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Tiere waren Thomas Naumann aus Au wichtiger als er sich selbst.

Tragischer Vorfall

Auer Tierschützer stirbt im Dienst: Thomas Naumann ist tot

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Au/Hallertau - Er war Tag und Nacht für Tiere da. Jetzt ist Thomas Naumann (56), Vorsitzender des Tierschutzvereins Hallertau, auf tragische Weise ums Leben gekommen – während des Rettungseinsatzes für eine Katze.

Am Mittwochnachmittag haben sie noch miteinander gelacht – Thomas Naumann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Hallertau, und sein Stellvertreter Andreas Greinwald. „Wir waren in der Tierherberge und haben hin- und hergescherzt“, berichtet Greinwald. Es war ihre letzte Begegnung.

Gegen 20 Uhr wurde Naumann zu einem Rettungseinsatz gerufen. Eine Katze hatte sich auf einen Baum verirrt. Gerade, als das Tier wieder festen Boden unter den Pfoten hatte, wurde es dem 56-Jährigen flau, wie Greinwald von Augenzeugen berichtet wurde. „Er hat gesagt, ihm ist schlecht, und im nächsten Moment ist er zusammengebrochen. “ Etliche Stunden lang wurde Naumann reanimiert und in ein Krankenhaus gebracht. Vergebens. Naumann verstarb aufgrund eines Herzinfarktes in der Klinik.

„Mir ist kalt den Rücken runtergelaufen, als ich gehört habe, wie er gestorben ist“, sagt der Auer Bürgermeister Karl Ecker. „Dass es nicht daheim im Bett passiert ist, sondern bei seiner Arbeit, die er über alles gestellt hat.“ Für Ecker ist das kein Zufall. „Sein uneingeschränkter Einsatz für Tiere in Not hat ihn ausgezeichnet. Dafür hat er alles gegeben und auf sich selbst keine Rücksicht genommen“ Das bestätigt auch Greinwald. „Er war an sieben Tagen 24 Stunden lang einsatzbereit. Die Liebe zu den Tieren hat ihn seit Kindesbeinen ausgezeichnet.“

Naumann stammte aus der DDR, kam aber noch vor dem Mauerfall in die Bundesrepublik. Wie Greinwald berichtet, lebte er in Frankfurt, Heidelberg und Karlsruhe, ehe er 2003 nach Au kam. „Überall, wo er war, ist er im Tierschutzverein gelandet, auch im Auslandstierschutz.“ 2008 gründete er den Tierschutzverein Hallertau und wurde zur treibenden Kraft bei der Realisierung der Tierherberge im Auer Ortsteil Seysdorf.

So gut Naumann mit Tieren umgehen konnte, so schwer tat er sich mit manchen Menschen. Mit seiner Art, den Tierschutzverein zu führen, und seiner unverblümten Art, mit der er Tierhalter hin und wieder kritisierte, machte er sich nicht nur Freunde. „Er hatte auch Kritiker“, sagt Ecker. „Aber nur wer arbeitet, kann auch mal Fehler machen. Für uns in der Region hat er Unwahrscheinliches geleistet.“

Am Freitagabend haben sich der Vorstand und der Bürgermeister intern getroffen, um über die Zukunft des Tierschutzvereins zu sprechen. Viele Fragen werden diskutiert werden. Nur eines weiß Greinwald sicher: „Die Fußstapfen, die Thomas hinterlässt, sind so groß, die kann nicht mal der Yeti ausfüllen.“

Auch um die Hinterbliebenen von Naumann will sich der Verein kümmern. Für die beiden Hunde des Verstorbenen hat der Verein vorerst einen Platz auf dem Sonnenhof gefunden. Von dort aus werden sie, wenn möglich, weitervermittelt. Von den beiden Katzen ist Romeo bereits seinem Herrchen gefolgt: Der Kater ist in der Nacht zum Freitag gestorben. Für die zweite Katze wird ein liebevolles neues Zuhause gesucht.

Naumann hinterlässt auch seine Mutter, mit der er in Au zusammen gewohnt hat. Für die 76-Jährige will der Tierschutzverein ebenfalls eine neue Unterkunft finden. Greinwalds Appell: „Ich wäre sehr dankbar, wenn es jemanden gäbe, der für eine alte Dame mit Hund ein Zimmer zur Verfügung hat.“

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