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Kunst zum Bewegen: Vernissagebesucher bewundern die „Spinosi“, eine kinetische Figur von Jürgen Weichmann.

Großes Interesse

Weichmann-Ausstellung: Besucheransturm bei „Kunst in Osterwaal“

Das Kunstfest der Weichmanns in Osterwaal nahe Au/Hallertau lockte auch heuer wieder viele Besucher an. Neu in diesem Jahr: Kunst zum Bewegen.

Osterwaal – „Kunst in Osterwaal“ ist längst zur Marke geworden. Seit vielen Jahrzehnten organisieren Jutta und Jürgen Weichmann das Kunstwochenende auf ihrem Anwesen nahe Au. Für ihr Engagement, Kunst im ländlichen Raum zu zeigen, erhielten sie im Frühjahr den Kulturanerkennungspreis des Landkreises (wir haben berichtet). Wie groß das Interesse mittlerweile ist, bewies der Besucheransturm am vergangenen Wochenende.

Der Ausstellungsort ist ein kleines Paradies mit vielen versteckten Winkeln, Treppchen, einem Pavillon, Pergola und Gewächshäusern: Die Kunst und Pflanzen gehen im Garten des ehemaligen Hopfenbauernanwesens eine Symbiose ein. Als Jürgen Weichmann seine wissenschaftliche Karriere als Professor für Gartenbau an der TUM beendet hatte, sei viel Platz für die Kunst gewesen, erinnert sich das Ehepaar. Damals sei der Gedanke entstanden, jährlich wechselnde Gastkünstler für ein Kunstwochenende in die Hallertau zu locken: Heuer waren es Walter Kohlmeier, Nanette Weichmann, Ines Seidel, Tuija Unho-Berger und Agnes Krumwiede, die neben den Gastgebern Kunst aufs Land brachten.

Ein Dankeschön an die Künstler gab es von Bürgermeister Karl Ecker (2. v. l.) und Landrat Josef Hauner (2. v. r.) für Agnes Krumwiede, Ines Seidel, Nanette Weichmann, Tuija Unho-Berger, Jutta Weichmann, Walter Kohlmeier und Jürgen Weichmann (v. l.).

Dabei strahlten figurale Werkstücke aus Ton, vor allem weibliche Akte zwischen den Blumenbeeten Ruhe und Gelassenheit aus. Neben den klassischen Arbeiten des Gastgebers überraschte Jürgen Weichmann heuer die Besucher mit seiner „kinetischen Kunst“: Dabei ist die Bewegung ein essenzieller Teil des Kunstwerks. Weichmanns Werke seien in Anlehnung an den Schweizer Maler und Bildhauer Jean Tinguely entstanden.

Aber: „Nicht ganz ernst zu nehmen“, wie Weichmann mit einem Augenzwinkern verriet, sei seine „Spinosi“, ein Kunstwerk aus klappernden Gebissen und einer Pirouette drehenden Eisprinzessin. „Kunst muss ja nicht immer nur ernst sein“, sagte eine Besucherin bei der Vernissage am Freitagabend.

Zwischen Tomatenstauden präsentierte Walter Kohlmeier aus Au seine großformatigen Acrylarbeiten im Gewächshaus. Es sind Porträts von Stars und Persönlichkeiten, die tagtäglich in den Medien präsent sind.

Einer sehr filigranen Kunst hat sich Ines Seidel aus Neufahrn verschrieben. Sie arbeitet mit Materialien – alte Bücher, Zeitungen oder Verpackungsmaterial – die eine Geschichte hätten. Diese würden „reanimiert“ und durch die Kunst an neue Kreisläufe angeschlossen. Nanette Weichmann bereicherte die Ausstellung mit Gebrauchskeramik.

Maria Martin

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