Jahreshauptversammlung

Stühlerücken bei der Feuerwehr Au

Au/Hallertau - Zentrale Posten bei der Feuerwehr Au sind neu besetzt worden. Die Neuwahlen im Rahmen der Jahreshauptversammlung brachten einen neuen 2. Kommandanten und einen neuen Vize-Vorsitzenden. Auch um die Protokolle und die Geräte kümmern sich künftig frische Kräfte.

Die interessanteste Wahl hatten sich die Auer Feuerwehrkräfte für den Schluss aufgehoben. Am Ende der Jahreshauptversammlung, die am Sonntag im Rosenwirt stattfand, kam die Frage auf, ob man die zentrale Veranstaltung mit Rechenschaftsberichten und Wahlen nicht wieder auf den Dreikönigstag vorverlegen könne. Schließlich sei der 6. Januar als traditionelle Feuerwehrtag im Jahreskalender jedes Floriansjüngers fest verankert.

Die Gegenargumente lieferte Schatzmeister Alexander Hausler. Es sei schwierig, die Kasse unmittelbar nach Jahresbeginn abzuschließen. Steuerexperten hätten ihm davon abgeraten, das Vereinsjahr abzuändern. Bedenken hatte auch Wirt Thomas Buchner vom Herbergslokal Rosenwirt: „6. Januar ist eher schlecht“, sagte er mit Blick auf die Betriebsferien.

Blieb die Qual der Wahl, und das wortwörtlich. Denn weil es Bürgermeister Karl Ecker als Wahlleiter nicht leicht gemacht wurde, die erhobenen Zeigefinger abzuzählen, musste das Votum schließlich schriftlich vollzogen werden. Die zwei Wahlvorschläge: Dreikönigstag oder Palmsonntag. Letztgenannter Tag behielt dann mit 28 Stimmen die Oberhand. Für den 6. Januar votierten 22 Anwesende, vier Mitglieder enthielten sich. Damit war die Mammutsitzung, die um 13.30 Uhr begonnen hatte, um 17.11 Uhr beendet.

Ob sich da noch jemand an den Auftakt der Versammlung erinnern konnte? Da gab es vom scheidenden Schriftführer Stefan Unger den kurzweiligen Rückblick auf 2015. Dominierte 2014 noch die „Bauerei“ des neuen Gebäudes für Wechsellader mit Schlauchturm, so reduzierte sich diese Stundenzahl im Folgejahr erheblich. Vor allem der Terrasse sowie der Bestuhlung des Mannschaftsraums galt das Augenmerk. Anhand der Bilder von Feuerwehr-Fotograf Michael Müller erinnerte Unger nochmals an die Einsätze: 9 Brände, 48 technischen Hilfeleistungen und 11 Sicherheitswachen. Mehrmals wurde die Wehr auch als Türöffner zweckentfremdet. Ferner ließen Alarmierungen wie „Katze hinter Heizung“ die Anwesenden vermuten, dass die Floriansjünger inzwischen als „Mädchen für alles“ missbraucht werden.

Schöner Anlass für eine Zusammenkunft war hingegen der 40. Geburtstag von Kommandant Christian Holzmann, der zwecks fortgeschrittenen Alters ein Feuer mit Kübelspritze löschen musste. Das war das Geschenk der Jugendfeuerwehr.

Viel Lob gab es von Bürgermeister Ecker und Kreisbrandrat Heinz Fischer für die Gesamtstundenzahl von 6139. Beiden gefielen die kontinuierliche Weiterentwicklung der Stützpunktwehr und der Zusammenhalt mit den kleineren Feuerwehren im Markt.

Neuer Vize-Kommandant hinter Kommandant Christian Holzmann wurde Sebastian Biendl, da der bisherige Amtsinhaber Josef Knöferl jun. berufsbedingt kürzertreten wollte. Der Kandidat musste sich vor seiner Wahl fragen lassen, ob es stimme, dass er in den nächsten beiden Jahren nicht in Au, sondern in Tegernbach wohnen würde. „Das stimmt“, antwortete Biendl. Die Mitglieder müssten entscheiden, ob dies ein Problem sei. War es nicht. Das zeigte der Vertrauensbeweis von 44 Ja-Stimmen bei 47 anwesenden Aktiven für den 28-jährigen Berufsfeuerwehrmann.

Neuer Stellvertreter des wieder gewählten Vorsitzenden Wolfgang Hadersdorfer ist der 22-jährige Tobias Bauer. Er wurde Nachfolger von Markus Maier, nachdem er sich zuvor in einer Kampfabstimmung gegen Sebastian Elfinger mit 32 zu 20 Stimmen durchgesetzt hatte. Letzterer gehört nun mit Knöferl jun., Unger, Rosi Biebel und Florian Hofstetter dem Ausschuss an. Schatzmeister bleibt Alexander Hausler. Neuer Schriftführer wird Dominik Kratzl, neuer Gerätewart Andreas Renkl, der den Posten von Anton Schmid übernommen hat.

Martin Hellerbrand

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