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In die Zukunft blickte Bürgermeister Karl Ecker bei der Bürgerversammlung in Au. Rund 80 Interessierte lauschten aufmerksam seinen Worten.

Bürgerversammlung

Ohne Moos ist auch in Au nix los

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Au/Hallertau - Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten. Das ist Fußball. Der Saal ist „g’steckt voll“, und der Vortrag dauert 90 Minuten. Das ist die Bürgerversammlung in Au. Am Freitag legte Karl Ecker den Rechenschaftsbericht im Rosenwirt vor. 80 Bürger hörten ihm zu.

„Ohne Moos nix los“ – das weiß auch Karl Ecker, der sein Referat bei der Bürgerversammlung mit einem Blick auf den Haushalt der Marktgemeinde startete. Die gute Nachricht: Die Schulden gingen seit 2012 von 1,9 Millionen Euro kontinuierlich auf jetzt 650 000 Euro zurück, die Rücklagen stiegen von 1,4 Millionen Euro in 2014 auf 4,5 Millionen Euro jetzt. Dennoch, so der Blick von Karl Ecker in die Zukunft: „Die anstehenden Maßnahmen in den nächsten Jahren können aber nur mit erheblichen Kreditaufnahmen realisiert werden.“ Beispiel: der Umbau der Ortsmitte, der bis zu fünf Millionen Euro kosten dürfte. Und auch beim Straßenbau „gibt es immer was zu machen“.

Des Öfteren kritisierte Ecker die politischen Rahmenbedingungen und Vorhaben „von oben“. Beispiel: Radwegebau. Der Radweg über die Abenswiese habe nun endlich die Genehmigung durch den Naturschutz erhalten. Aber: „Ich steigere mich da jetzt lieber nicht rein, denn ich habe meine Herztropfen nicht dabei“, deutete Ecker seinen Ärger an. Und das galt auch für die Umgestaltung des Löschweihers in Abens – eine Maßnahme, der „ein ewig langes Genehmigungsverfahren und unschöne Worte“ vorausgegangen seien, wie Ecker sagte.

Während im Schulbereich alles gut laufe (die Übergangslösung mit Containern für die Realschule Au sei „gelungen“, und bei der Generalsanierung samt Erweiterung der Grundschule gelte das Motto „Wir schaffen das!“), schaue es bei der B 301-Ortsumfahrung von Reichertshausen „düster“ aus: Auch im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 sei dieses Projekt nicht vom weiteren in den vordringlichen Bedarf vorgerückt. Ecker sagte, er werde sich wieder an den SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer wenden, der schon bei der Ortsumfahrung für Au „ein kompetenter, engagierter und schließlich erfolgreicher Ansprechpartner in Berlin“ gewesen sei.

Und noch ein Blick in die Zukunft: Ob es im kommenden Jahr wieder ein Hopfenfest geben werde, stehe noch in den Sternen. Denn Brauerei, Festwirt und der Markt Au waren voller Elan dabei, das Fest für 2017 wieder auf die Beine zu stellen. Doch durch die Schließung des Schlossbräukellers (wir haben berichtet) habe sich die Situation „drastisch verändert“. „Mal schauen, wie es weiter geht“, so der Bürgermeister.

Sorgenfalten auf der Stirn erzeugt beim Rathauschef auch die Zukunft des seit zehn Jahren bestehenden Wochenmarkts am Mittwoch: Weil der Obst- und Gemüsehändler aus Hallbergmoos seine Teilnahme einstellen wird, und weil einer der beiden Gärtner, die den Markt beschicken, gestorben sei, „müssen wir um die Existenz unseres grünen Marktes fürchten“.

Einen mehr oder minder eleganten Übergang legte Ecker zwischen der Anschaffung von zwei Defibrillatoren und dem darauf folgenden Thema hin: „Wenn der Defibrillator nicht mehr hilft . . .“, leitete Ecker zu den Friedhofsgebühren über.

In der Diskussion – sozusagen in der Verlängerung also – wurde der Hallenneubau einer ortsansässigen Entsorgungsfirma im Südwesten von Au kritisiert: Diese riesige Halle am Ortseingang sei durchaus „ein optisches Problem“. Ecker sagte, die Halle werde in einem Industriegebiet errichtet, das man dort ausgewiesen habe. Er finde es „gar nicht schlecht“, denn so sehe man gleich, „dass in Au was geht“. Da freilich scheiden sich die Geister unter den 6290 Gemeindebürgern.

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