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Eine schwere Medaille bekam Renate Thalhammer-Herrmann für ihren couragierten Einsatz. 

Ehrenmedaille für Renate Thalhammer-Herrmann

Bank-Chefin auf Gangsterjagd

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Eine echte Räuberpistole und Szenen wie in einem „Tatort“-Krimi: Was Renate Thalhammer-Herrmann im August 2016 erlebt und durchlebt hat, war nicht ohne. Immerhin ging es um Millionen – und einen Gangster in ihrem Büro. Dafür gab es jetzt die Ehrenmedaille für Zivilcourage.

Freising Innenminister Joachim Herrmann hat der Freisingerin heuer als einer von 33 couragierten Bürgern die Auszeichnung verliehen. Die Medaille hat inzwischen einen Ehrenplatz im Haus von Thalhammer-Herrmann erhalten.

Es war im Sommer 2016: Renate Thalhammer-Herrmann, Prokuristin bei der Commerzbank München und dort für Vermögenskunden-Betreuung zuständig, musste sich nach der Rückkehr aus ihrem Urlaub wundern. Ein Kunde aus Osteuropa, der ein großes Konnte bei der Commerzbank hatte, den die Bankdirektorin kannte und den sie auch ein halbes Dutzend mal im Jahr sah, sei verstorben, wurde ihr von einer Kollegin in Frankfurt mitgeteilt. Der Sohn habe sich gemeldet, habe den Erbschein vorgelegt, die Daten des Kontos genannt, eine Ausweiskopie geschickt.

Erst, berichtet Renate Thalhammer-Herrmann, sei sie verwundert und geschockt gewesen: Der Kunde war doch erst 51 Jahre alt. Und dann habe sie sich dunkel an eine Mail erinnert, die ihr der Kunde doch im August geschickt habe. Sie forschte nach: Am 5. August hatte ihr der Kunde geschrieben – obwohl er doch angeblich im Juli verstorben sei. Ein kurzer Anruf im Sekretariat des Kunden und dann auch auf dessen Handy bestätigten: Es gehe ihm blendend, er sei gerade mit seinem Boot auf dem Meer unterwegs, alles bestens. Was tun?

Eine Stunde später rief zufällig der angebliche Sohn wegen der Nachlasspapiere an. Thalhammer-Herrmann vertröstete ihn, weil sie selbstverständlich zuvor schon die Kriminalpolizei informiert hatte. Die bat sie, den Schwindler nach München zu locken. Thalhammer-Herrmann gelang das: Man vereinbarte einen Termin in München, zwölf Zivilkräfte der Polizei standen an den Ein- und Ausgängen parat, patrouillierten im Foyer und saßen im Nebenraum des Besprechungszimmers. „Das war schon ein mulmiges Gefühl“, schildert Thalhammer-Herrmann ihre Gefühlslage, als sie da auf den Betrüger wartete.

Der hatte dann auch noch eine kleine schwarze Plastiktüte mit etwas – wie sich später herausstellte ungefährlichem – Schwerem drin dabei, erinnert sich die Bankdirektorin. Und auch wenn ihr Mann Florian, der innenpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, immer sage, „die Polizei ist super“, habe diese Plastiktüte nicht gerade zu ihrer Beruhigung beigetragen, gibt Thalhammer-Herrmann zu. Was der Betrüger wollte? 5000 Euro in bar und einen siebenstelligen Betrag von dem Konto des Mandanten auf ein anderes Konto. Als Thalhammer-Herrmann das Besprechungszimmer verließ, um angeblich den Ausweis des Betrügers zu kopieren, erfolgte der Zugriff: Die Polizei stürmte das Besprechungszimmer und nahm den Mann fest.

Den Hintergrund der Kriminalstory erfuhr Herrmann-Thalhammer, als sie als Zeugin bei der Verhandlung auftrat: Der Mann war Friseur, Anfang 30 und hatte Spielschulden. Die Gläubiger hatten ihm offenbar versprochen, ihm die Schulden zu erlassen, wenn er diesen Coup mit dem reichen Mann aus Osteuropa durchziehe. Der Betrüger bekam nach vier Monaten Untersuchungshaft eineinhalb Jahre auf Bewährung. Die Hintermänner, die offenbar einen Maulwurf in der Bank des Großkunden in Serbien hatten, wurden allerdings nicht gefasst.

Für die Auszeichnung nominiert wurde Thalhammer-Herrmann offenbar vom Landespolizeipräsidenten Wilhelm Schmidbauer. In dessen Beisein hatte sie einmal die Geschichte in netter Runde erzählt.

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