse Volksmusikpreise und das Bundesverdienstkreuz.

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