„Wer will schon 18 werden?“: Die Schüler des Dom-Gymnasiums begeisterten mit dem englischen Stück „Asphalt Tribe“ Leh

Aufrüttelndes Theaterstück

Freising - Aufrüttelnd, niederschmetternd, unvergesslich: Mit „Asphalt Tribe“ nach einem Roman des US-Schriftstellers Morton Rhue beeindruckte das P-Seminar „English Theatre“ gleich zweifach im Dom-Gymnasium.

Keine leichte Kost hatten sich die Schüler vorgenommen. Ein Jahr lang, sagte Seminarleiterin und Regisseurin Ines Baumer, haben sich die Schüler vorbereitet, sogar an zwei Wochenenden durchgehend geprobt. An zwei Abenden verwandelte sich jetzt die Aula des Dom-Gymnasiums in die kalten Straßen von New York, wo der „Asphalt Tribe“, ein Stamm von Straßenkindern, sein trostloses Leben fristet. Zu Beginn freuen sich die obdachlosen Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren noch am Silvesterfeuerwerk. Aber schon nach wenigen Minuten ist der erste Todesfall eines Stammesmitglieds zu beklagen.

Die Kinder halten zusammen, verbinden sie doch tragische Schicksale: Sei es der pädophile Stiefvater oder eine grausame Mutter. Doch sind ihre Bemühungen, zu Geld zu kommen, selten mit Erfolg gekrönt und meist illegal: Sei es der Verkauf von Aspirin als Extasy-Tabletten („Wenigstens haben sie morgen kein Kopfweh“) oder die Suche nach einem „Sugar Daddy“. Doch auch Hilfsangebote von Polizei oder Sozialarbeitern wollen die Kinder lange nicht annehmen: Zu viele Regeln bestimmen im betreuten Wohnen plötzlich ihr Leben. Anführer Maggot, charismatisch gespielt von Simon Voggenreiter, bestätigt die Anderen in ihrer Ablehnung, denn „wer will schon 18 werden“? Doch ausgrechnet er verlässt seinen Stamm, um ins luxuriöse Zuhause zurückzukehren. Anna Richter (am ersten Aufführungsabend Michaela Wüst) überzeugte in der Rolle von Maybe, dem einzigen Kind, das zurückbleibt und letztendlich versuchen will, aus dem Leben doch noch etwas zu machen.

Beeindruckend war das gesamte Ensemble, ob Lisa Piepereit, Sonja Mettenleitner und Eva Kastlmeier als Straßenkinder, oder Canan Sökulmez, Marcel Morant, Samantha Pohl, Katja Litvaka, Melissa Ivanov und Kathrin Huber in verschiedensten Rollen. Zugleich sorgten die Seminarteilnehmer für Musik, Bühnenbild, Styling und mehr. Der tosende Applaus war reiflich verdient. (da)

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