Stellte sein Wahlprogramm vor: Karl Ecker zusammen mit MdL Benno Zierer und der FW-Kreisvorsitzenden Maria Scharlach (v. l.).
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Stellte sein Wahlprogramm vor: Karl Ecker zusammen mit MdL Benno Zierer und der FW-Kreisvorsitzenden Maria Scharlach (v. l.).

Sechs Punkte

Ehemaliger Bürgermeister will in Bundestag: Ecker stellt Marschroute vor

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Der ehemalige Auer Bürgermeister möchte in den Bundestag einziehen: Karl Ecker hat sein jetzt seine Marschroute vorgestellt, die aus sechs Punkten besteht.

Landkreis – Es gab jede Menge Vorschusslorbeeren: Benno Zierer bezeichnete ihn als „einen Freien Wähler par excellence, dem Arroganz ganz fremd ist“. Maria Scharlach bescheinigte ihm Erfahrung mit Menschen und Behörden, sei „ganz stolz“ auf ihn. Der so Gewürdigte war Karl Ecker, Bundestagskandidat der FW im Wahlkreis 214. Der skizzierte am Montag bei einem Pressegespräch die Themen, die er sich für den Wahlkampf und dann in Berlin vorgenommen hat.

Und das waren viele. Sehr viele. Eines ist Ecker wichtig, eines wiederholt er immer wieder: Er möchte „auf Tuchfühlung zu den Menschen“ gehen. Denn der Kontakt zu Bürgern und Behörden – das sei es, was er jetzt nach 37 Jahren in der Kommunalpolitik und nach 24 Jahren als Ex-Bürgermeister von Au dann in Berlin einbringen wolle.

Aus sechs Punkten besteht Eckers Wahlkampf

Würde er in elf Wochen zum MdB gewählt, würde er in Berlin und im Wahlkreis Präsenz zeigen, „das Ohr bei den Bürgern haben“, würde Menschen hier vor Ort öfter informieren, kurz: „eine neue Gesprächskultur nicht mehr von oben nach unten“ pflegen. Und er würde für die Entbürokratisierung kämpfen. Denn: „Kommunalpolitischer Sachverstand ist mein größtes Kapital.“

Drei „Zukunftsthemen“ stünden über allem: die Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie (inklusive der Planungen jetzt für eine mögliche vierte Welle), der Klimaschutz und die Digitalisierung. „Sechs große Themen“ hat sich Ecker dabei außerdem für sich und sein politisches Wirken in der Bundeshauptstadt selbst herausgepickt, wie er erläuterte.

Da ist zunächst „Der Mensch im Mittelpunkt“. Ecker meint damit Verbesserungen im Gesundheits-, Pflege- und Rentensystem, will die Schere zwischen Arm und Reich wieder etwas schließen und vertritt energisch die FW-Linie „Rente mit 68 – nicht mit uns!“ Ecker geht es auch um regionale Wertschöpfung, um die Landwirtschaft („Mit den Bauern reden, nicht über sie“), er will die Wertschätzung für heimische Produkte stärken.

FW-Kandidat will auch das Ehrenamt stärken

Dritter Punkt: Klima-, Umwelt- und Naturschutz. Da seien er und die Freien Wähler „gut aufgestellt“, betont Ecker, das Thema müsse freilich „sozial verträglich“ angepackt werden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien könne „nur im Einklang mit den Bürgern“ gelingen, Kommunen müssten da gestärkt werden. Was Ecker auch wichtig ist: eine solide Finanz- und gerechte Steuerpolitik. Es ärgere ihn beispielsweise maßlos, mit welcher „Arroganz“ man mit dem Mautdesaster des Andreas Scheuer umgegangen sei.

Fünfter Themenschwerpunkt: „Das digitale Zeitalter gestalten“. Und schlussendlich sind dem Mann aus Au auch der Erhalt und die Stärkung der Ehrenamtskultur wichtig. Ihm und den FW schwebt beispielsweise vor, dass man für langes ehrenamtliches Engagement zusätzliche Rentenpunkte erhält.

Wenn es nicht reicht? Dann war es „eine wertvolle Erfahrung“

Der Wahlkampf – wobei Ecker lieber von einem „Wettkampf“ spricht – mache viel Arbeit, aber auch „viel Spaß“, sagt der FW-Kandidat. Er wolle sich in allen 50 Kommunen des Wahlkreises 214 vorstellen – sogar in Au, wo er 24 Jahre lang Bürgermeister war. Zudem werde es Radtouren quer durch den Wahlkreis geben.

Ecker betont, dass sein Wahlkampfbudget „sehr knapp bemessen“ sei, schließlich bestreite er diese Wochen fast ausschließlich aus „Eigenmitteln“, nur von den FW-Kreis- und Ortsverbänden komme ein wenig finanzielle Unterstützung. Er wolle das auch nicht anders, weil er niemandem verpflichtet sein wolle, sagte Ecker am Montag. Und wenn es dann nichts werden sollte mit dem viel besungenen Koffer nach Berlin, dann sei es wenigstens „eine wertvolle Erfahrung“ gewesen.

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