Bahn frei für Bus 515

Hallbergmoos - Zwei Landräte, drei Bürgermeister, Kommunalpolitiker aus den Landkreisen Erding und Freising - vereint am Hallbergmooser S-Bahnhof. Dazu Blasmusik, Kaffee und Croissants, später ein zünftiges Weißwurstfrühstück in Erding: Die Jungfernfahrt der Buslinie 515 am Morgen des dritten Adventssonntags hatte Eventcharakter. Gefeiert wurde die sehnsüchtig erwartete Verbindung zwischen Hallbergmoos, Notzing, Aufkirchen und Erding. So werden Landkreis-Grenzen überwunden.

Als der vollbesetzte Bus mit drei Minuten Verspätung um 8.43 Uhr den Hallbergmooser Bahnhof verließ und die Goldacher Buam im Bus zum „Muß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus“ ansetzten, sah man rundum zufriedene Gesichter. Allen voran die Bürgermeister von Hallbergmoos, Oberding und Erding, die sich für die neue Linie ins Zeug gelegt hatten. „Ein Musterbeispiel interkommunaler Zusammarbeit“, wie der Hallbergmooser Rathauschef Harald Reents betonte. Zufällig alle drei von der CSU, wie Erdings Oberbürgermeister Max Gotz nach der halbstündigen Premierenfahrt beim Weißwurstfrühstück im Mayr-Wirt mit einem Augenzwinkern bemerkte. Zufriedene Gesichter aber auch bei der vollzählig vertretenden SPD-Fraktion aus Hallbergmoos, die im Juni 2011 mit einem Ratsantrag den Anstoß gab.

Die Gemeinde Oberding hatte das Projekt zunächst abgelehnt, weil man die Kosten und die Zahl der Haltestellen (28) als zu hoch erachtete. Nach einem erneuten Vorstoß der SPD - mit geänderter Linienführung - kam das Projekt im August 2013 dann aber endgültig ins Rollen. Jetzt gibt’s sechs Halte in Hallbergmoos, fünf in Oberding und acht in Erding. „Überfällig“ war das, betonte Oberdings Gemeindechef Bernhard Mücke. Die Umwelt profitiere. Und natürlich auch die Pendler aus Oberding, die nun wahlweise in jeweils 15 Minuten zur S-Bahn nach Erding oder Hallbergmoos kommen.

Die „großen Affinität“ zwischen Goldach und Erding, die hohe Frequenz von Pendler und nicht zuletzt die demografische Entwicklung zählten laut Max Gotz zu den ausschlaggebenden Argumenten für eine finanzielle Beteiligung der Herzogstädter. „Und weniger Autos bedeuten auch weniger Parkplatzprobleme“, so Gotz zu den ökologischen Gesichtspunkten. Erdings Berufsschulen, Kranken- und Ärztehaus, Shoppingmöglichkeiten in der Innenstadt und im Gewerbegebiet machen den Bus für Fahrgäste aus der Moosgemeinde attraktiv, weiß der Hallbergmooser Bürgermeister Harald Reents. Erdings Vize-Landrat Jakob Schwimmer rechnet damit, dass die Linie 515 zu denjenigen gehören wird, die besonders gut laufen und „in die Nähe der Eigenwirtschaftlichkeit kommen“. Die gemeinsame Initiative der drei Kommunen bezeichnete er als „echte Rarität“.

Die Zusammenarbeit über Landkreis-Grenzen hinweg, lobte auch Freisings Landrat Josef Hauner. Der Ausbau des ÖPNV über Nachverdichtungen und die Schaffung neuer Linien gelte aus „wichtiges Ziel“. Mit allen politischen Verantwortungsträgern teilt er die Hoffnung, dass die Linie von der Bevölkerung gut angenommen wird.

Sieben Fahrten werktags sowie fünf Verbindungen an Wochenenden und Feiertagen hat der MVV in den Fahrplan aufgenommen. Drei Jahre sind als „Probezeit“ vereinbart. Die vorläufigen Kosten für die Buslinie 515 belaufen sich auf jährlich 163 400 Euro. Nach Abzug des MVV-Anteils (30 %) trägt Hallbergmoos mit 40 000 Euro den Löwenanteil. Die Gemeinde Oberding und die Kreisstadt Erding beteiligen sich mit jeweils 20 000 Euro. Die Landkreise Erding und Freising steuern jeweils 17 200 Euro bei. Busse und Fahrer stellen die Unternehmen Scharf, Hadersdorfer und Boos.

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