Arzt impft Mann gegen Corona
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Christoph Tafelmaier aus Nandlstadt war einer der ersten, die sich am Montag in Au impfen ließen.

Außenstelle in Au hat eröffnet

Zweites Impfzentrum im Landkreis Freising in Betrieb: Bis zu 100 Bürger pro Tag können versorgt werden

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Im Landkreis Freising können ab sofort bis zu 100 Bürger mehr am Tag geimpft werden: Im Markt Au hat überraschend ein zweites Impfzentrum eröffnet.

Au/Hallertau – Das Impfen gegen das Corona-Virus soll im Landkreis Freising Tempo aufnehmen. Dazu hat der Landkreis nun neben der Einrichtung im ehemaligen Stabsgebäude im Steinpark ein zweites Impfzentrum ins Leben gerufen: In den Räumen der früheren Praxis von Anton Freilinger in Au wird seit Montag ebenfalls geimpft. Bis zu 100 Menschen täglich bekommen hier nun ihre Dosis des Vakzins verabreicht.

„Impfzentrum Au – Landkreis Freising“ steht auf dem Schild an der Pfaffenhofener Straße 5. Die Parkplätze sind voll belegt, im großzügigen Wartebereich, den man über den Hintereingang betritt, warten viele darauf, geimpft zu werden. Dass Landkreis-Bürger jetzt auch in Au die Spritze bekommen, ist außergewöhnlich.

Initiative kam von ehemaligem Hausarzt

Zurückzuführen ist das auf Überlegungen von Dr. Anton Freilinger: Als sich abzeichnete, dass sein Nachfolger die Praxis nicht mehr weiterführen werde, habe er dem Landkreis angeboten, die Räumlichkeiten seiner Praxis als Impfzentrum – Freilinger spricht von einer „Außenstelle des Impfzentrums in Freising“ – zur Verfügung zu stellen. Einige Wochen später stimmte der Kreis zu. Nun nahmen BRK, Johanniter, Freilinger und das Praxisteam die Arbeit auf.

Eine effektive Ergänzung zum Impfzentrum in Freising ist die neue Anlaufstelle in Au/Hallertau.

Freilinger kennt das Prozedere gut: Schließlich hat er schon seit Dezember im Impfzentrum Freising mitgeholfen und mitgearbeitet. Verimpft wird in Au, sagt Freilinger, ausschließlich das Vakzin von Biontech/Pfizer. Denn Astrazeneca werde bekanntlich derzeit nicht verabreicht, der Stoff von Moderna sei schwierig zu transportieren, erklärt Freilinger. Und so werden also täglich Biontech/Pfizer-Dosen angeliefert, um Menschen vor dem Virus zu schützen.

Impfwillige Bürger nehmen längere Anfahrten gern in Kauf

Eigentlich, so Freilinger, war sein Gedanke, den Menschen im Landkreis-Norden dieses Angebot zu machen. Doch schon der erste Tag zeigt, dass es den Impfwilligen bei der Anmeldung vor allem wichtig ist, schnell an die Reihe zu kommen. Da nehme man dann gerne eine längere Anfahrt – beispielsweise aus Neufahrn, Hallbergmoos oder Fahrenzhausen – in Kauf.

Einer, der ganz aus der Nähe kommt, ist Christoph Tafelmaier aus Nandlstadt – sichtlich nicht zur Risikogruppe 70 plus gehörend, aber als Mann seiner schwangeren Frau trotzdem auf der Prioritätenliste ganz weit oben. „Ich bin froh, dass ich jetzt geimpft werde“, sagt er. Zweifel und Überlegungen, ob er sich impfen lasse, habe es nie gegeben. Wie alle anderen Geimpften muss auch Tafelmaier nach Vorbereitung, Aufklärung und Impfung noch in einem eigenen Bereich Platz nehmen und eine Viertelstunde warten. Wenn es ihm dann gut gehe, könne er das Gebäude verlassen, erklärt ihm Freilinger.

Neues Impfzentrum ist mindestens bis September in Betrieb

Täglich zwischen 7.30 und 17 Uhr wird also nun in Au geimpft. Ob man am Wochenende ebenfalls tätig werde, stehe noch nicht fest, sagt Freilinger. Der Vertrag mit dem Landkreis laufe bis September. Danach gebe es die Option auf zweimalige Verlängerung jeweils um drei Monate – je nach Lage und Impffortschritt.

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