Mit Verve und Schwung: Der Chor unter der Leitung von Felix Mayer sang werke von Schütz und Nystedt. Foto: Gleixner

Balsam für die Seele

Freising - Selten waren so viele Fahrräder rund um die Stadtpfarrkirche St. Georg geparkt wie am Mittwochabend. Der Grund: Viele Studenten wollten das Konzert der Weihenstephaner Musikwerkstatt miterleben.

Die zahlreichen Zuhörer wollten Chor, Orchester und den TU-Präsidenten hören, wollten in wunderschönen Klängen der klassischen Musik schwelgen. Und sie bekamen, was sie wollten.

Zwei Mal galt es nur zu lauschen. Zwei Mal kam die Musik von der Orgelempore im Rücken der Zuhörer in der fast voll besetzten Stadtpfarrkirche. TU-Präsident Professor Wolfgang Herrmann intonierte zum Einstieg in das 75-minütige Konzert Anton Bruckners Präludium Es-Dur, später noch Felix Mendelssohn-Bartholdys Ostinato c-moll. Zwei Mal ein Hörgenuss ersten Ranges und Balsam für die Seele - wie sich das eben für den Chef einer Exzellenz-Uni gehört und auch nicht anders zu erwarten war.

Da durfte das Orchester selbstverständlich nicht nachstehen: Was Dirigent Felix Mayer da geformt hat, ist ein gestandener und ausgewogener Klangkörper. Das stellte das Ensemble nicht nur bei Georg Friedrich Händels berühmter „Music for the Royal Fireworks“, bekannt als die „Feuerwerksmusik“, unter Beweis, sondern auch bei dem nicht minder berühmten „Winter“ aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Es war schon beeindruckend zu hören, welch musikalische Klasse und welch großes Einfühlungsvermögen das Studenten-Orchester an den Tag legte, wie sehr da Präzision auf der einen, Emotion auf der anderen Seite transportiert wurden.

Dasselbe lässt sich auch über den Chor sagen, der ebenfalls von Felix Mayer geleitet wird: Drei Motetten von Heinrich Schütz - eine inniger und intensiver vorgetragen als die andere - sowie zum Abschluss des Konzerts zwei zeitgenössische Kompositionen von Knut Nystedt, bei denen der Chor extrem weich und hingebungsvoll, aber auch mit Verve und Schwung brillieren konnte, standen auf dem Programm.

Dass es dafür am Ende langen, lauten und vor allem berechtigten und verdienten Applaus gab, versteht sich von selbst. Gar nicht selbstverständlich ist hingegen, dass der Eintritt zu diesen 75 Minuten Klassik live und auf hohem Niveau frei war. Aber das ist umso schöner und war umso besser, wenn man all die Studentenfahrräder rund um die Kirche St. Georg sah. (zz)

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