Feuerwehreinsatz in Au/Hallertau
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Ein Küchenbrand hat sich in Au/Hallertau ereignet. Dabei stießen die Feuerwehrleute auch auf einen Leichnam.

Kripo ermittelt

Rätselhafter Fall: Feuerwehr evakuiert Haus nach Brand - und entdeckt zufällig eine Leiche

  • Armin Forster
    VonArmin Forster
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Nach einem Brand evakuiert die Feuerwehr ein Haus in Au/Hallertau. Dabei stößt sie ein Stockwerk darüber auf eine Leiche. Der Mann ist wohl schon länger tot.

Au/Hallertau - Auch am Tag nach dem Einsatz treiben Helmut Baur noch die merkwürdigen Umstände des Unglücks um. Der 63-jährige Kreisbrandinspektor hofft, dass die Polizei durch ihre Ermittlungen noch etwas Klarheit in die Angelegenheit rund um das Erlebte an der Auer Rennbahnstraße vom Donnerstagnachmittag bringt. Aber der Reihe nach.

Brand im Landkreis Freising: Feuerwehr findet toten Mann im Obergeschoss - Körper ist eiskalt

Es ist gegen 15.40 Uhr, als die Funkwecker der Feuerwehren im Markt Au und den umliegenden Ortschaften Alarm schlagen. „Gebäudebrand mit Person“ lautet die Meldung, sofort machen sich Kräfte aus Au, Haslach, Tegernbach, Enzelhausen und Mainburg auf den Weg. Helmut Baur sitzt da gerade auf dem Rückweg vom Einkaufen mit seiner Frau im Auto - und ist dem Einsatzort am nächsten.

Noch in Zivil steuert er die Adresse an, springt aus dem Wagen und verschafft sich einen Überblick. Nachbarn stehen rund um das Haus, nach kurzer Suche taucht auch die Eigentümerin auf. „Ist noch jemand im Haus?“, fragt Baur. „Ja“, sagt die 78-Jährige, „im ersten Stock.“ Sie nennt einen Männernamen.

Weil das Treppenhaus voller Rauch ist, versucht es Baur auf der Rückseite. Eine Balkontür im Obergeschoß steht offen, doch auf Rufe reagiert niemand. Der 63-Jährige entdeckt eine Leiter und hangelt sich über einen Schuppen und das Geländer auf den Balkon. Als er den Raum betritt, sieht er einen Mann reglos vor der Balkontür liegen. Von Rauch oder gar Flammen ist hier oben aber keine Spur. Inzwischen sind auch die Kameraden von Helmut Baur da, gemeinsam mit einem Feuerwehrsanitäter will er den Mann ins Freie schaffen. Doch dann merken sie: Der Körper ist eiskalt.

Nach Feuer in Au/Hallertau: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung - Obduktion offen

Währenddessen spielt sich im Erdgeschoß der Löscheinsatz ab: Unter schwerem Atemschutz dringen die Ehrenamtlichen in die Küche vor, wo zuvor heißes Öl in Brand geraten ist und sich die Flammen in der Küche verteilt haben. Sie bekämpfen erfolgreich das Feuer, verhindern das Übergreifen auf andere Bereiche und befreien die Räume vom dichten Qualm. Einen Sachschaden in fünfstelliger Höhe - so schätzt ihn später die Polizei - können die Einsatzkräfte nicht verhindern.

Weil die Hauseigentümerin noch mehrmals in das verrauchte Gebäude geeilt ist und ihr auch Nachbarn zur Hilfe geeilt sind, kommen insgesamt drei Personen mit leichten Rauchgasvergiftungen zur Beobachtung ins Krankenhaus. Die Polizei muss nun untersuchen, ob es sich um einen Fall von fahrlässiger Brandstiftung handelt.

Feuerwehr findet Leiche in Haus: Ermittler gehen von länger zurückliegendem, natürlichem Tod aus

Und die Kripo nimmt Ermittlungen bezüglich des toten Hausbewohners auf. Bei ihm handelt es sich um einen 59-jährigen Mann, der nach Informationen unserer Zeitung offenbar in familiärem Verhältnis zur Frau stand. „Die Ermittler gehen derzeit von einem bereits länger zurückliegenden, natürlichen Tod des Mannes aus“, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Und: „Ein Zusammenhang mit dem Brandereignis wird nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen.“ Ob eine Obduktion vorgenommen werde, sei noch unklar, heißt es am Freitagnachmittag.

„Die beiden Sachen haben nichts miteinander zu tun“, glaubt auch Helmut Baur. Ein riesiger Zufall sei das Ganze aber schon. Als am Donnerstag gegen 17.30 Uhr die rund 60 Feuerwehrleute wieder abrücken können, bekommen einige von ihnen noch ein Eis zur Erfrischung spendiert: Der Kreisbrandinspektor verteilt seine Supermarkt-Einkäufe aus dem Kofferraum, bevor sie bis daheim komplett geschmolzen wären.

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