Tierische Debatte im Marktrat

Liebäugelei mit dem Abschuss: Die Auer haben ein Biber-Problem

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Au/Hallertau - An der Abens bei Seysdorf treibt der Biber sein Unwesen. Die Auer Markträte diskutierten nun über ein "Entnehmen" des Nagers - also den Abschuss.

Erst haben Bund Naturschutz & Co. den Biber wieder eingebürgert, jetzt hat man den Salat und muss zusehen, wie man dem Überhandnehmen des Nagers Herr wird. So sieht das auch der Auer Bürgermeister Karl Ecker. Am Dienstag wurde im Gemeinderat über Anträge diskutiert, den Biber an der Abens bei Seysdorf zu „entnehmen“. Entschieden wurde noch nichts. Ecker will aber auf keinen Fall der Buhmann sein, von dem es heiße, er lasse alle Biber abknallen.

Bei einer Gesprächsrunde im Landratsamt im April sei man, so berichtete Ecker im Gemeinderat, „nicht weiter gekommen“. Eine generelle Erlaubnis zur „Entnahme von Bibern“ im Bereich Au, wie man den Abschuss etwas beschönigend umschreibt, gebe es nicht. Und eine solche Ausnahmegenehmigung werde nur dann erteilt, wenn die Begründung stichhaltig und der vom Biber angerichtete wirtschaftliche Schaden „erheblich“ sei. Hans Sailer (FWG) war sich denn auch ziemlich sicher, dass man mit dem Antrag auf Abschusserlaubnis „kaum Chancen“ habe. 

"Erheblicher wirtschaftlicher Schaden"

Josef Zellner (FWG) sah das anders: Wenn man ständig das Anstauen des Wassers verhindern müsse, dann sei das auf Dauer durchaus ein „erheblicher“ wirtschaftlicher Schaden. Seine Empfehlung: Den Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt „so lange stellen, bis er durchgeht“. Barbara Prügl (Grüne) hielt zwar ein Plädoyer für den Biber, der eben Platz brauche, weshalb man nicht immer näher an Flüsse heranbauen dürfe. Im Fall der Engstelle bei Seysdorf war aber auch Prügl dafür, den Nager zu entnehmen. Kommentar dazu von Martin Hellerberand (CSU): „Schießen oder totstreicheln?“ Und Gerhard Stock (FWG) war sowieso dafür, dass man „regulierend eingreifen“ müsse, da sonst das Problem Biber noch viel größer werde.

Ecker betonte allerdings, er wolle von den betroffenen Grundstückseigentümern oder Landwirten einen schriftlichen Antrag mit Begründung haben, der Gemeinderat solle dann über die Anträge abstimmen. Denn: „Ich will das geregelt haben.“ In zwei Wochen will man sich wieder mit dem Thema beschäftigen. Bis dahin wird mit dem Landratsamt geklärt, wie das mit den Anträgen genau läuft und wie viele Biber dann entnommen würden. „Die zwei Wochen werden wir noch aushalten“, lautete Karl Eckers Fazit.

Rubriklistenbild: © dpa

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