Der Leitersdorfer Bach in Au/Hallertau
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Der Leitersdorfer Bach hat vor wenigen Tagen in Au für massive Überschwemmungen gesorgt. Das wurde einem Bauwerber nun bei seinem Vorhaben zum Verhängnis.

Absage erteilt

„Schaden vorprogrammiert“: Bauvorhaben in Au/Hallertau abgelehnt - aus Sorge vor Hochwasser

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Weil beim jüngsten Hochwasser in Au der Leitersdorfer Bach über die Ufer trat, wurde nun ein Bauvorhaben in diesem Bereich blockiert. Der Marktrat hatte Bedenken.

Au/Hallertau – Die Behandlung seines Vorbescheidsantrags kam aus Sicht des Bauwerbers zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Denn obwohl das zur Bebauung vorgesehen Auer Grundstück weder in einem festgesetzten noch in einem vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet liegt, hatte man beim jüngsten Hochwasser am 30. August doch gesehen, dass das Areal neben dem Leitersdorfer Bach unter Wasser steht.

Und deshalb lehnte der Bauausschuss, dem Fotos von der Überschwemmungssituation am 30. August vorgelegt wurden, das Vorhaben ab, auf dem Grundstück an der Moosburger Straße hinter dem Alveni Jugendhaus zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten samt Tiefgarage zu errichten.

Grundstück „eigentlich nicht bebaubar“

„Das ist schon sehr kritisch zu betrachten“, hatte Bürgermeister Hans Sailer das Projekt beschrieben und damit die Richtung für die Entscheidung des Bauausschusses vorgegeben. Franz Asbeck (FWG) sagte, da sei „ein Schaden vorprogrammiert“, nach den jüngsten Eindrücken müsse dieses Grundstück als „eigentlich nicht bebaubar“ eingestuft werden. Michael Hagl (GoL) beurteilte das auch so: „Ich sehe schon, wie die Tiefgarage vollläuft.“

Und auch Florian Schwaiger (CSU) betonte, man könne das Vorhaben angesichts des jüngsten Hochwasserereignisses gar nicht genehmigen, müsse da konsequent bleiben und sagen: „Man kann da nicht hinbauen.“ Beatrix Sebald (FWG) warnte, man würde sich „unglaubwürdig machen“, wenn man das Projekt hier genehmige, nachdem man früher ein anderes umstrittenes Bauprojekt in der Nachbarschaft abgelehnt habe. Und Sailer ergänzte, man würde bei einer Bebauung des Grundstücks wieder eine Fläche verlieren, auf der sich das Wasser im Fall des Falles verteilen könne. Der Vorbescheidsantrag wurde einstimmig abgelehnt.

Anderes ursprünglich abgelehntes Bauvorhaben nun abgesegnet

Einstimmig genehmigt wurde hingegen im zweiten Anlauf der Bauantrag zur Errichtung eines Reihen- und eines Doppelhauses auf dem Grundstück zwischen Bergmannstraße und Freisinger Straße. Der Antrag war im September 2019 abgelehnt worden, weil man erhebliche Bedenken wegen der Hochwasserproblematik hatte. Dem Bauwerber war aufgetragen worden, einen Entwässerungsplan für den gesamten Bereich vorzulegen. Das war nun geschehen. Ergebnis: Bei einem hundertjährigen Regenereignis wären rechnerisch 55 Quadratmeter der Fläche „überstaut“, was beispielsweise durch eine Geländeanhebung verhindert werden könne. Unter zahlreichen Auflagen, die sich vor allem auf den Umgang mit dem verrohrten Graben bezogen, genehmigte der Bauausschuss das Vorhaben. Einstimmig.

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