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Ein Kinderspiel ist die Bedienung der Milchtankstelle. Angelika Hirmer, Katharina Goldbrunner, Theresa und Simon Hirmer sowie Peter Goldbrunner (v. l.) sind begeistert.

Rund um die Uhr frische Milch

Milchtankstelle in Leitersdorf eröffnet

Leitersdorf - Eine Milchtankstelle hat Peter Goldbrunner aus Leitersdorf eröffnet: Rund um die Uhr kann nun frische Milch gezapft werden. Und es gibt noch mehr Produkte aus der Region aus dem Automaten. 

Der Milchpreis ist im Keller. Die Discounter bieten einen Liter für 55 Cent an. Landwirte wie Peter Goldbrunner aus Leitersdorf (Markt Au) bekommen nicht einmal 30 Cent dafür. Ein Hohn und eine Schande für ein hochwertiges Lebensmittel. Für ein Produkt, das am besten von glücklichen Kühen und vom Hof nebenan kommen sollte.

Nichts ist unmöglich, dachte sich Goldbrunner und hat kurzerhand eine Milchtankstelle auf seinem etwas außerhalb von Au, Richtung Nandlstadt gelegenen Hof an der B 301 eingerichtet. Dort steht jetzt weithin sichtbar eine Hütte, in der man frische Milch zapfen kann – entweder in eigens mitgebrachten Flaschen oder in Behältnissen, die in einem Automaten zur Verfügung gestellt werden. Für einen Euro gibt es die PET-Plastik-Version, für drei Euro eine Milchflasche mit Schraubdeckelverschluss.

Das Zapfen selbst ist kinderleicht, wie Angelika Hirmer aus Au mit ihren beiden Kindern Theresa (7) und Simon (5) bei der Inbetriebnahme der Milchtankstelle feststellte: Geld einwerfen, ein Türchen öffnen, die Flasche unter einen Einfüllstutzen halten, und schon fließt die frisch gezapfte, gekühlte Milch in die Flasche. Und was für eine. Eine von ganz anderer Konsistenz, Farbe und Geschmack, wie Angelika Hirmer fand. Vom Geschmack gar nicht zu reden. Kein Vergleich jedenfalls zu der, die es beim Discounter gibt. „Die ist doch tot“, sagte Hirmer über die Billigmilch.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis. Einen Euro, das sei es ihr Wert. Sie hole ihre Milch schon lange bei Peter Goldbrunner, komme so einmal die Woche. Es könnte jetzt durchaus öfter sein, denn neben der 24-Stunden-„Milchzapfsäule“ steht auch noch ein Automat mit Produkten aus der Region. Nicht unbedingt von Goldbrunner. Aber von Landwirten aus dem Landkreis. Etwa Nudeln, Marmelade, Eier, Honig und demnächst auch Käse.

Für Katharina und Peter Goldbrunner ist die Milchtankstelle eine Herzensangelegenheit. Es geht ihnen darum, einen Akzent gegen den Trend zu setzen, dass nur noch Billigmilch gekauft wird. „Meine Frau hat so etwas in Österreich gesehen und wollte es unbedingt haben.“ Für Theresa und Simon hat die Milchtankstelle noch einen ganz anderen Vorteil, wie sie verrieten: Sie können nebenan im Stall Kälber anschauen.

Alexander Fischer

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