Das Ende des Kooperationsvertrag 

Marktkapelle Au kündigt Schranner: Die Wege trennen sich im Streit

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Ärger hinter den Kulissen der Marktkapelle Au. Vorsitzender Jürgen Hofer hat sich mit Kapellmeister Helmut Schranner gestritten.

Jürgen Hofer hat seiner Meinung nach den Vertrag korrekt gekündigt.

Au/HallertauSchranner ist enttäuscht, Schranner ärgert sich. Grund: 13 Jahre lang war er Kapellmeister in Au und hat, so berichtet er, die Marktkapelle Au, die aus dem Jugendblasorchester hervorgegangen war, zu einer anerkannten Kapelle gemacht. Nachdem die Sache mit der Ausbildung des Nachwuchses für die Kapelle durch den Förderverein der Marktkapelle etwas „durcheinanderging“, habe man mit dem damaligen Vorstand Karl Dreier einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, mit dem der Unterricht ab dem Jahr 2012 an die Musikschule Papageno übertragen wurde. Jetzt die unliebsame Überraschung für Helmut und Afra Schranner: Ohne jede Ankündigung und ohne jedes Gespräch wurde dieser Vertrag per Einschreiben vom 21. April durch den neuen Vorstand des Fördervereins, Jürgen Hofer, gekündigt. Die Schranners sind aus allen Wolken gefallen. Das sei keine Art, zumal es ja durchaus um Existenzen gehe.

Helmut Schranner ist verärgert über die Vertragskündigung.

Hofer sieht in dem Vorgehen kein Problem: Was da im Vorstand einstimmig beschlossen worden sei, sei „keine Entscheidung gegen Helmut Schranner, sondern für den Förderverein“. Man sehe sich eben personell jetzt wieder in der Lage, Aus- und Fortbildung der Mitglieder der Marktkapelle selbst durchzuführen. Der Vertrag mit Schranner sei fristgerecht gekündigt worden, wie man das zwischen Geschäftspartnern eben mache.

Die Schranners sehen das anders: So mache man das eben gerade nicht. Denn rund die Hälfte der Schüler, die in „Papageno“ unterrichtet werden, stammen aus Au. Und für das Schuljahr 2018/2019, in dem man nun eben nicht mehr für den Unterricht in Au zuständig ist, habe man schon die Flyer und Informationsblätter gedruckt. Die könne man jetzt in die Tonne treten.

Ein weiteres Problem: Bei den Übungsräumen im Vogelhölzl (Josef-Eberwein-Straße 4) habe, so steht es im Vertrag mit der Marktgemeinde, die Marktkapelle das erste Belegungsrecht. Folge: Papageno muss sich nach rund 18 Jahren aus diesen Räumen zurückziehen. Um die Schüler, die in Au wohnen und nicht nach Nandlstadt oder Hörgertshausen fahren können oder wollen, trotzdem weiterhin unterrichten zu können, wird man jetzt ohne Aufpreis Hausbesuche machen. Wer nach Nandlstadt oder Hörgertshausen fährt, bekommt eine Ermäßigung – so die Versuche von Afra und Helmut Schranner, die Schüler zu halten.

Dass diese Aktion durch den Vorstand schon länger geplant sei, mutmaßen die Schranners deshalb, weil die einzige fest angestellte Musiklehrerin bei Papageno, früher eine enge Freundin der Familie, und 2. Vorstand des Fördervereins, seit eineinhalb Jahren auf Distanz zu den Schranners gegangen sei und dann Ende März per Whats-App bei Papageno gekündigt habe. Das alles, so die Schranners, deute auf eine langfristig geplante Aktion hin. Dass man von Seiten des Vorstands nicht im Vorfeld mit ihnen gesprochen habe, dass auch alle Bitten um Gespräche nach der Kündigung des Vertrags von Hofer „eiskalt“ abgeschmettert worden seien, passe da wunderbar ins Bild, so Helmut Schranner ironisch.

Hofer sieht das anders: Für Vertragskündigungen gebe es Fristen – und die hätte der Vorstand eingehalten. „Es hätte ja auch Helmut Schranner kündigen können. Dann hätten wir damit leben müssen.“

Rubriklistenbild: © fkn

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