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Bei ihnen ist meistens der Weg das Ziel: die Künstlerinnen Elisabeth Seitzl (l.) und Bärbel Brunar im Bürgerhaus.

Ausstellung im Echinger Bürgerhaus

Gemeinsam auf verschiedenen Wegen

Eching - Wen seine Wege ins Echinger Bürgerhaus führen, der kann dort noch bis 20. November Verbindungen zu Bildern und Collagen knüpfen. Unter dem mehrdeutigen Titel „Wege und Verbindungen“ wurde am Freitag eine Doppel-Ausstellung der Freisinger Künstlerinnen Bärbel Brunar und Elisabeth Seitzl eröffnet – die dritte, die die beiden in Eching gestalten.

Das Motto steht dabei für den schöpferischen Schaffensprozess, auf dem Brunar und Seitzl immer wieder „unterwegs“ sind. Er lässt unwillkürlich an die philosophische Redensart „Der Weg ist das Ziel“ denken.

Nach der Begrüßung durch Bürgerhausleiterin Ulla Grabow und Bürgermeister Sebastian Thaler war es Maria Kiess vorbehalten, als Wegbegleiterin der vergangenen Jahre die künstlerischen Ausdrucksformen ihrer „Schülerinnen“ in einer Laudatio zu würdigen – und einfühlsam zu erläutern. Bärbel Brunar, die ehemalige Grundschullehrerin, die rund zehn Jahre in Eching zuhause und auch Mitglied im Gemeinderat war, widmete sich erst nach der Berufslaufbahn verstärkt der Kunst, ist ihrem eigenen Stil und ihrem bevorzugtem Material, dem Papier, seit Jahren treu geblieben. Sie hat dabei eine sehr eigene experimentell-fragmentarische Bildsprache entwickelt. Die Faszination des Werkstoffes, den sie stimmig mit erdhaften Tönen einfärbt, zerreißt, knickt, schichtet, schneidet oder zum Relief faltet, kommt in ihren schlicht wirkenden Collagen und Bildern zum Ausdruck. Dabei entstehen ihren eigenen Worten nach im „wechselseitigen Prozesse zwischen Material und Gefühlswelt neue Formen, Strukturen und Kontraste“, die sich bei genauer Betrachtung aufspüren lassen.

Eine große Bandbreite unterschiedlicher Techniken, Sujets und Ausdrucksmittel zeigen die Werke der freiberuflichen Freisinger Freiraumplanerin und Kunstdozentin Elisabeth Seitzl auf. In einem lichtdurchfluteten Aquarellzyklus verschiedener Ansichten von New York lässt sie eine ganz eigene Sichtweise auf Nebensächliches, Unvollkommenes und Vergängliches mitschwingen. Neben diesen künstlerischen Abbildungen der realen Welt hat sie sich auch in einem weiteren Zyklus einem gegenstandslosen Spiel der Farben gewidmet und mit „gesteuertem Zufall“ (O-Ton Seitzl) bunte Seifenblasen zu luftigen Farbexplosionen gebracht: Das Resultat sind Kompositionen von ganz eigenem Reiz.

Ganz anders, aber ebenso reizvoll und dabei auch witzig und humorvoll sind Seitzls originell gestaltete und symbolträchtige „Häuserreihen“ unter dem Titel „Ort/Haus/Zuhause“ aus gebrauchten und damit vielsagenden Briefumschlägen, wobei die aufgeklappte Lasche jeweils das Spitzdach bildet. So wird die Umhüllung, die den eigentlichen Inhalt, den Brief schützen und befördern soll, zur sichtbaren Botschaft und in ganz unterschiedlicher Weise zum Leben erweckt: Es entstehen Behausungen unterschiedlicher Art, Skylines oder auch Mädchenträume dabei. Eine große Gemeinsamkeit, so unterschiedlich die Ausdrucksformen und die Materialien der beiden Künstlerinnen auch sein mögen, ist die Sorgfalt und Vielschichtigkeit, die in den Werken steckt.

Gut zu wissen

Geöffnet ist die Ausstellung Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr, am Donnerstag zwischen 14 und 18 Uhr sowie bei Veranstaltungen des Bürgerhauses.

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