Dem ersten Tanz am Sonntagmittag in der Ortsmitte Osseltshausens ließ Oberschäffler Markus Höflinger auf dem Fassl stehend einen gekonnten Reifenschwung folgen.
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Dem ersten Tanz am Sonntagmittag in der Ortsmitte Osseltshausens ließ Oberschäffler Markus Höflinger auf dem Fassl stehend einen gekonnten Reifenschwung folgen.
Die Osseltshauser Schäfflersaison ist wieder eröffnet.
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Die Osseltshauser Schäfflersaison ist wieder eröffnet.
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Die Osseltshauser Schäfflersaison ist wieder eröffnet.
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Die Osseltshauser Schäfflersaison ist wieder eröffnet.

Auftakt

Schäfflersaison eröffnet: Die Osseltshauser tanzen wieder

In Osseltshausen haben die Schäffler die Saison eröffnet. Nach langen Proben wurden am Sonntagmittag die Brauchtums-Tänze der Öffentlichkeit präsentiert.

Osseltshausen – Die Schäfflersaison ist eröffnet. Das Zwölf-Uhr-Läuten von Mariä-Himmelfahrt war am Sonntag gerade verstummt, da ertönte aus den Instrumenten der elf Musiker die Melodie, die 20 Männer in ihren roten Jacken bis Rosenmontag auf Schritt und Tritt begleiten: „Aber heid is koid“. Nicht nur Klänge von Blasmusik und Trommeln, sondern auch alle Augenpaare begleiteten dann die Beine, die dem kleinen Dorf im Markt Au viel Ruhm und Aufmerksamkeit bescheren.

Und das seit über einem Jahrhundert – denn bereits viele Väter, Groß- und Urgroßväter mancher Mitglieder schwangen ihre Schäfflerbeine. Im Gedenkgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Berthold Heller, wurde ihnen besonders gedacht, denn fester Brauch ist auch, die kräfteraubende Saison mit Gottes Segen zu eröffnen.

Den Gesichtern der Tänzer in Haferlschuh, schwarzer Bundhose und weinroter Jacke war die Freude ins Gesicht geschrieben. Und das trotz widriger Bedingungen, denn die zum Tanzboden mutierende Straße umrahmten zahlreiche Schneehaufen, dazu ließ Petrus Nieselregen auf die mit einer weißen Feder geschmückten grünen Schlegelkappen hernieder. Doch ein echter Schäffler kennt keinen Schmerz. So wie die Begründer des Tanzes, die Münchner Fasslmacher, die sich der Legende nach mutig nach überstandener Pest-Epidemie als erste Zunft wieder ins Geschehen wagten.

Oberschäffler Markus Höflinger war es dann vorbehalten, nach dem Tanz das 50-Liter-Fass zu besteigen, um den Reifenschwung zu vollziehen. Auch diese Hürde gelang, ebenso der rückwärtige Wurf des Schnapsglases und – noch viel wichtiger – das Auffangen des Gefäßes durch einen der zahlreichen Kasperl. Die Gruppe der Spaßmacher ist bei den Schäfflern stark vertreten und zumindest hier kommt das weibliche Geschlecht nicht zu kurz. Neben dem Geld sammeln und für gute Laune sorgen gehört auch das Derblecken zum festen Kasperl-Ritual.

Letzteres bekam beim zweiten Auftritt in Osseltshausen auch gleich Feuerwehr-Kommandant Richard Neuhauser zu spüren. Er ist der Beweis für gelebte Integration, ist durch die Heirat mit Gattin Bettina Osseltshauser geworden und gehört natürlich den Schäfflern sowie der Feuerwehr an. Bei den Floriansjüngern hat der Familienvater seit Kurzem sogar das Kommando. Den Grund nannte Kasperl Lukas Raith. „Betti sagt: An Schlauch und Spritze, da ist mein Richi einfach spitze“. Natürlich gab es noch eins drauf: „Beim Einsatz ist da Richi nie dabei, dafür dauern die Versammlungen bis in da friah um drei.“

Insgesamt elf Termine meisterten die Rotjacken an ihrem ersten Auftrittstag, dem bis zum letzten Tanz am Rosenmontag – wieder vor der Kirche – noch etwa 200 Einlagen folgen werden. Neben den größeren Orten in der Hallertau sowie in Freising schnuppern die Schäffler von 24. bis 27. Januar Berliner Luft – beim Auftritt anlässlich der „Grünen Woche“.

Martin Hellerbrand

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