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„Er ist fleißig und passt gut in unser Team“: Stolz sind Autohaus-Chef Michael Müller (l.) und Werkstattmeister Damir Smailagic (r.) auf ihren Azubi Mohammad Hussaini. Er ist mit großem Einsatz bei der Sache – und will es bleiben. 

Autohaus-Chef kooperiert mit Asyl-Helferkreis

Das klappt: Multikulti in der Werkstatt

Für viele junge Flüchtlinge, vor allem aus Afghanistan, sind die Tage im sicheren Deutschland gezählt. Umso mehr weiß Mohammad Hussaini die Chance, die er bekommen hat, zu schätzen: Er kann in Achering eine Ausbildung machen. Und alle Beteiligten sind glücklich damit.

Achering – Seit 2015 lebt Mohammad Hussaini in der Flüchtlingsunterkunft in Hallbergmoos. Der junge Mann wollte etwas tun, wollte sein Deutsch verbessern, den Tag sinnvoll ausfüllen. Daher unterstützte ihn Ina Leipold vom Helferkreis bei der Suche nach einem Praktikum. Und weil der 22-Jährige schon in seiner Heimat als Mechaniker gearbeitet hatte, lag es nahe, sich um eine ähnliche Arbeit zu bemühen. „Technische Arbeit liegt mir und macht mir Spaß“, sagt Hussaini und lächelt.

Er schickte also seine Bewerbung an das Autohaus Müller in Achering – und fast wäre die Geschichte an diesem Punkt schon zu Ende gewesen. Denn Hussaini hatte ganz ehrlich in seinem Schreiben auf die noch mangelnden Deutschkenntnisse hingewiesen und wäre beinahe von den Mitarbeitern in der Personalabteilung ausgesiebt worden. „Bevor sie ihm absagen wollten, haben sie mir die Bewerbung aber noch gezeigt“, erinnert sich Michael Müller, Inhaber des Autohauses. Zum Glück: Denn abgesehen von den Sprachkenntnissen brachte Mohammad Hussaini beste Voraussetzungen für die Arbeit mit.

Zum Probetag sei er bereits eine Stunde vor Arbeitsbeginn da gewesen, um nicht zu spät zu kommen, erinnert sich der Chef. Der Probetag lief gut, Hussaini konnte bleiben. Und seit diesem Tag war der junge Afghane immer pünktlich und nie krank. „Er ist fleißig, zu allen freundlich, hat mit niemandem im Haus ein Problem und stets ein Lächeln auf den Lippen“, sagt Müller zufrieden.

Deshalb zögerte man im Autohaus auch nicht lange und bot Mohammed Hussaini einen Ausbildungsvertrag an. Die Arbeitserlaubnis dafür hat er momentan. Aber sicher kann man sich nicht sein. „Es kann einfach immer noch sein, dass er seine Ausbildung nicht abschließen kann“, weiß Ina Leipold vom Helferkreis. „Mich hat es noch nie interessiert, woher jemand kommt“, sagte Müller. Wichtig sei, ob der Mensch zuverlässig, lernbereit und teamfähig sei. „Wenn das passt, ist mir doch die Nationalität völlig egal.“ Überhaupt könne Müller diese aktuelle politische Linie hinsichtlich Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge überhaupt nicht verstehen. „Wir haben in Deutschland bald ein Problem“, erkärt er und spricht den demografischen Wandel an. „Es wird immer schwieriger gute Leute zu finden“, weiß Müller aus Erfahrung und fügt an: “Wir sollten also froh sein um jeden gut ausgebildeten Menschen – egal ob der aus Afghanistan, Syrien oder Deutschland kommt.“ Was Michael Müller da sagt, spiegelt sich in seinem Betrieb wider. Das Team ist multikulti. Bosnien, die Türkei, Ungarn, Brasilien, die USA und Afghanistan sind vertreten. Nicht zu vergessen Russland. Der Mitarbeiter ist sogar taubstumm. Auch das war Müller egal. „Es klappt wunderbar“, bestätigt auch Werkstattmeister Damir Smailagic. Wunderbar klappt es auch mit Mohammad Hussaini. „Er ist fleißig und passt gut in unser Team“, lobt Smailagic und klopft dem jungen Mann auf die Schulter. Deshalb ist aus dem Praktikum mittlerweile auch eine reguläre Ausbildung geworden. Jeden Tag lernt er dazu und jeden Tag verbessern sich auch seine Sprachkenntnisse. „Sie haben noch alle Deutsch gelernt“, sieht Müller das locker. Der junge Afghane gibt sein Bestes, auch wenn es nicht immer leicht ist. Denn Ruhe zum Lernen oder um sich zu erholen, findet er in seiner Unterkunft kaum. „Es ist sehr laut dort“, erzählt er. Aber er hat ein Ziel und dafür kämpft er unaufhaltsam: „Ich will der beste Mechaniker im Autohaus werden“, sagt er und lächelt dabei verschmitzt.                                                                                                           Claudia BauerFeisingFreiingsr

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