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Die Krone geht nach Au: Susanne Kaindl ist neue Hallertauer Hopfenkönigin

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Mit der neuen Hopfenkönigin Susanne Kaindl (2.v.l.) stießen Martin Linseisen, 2. Bürgermeister von Au, Vize-Hopfenkönigin Julia Eichstetter und Mainburgs Bürgermeister Helmut Fichtner (v.l.) an.
Mit der neuen Hopfenkönigin Susanne Kaindl (2.v.l.) stießen Martin Linseisen, 2. Bürgermeister von Au, Vize-Hopfenkönigin Julia Eichstetter und Mainburgs Bürgermeister Helmut Fichtner (v.l.) an. © Hellerbrand

Die Hallertau hat eine neue Hopfenkönigin: Susanne Kaindl aus Mooshof gewann die Wahl am Dienstabend in Wolnzach. Sie löste nach drei Jahren Amtszeit Theresa Hagl ab.

Wolnzach/Au – „Wir haben eine neue Hopfenkönigin!“ Auf diesen Ausruf von der Bühne des Wolnzacher Volksfests musste das Hopfenland coronabedingt zwei Jahre lang verzichten. Dementsprechend groß war der Auflauf am Dienstag in der Festhalle, als die Hallertau wieder ihre Königin kürte. Mit der 23-jährigen Susanne Kaindl aus Mooshof bei Abens im Siegelbezirk Au setzte sich dabei die Bewerberin aus dem Landkreis Freising im Duell der Kandidatinnen durch – entsprechend groß war die Freude beim Anhang, den Eltern und ihr selbst: „Es war ein wahnsinniges Erlebnis.“

Die Wahl hat inzwischen sogar landesweit Bedeutung erlangt, was die Anwesenheit der Landräte Albert Gürtner aus Pfaffenhofen und Helmut Petz aus Freising sowie zahlreicher Bürgermeister und Gemeindeabordnungen und mehrerer Abgeordneter aus dem Landtag bewies. Und weil es schließlich um die Kür einer Königin ging, schaute sogar der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger samt Staatssekretär Roland Weigert vorbei.

Strahlende Gewinnerin: Susanne Kaindl wurde am Dienstag kurz nach 23 Uhr zur neuen Hopfenkönigin gekürt.
Strahlende Gewinnerin: Susanne Kaindl wurde am Dienstag kurz nach 23 Uhr zur neuen Hopfenkönigin gekürt. © Hellerbrand

Bis es jedoch so weit war, nahm die Königinnenwahl den üblichen Verlauf. Schon vor der Wahl war klar, dass nur zwei Bewerberinnen für das sonst übliche Dreigestirn der Hopfen-Repräsentation zur Wahl stehen. Über die Gründe kann gerätselt werden. Vielleicht weil die Zahl der Hopfenbauern und damit auch die Zahl der Pflanzertöchter zurückgeht, deren Enthusiasmus für ein derartiges Amt abgenommen hat oder die große Wahlbühne doch nicht jedermanns Sache ist.

Letzte „Königin“ war drei Jahre im Amt

Vielleicht ja auch die Repräsentationspflicht über ein ganzes Jahr, das sich für die scheidende Königin Theresa Hagl aus Pfeffenhausen sogar auf drei Jahre seit ihrer Wahl im August 2019 hinauszog. Dass ihre Zeit – vor allem die Anfänge bis zur Pandemie mit Auftritten vor Ort, Reisen nach Belgien und Slowenien – weniger die zweijährige Durststrecke, dafür umso mehr die Zeit nach dem Lockdown bis zum heutigen Tage „eine schöne“ war, resümierte Hagl im Kurzrückblick, wobei ihr die „Chefs“ vom „Haus des Hopfens“ wie Pflanzerpräsident Adi Schapfl Bestnoten quittierten: „Theresa, du warst großartig.“ Dass auch die neue Hopfenkönigin der Aufgabe gewachsen sein wird und mit vollem Tatendrang die Hallertau, den Hopfen und die Bauern vertreten werde, daran hatte Moderator Alex Nadler aus Freising keine Zweifel. Und das bewies auch der weitere Abend.

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Riesige Freude herrschte am Mooshof-Tisch – allen voran bei Mama Lucia Schmidmair-Kaindl (stehend, l.).
Riesige Freude herrschte am Mooshof-Tisch – allen voran bei Mama Lucia Schmidmair-Kaindl (stehend, l.). © Hellerbrand

Mit Startnummer eins ging Julia Eichstetter aus Steinbach bei Mainburg ins Rennen, die eben ihr Abitur gemeistert hat und künftig in Freising Landwirtschaft studieren wird, darüber hinaus Klavier und Gitarre spielt und beim Taekwondo auch sportlich unterwegs ist. Dass sie über viel Humor verfügt, ließ Julia mehrmals auf der Bühne aufblitzen.

Mit frenetischen „Susi“-Rufen wurde Kandidatin Susanne Kaindl aus Mooshof bei Abens von ihren Fans begrüßt. In ihrer Vorstellung gab die 23-jährige TUM-Agrarwissenschaftsstudentin preis, dass sie mit dem Hopfen nicht nur daheim am Mooshof, sondern neben ihrer Studienzeit in Weihenstephan auch als Mitarbeiterin an der LfL in Hüll bereits Erfahrung sammle. Neben der Landjugend sei sie auch in der Marktkapelle in Au seit zehn Jahren als Klarinettenspielerin aktiv.

Mit professionellem Video, das jede Bewerberin am Hof, mit der Familie, im Hopfen sowie mit Freunden zeigte, wurden die rund 2000 Besuchern in der Wolnzacher Festhalle noch auf die jeweilige Kandidatin eingestimmt. Dann ging es durch die Besucherreihen zum Bad in der Menge. Weil nur ein Wahlgang nötig war, hielt sich das früher oft langwierige Abstimmungsprocedere in Grenzen.

Wahl mit deutlichem Vorsprung gewonnen

Um 23.07 Uhr war die Welt für Susi Kaindl eine andere – das Ergebnis stand fest, sie hatte sich gegen die zweite Kandidatin durchgesetzt. Mit 1357 von ausgegebenen 1944 Stimmen hatte das Mädchen vom Mooshof die Wahl klar vor der neue Vize-Hopfenkönigin Julia Eichstetter gewonnen, für die 539 Besucher votierten.

Viele Unterstützer aus der Marktgemeinde Au hatte Susanne Kaindl bei der Hopfenkönigin-Wahl am Dienstag auf dem Wolnzacher Volksfest – darunter auch den 2. Bürgermeister aus Au, Martin Linseisen (l.).
Viele Unterstützer aus der Marktgemeinde Au hatte Susanne Kaindl bei der Hopfenkönigin-Wahl am Dienstag auf dem Wolnzacher Volksfest – darunter auch den 2. Bürgermeister aus Au, Martin Linseisen (l.). © Hellerbrand

Die Begeisterung war frenetisch, auch bei der „Queen-Mum“ Lucia Schmidmair-Kaindl, Papa Georg Kaindl, Bruder Korbinian, Freund Thomas Kellermann und Taferlbub Daniel Stampfl.

Im Nu hatte sich die Riege der Gratulanten aus Politik sowie Hopfen- und Brauereivertretern auf der Bühne eingefunden, um nach der Krönung den Hoheiten ihre Aufwartung zu machen: Hubert Aiwanger dabei stilecht mit Handkuss, MdL Benno Zierer sogar mit Kniefall.

Martin Hellerbrand

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