Barbara Prügl (GoL Au) präsentiert Karikaturen.
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Die ersten Karikaturen zur Auer Lokalpolitik präsentierte Barbara Prügl.

Grüne offene Liste

Lob für Sailer, Spott für Ecker: GoL Au zieht politische Jahresbilanz mit gemischten Gefühlen

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Nach rund einem Jahr zieht die Grüne offene Liste eine Zwischenbilanz zur Politik im Markt Au. Mit dabei: Lob, Kritik - und auch eine Portion Spott.

Au/Hallertau – Seit knapp einem Jahr arbeiten der neue Marktgemeinderat und der neue Bürgermeister Hans Sailer (FWG) in Au. Jetzt hat die Grüne offene Liste (GoL) ein erstes Fazit dieser Amtsperiode gezogen und dabei durchaus Lob für den neuen Rathauschef verteilt. Und dann hatte man noch eine „Überraschung“ parat, wie Barbara Prügl sagte: Mit Karikaturen nimmt man künftig die Gemeindepolitik auf den Arm. Das erste Exemplar der leicht satirischen Zeichnungen handelt von Ex-Bürgermeister Karl Ecker.

Der neue Bürgermeister sei „sehr bemüht um offene Umgangsformen“, lasse Ideen und Vorschläge aus dem Marktrat zu und setze Anregungen um, lobte Prügl im virtuellen Pressegespräch am Montag Hans Sailer. Auch dass man auf Mails und Anrufe nun „zeitnahe Rückmeldungen“ erhalte, sei man von Sailers Vorgänger Karl Ecker nicht gewohnt gewesen. Franz Westermair ergänzte, dass auch die Unterlagen, die man für die Sitzungen des Bauausschusses erhalte, immer besser und aussagekräftiger würden – etwas, das man laut Michael Hagl aus Eckers Zeiten auch nicht so kenne. Kulturreferentin Rita Straßberger betonte, die Arbeit mit und in der GoL mache Spaß, auch wenn viele kulturelle Ideen wegen Corona „etwas ausgebremst“ worden seien.

„Luft nach oben“

Freilich: Noch, so die Botschaft der GoL, sei „Luft nach oben“. Dass der Marktrat es abgelehnt habe, allen Mitgliedern volle Akteneinsicht zu gewähren, und dass man dem GoL-Antrag zur Abhaltung einer weiteren Ortsteilversammlung nicht gefolgt sei, sei schade, so Hagl. Vor allem auch der Eindruck, dass es beim DSL-Ausbau und bei der Ausarbeitung des Einheimischenmodells „Auer Modell“ nicht so recht weitergehe, ärgert die GoL. Seit 2015 etwa passiere bei der Vergabe von Baugrundstücken an Einheimische nichts, einfach weil das offenbar bisher keine Chefsache gewesen sei und noch immer nicht sei. So sitze man auf einigen Bauplätzen und könne sie nicht verkaufen. Wenn man noch lange warte, bis man alle bauwilligen Einheimischen „vertrieben“ habe, brauche man bald ein „Bauleerstandsmodell“, spottete Hagl.

Als tollen Erfolg der GoL sah es Prügl, dass es nun einen Master-Studien-Wettbewerb für die Zukunft der Hopfenhalle 1 gebe (inklusive Ideen für die Hopfenhallen 2 und 3). Im Juli sollen die Studenten ihre Ideen vorstellen, dann könne der Marktrat sehen, was da möglich sei. Denn eines sei klar: „Wir haben unendlich viel Raumbedarf in Au.“

Karikaturen sollen Lokalpolitik ironisch kommentieren

Präsent bleiben will die GoL auch künftig auf andere Weise: Mit Karikaturen von Ferdinand Haschner aus Pfaffenhofen wird man Ereignisse der Kommunalpolitik ironisch kommentieren. Jeweils zehn Stück soll es von den Zeichnungen geben, die zum Preis zwischen 35 und 100 Euro verkauft werden. Der Erlös wird dann an einen guten Zweck gespendet. Die ersten beiden Karikaturen hielt Prügl schon in Händen. Auf einer davon verabschiedet sich Karl Ecker nach Berlin, Hans Sailer stöhnt, ihm bleibe die ganze Arbeit. Wie Prügl kommentierte, werde man die Karikatur Ecker dann schenken, wenn er es in den Bundestag schaffe. Denn man sei „erstaunt und erfreut“, dass sich Ecker doch so schnell erholt habe und nicht mehr ausgebrannt sei. Und man finde es „ganz wunderbar“, was Ecker dann als MdB alles tun wolle, spottete Prügl.

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