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Welcher Rotwein passt zum Tagesgericht? Restaurantfachleute müssen auf Fragen wie diese eine passende Antwort parat haben.

Gastgeber aus Leidenschaft

Restaurantfachleute sind Gastronomie-Profis

Restaurantfachleute müssen sich in der Rolle des Gastgebers wohlfühlen. Und zwar so sehr, dass es ihnen nicht darauf ankommt, wen sie bedienen. Schließlich können sie sich ihre Gäste nicht aussuchen.

„In dem Beruf muss man Menschen mit ihren Macken mögen“, sagt Sandra Warden vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Berlin. Gute Manieren und ein höflicher Umgangston sind Pflicht. Und wenn es zu den Essenszeiten hektisch wird, sind starke Nerven gefragt. Außerdem gehört die Arbeit am Abend und am Wochenende dazu. „Der Beruf hat viel mit Improvisation zu tun“, sagt Rolf Schlegel vom Gasthof „Zum Ochsen“ in Kernen in Baden-Württemberg. Er ist seit 40 Jahren in dem Bereich tätig und bildet in seinem Familienbetrieb bis zu 14 Lehrlinge parallel aus. 

Das Wort „Ober“ trifft das Berufsbild nur unvollständig. Auch „Serviermeister“ oder „Demi-Chefs“ durchlaufen die Ausbildung. Arbeit gibt es in Gaststätten, Cafés oder Bistros, aber auch in Gasthöfen und Pensionen. Oft sind sie bei Festen und Veranstaltungen im Einsatz, etwa bei Hochzeiten oder Geschäftsessen. Im Dienst sind sie oft stundenlang auf den Beinen und legen dabei beachtliche Strecken zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit erläutert. Und in Urlaubsregionen erwarten viele, dass ein Kellner auch Fremdsprachen versteht. Restaurantfachleute haben stets den Überblick und gehen souverän mit Reklamationen um. 

Ein gutes Gedächtnis ist für sie unerlässlich, um Bestellungen auseinanderzuhalten. Ob sie ihren Job richtig machen, zeigt sich spätestens beim Bezahlen: Guter Service werde schließlich in der Regel mit Trinkgeld belohnt, sagt Schlegel. Bewerber um eine Lehrstelle bräuchten keine hervorragenden Schulnoten, hat Warden beobachtet. Gute Deutschkenntnisse und korrektes Benehmen sind aber unabdingbar. Und das Kassieren und Schreiben von Rechnungen klappt nicht ohne sicheres Beherrschen der Grundrechenarten. Schlegel empfiehlt Schnupperpraktika von mindestens zwei Wochen. Auch Buchhaltung und Warenkunde stehen auf dem Lehrplan. Die Ausbildung dauert drei Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. 

Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen gut – denn in dem Beruf suchen Betriebe händeringend nach passendem Personal. Schon Lehrlinge müssen abends arbeiten, soweit das Jugendschutzgesetz es zulässt. Auch an Feiertagen und Wochenenden werden sie eingeteilt – wenn andere Menschen ausgehen. Wegen dieser Arbeitszeiten ist der Beruf nicht gerade familienfreundlich. Die Ausbildung eröffnet auch den Weg für eine Arbeit in anderen Ländern – guter Service ist schließlich in Restaurants auf der ganzen Welt gefragt. „Ich kenne keinen Beruf, indem man international besser Fuß fassen kann“, sagt Andrea Nadles vom Verband der Serviermeister, Restaurant- und Hotelfachkräfte in Bremen. Schon die Ausbildung lässt sich ganz oder teilweise im Ausland absolvieren.

Hier geht's zum Journal "Ausbildung 2017"

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