Ausreichend Platz zum Einsteigen und Wenden bietet die Aufzugkabine im Rathaus, wie (v.l.) Konrad Friedrich, Konrad Weinzierl, Bärbel Brenner und Harald Reents feststellten.

Wie barrierefrei ist das Rathaus?

Hallbergmoos - „Weg mit den Barrieren“ heißt eine bundesweite Aktion des Sozialverbands VdK, die Hindernisse für Menschen mit Handicaps aus dem Weg räumen will. Die Gemeinde Hallbergmoos hat sich der Kampagne angeschlossen. Los ging’s mit einem Rathaus-Check.

„Barrierrefreiheit ist ein wichtiges Thema. Wir wollen die volle Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen - für Menschen mit und ohne Einschränkung. Die Gemeinde hat da Vorbildfunktion“, unterstrich Bürgermeister Harald Reents. Deshalb habe sich die Kommune der VdK-Kampagne gerne angeschlossen. Den öffentlichen Raum entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und Bedürfnissen von Betroffenen zu gestalten, so Konrad Friedrich (Referent für Senioren und Menschen mit Behinderung), sieht die Kommune als vordringliche Aufgabe. Und dazu gehört weit mehr als abgesenkte Bordsteine, Rampen oder Tonsignale an der Ampel, wie der VdK verlautbart.

Ziel ist es, das „Menschenrecht Barrierefreiheit“ für Menschen mit körperlichen, seelischen, kognitiven oder Sinnesbeeinträchtigungen in allen Bereichen des Lebens durchzusetzen. Neben der finanziellen Unterstützung werden klare gesetzliche Regelungen für private und öffentliche Gebäude, Wohnen, Bauen, Verkehr und Privatwirtschaft - mit verbindlichen Fristen - gefordert. Friedrich wandte sich in seinem Appell an Betroffene: „Wir sehen nicht alles in unserer Gemeinde und sind auf Input angewiesen.“ Eine Barriere melden kann man auf dem Formularen, die im Bürgerbüro ausliegen - oder per Klick im Internet (www.weg-mit-den-barrieren.de).

Bärbel Brenner (Vorsitzende des VdK-Ortsverbands), Konrad Weinzierl (Behindertenbeauftragter des Landkreises) sowie Mitglieder des Arbeitskreises „Behindertengerechte Gemeinde“ und der verantwortlichen Sachgebiete im Rathaus nahmen zum Start der Kampagne das Rathaus unter die Lupe. Hilfestellung gibt die „Checkliste für eine barrierefreie Gemeinde“, die der VdK herausgegeben und im Internet veröffentlich hat. Das Rathaus wurde 2002 gebaut und sollte, so jedenfalls die allgemeine Vermutung, den Anforderungen entsprechen.

Das stimmt in vielen Punkten: Die Maße des Fahrstuhls lassen ein Wenden von Rollstuhlfahrern zu, es gibt zwei Behinderten-Toiletten und die Türbreiten sind ausreichend. Doch es gibt auch Hürden: Die Garderoben vor den Sitzungssälen ist für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar, am Haupteingang fehlt ein elektrischer Türöffner und die Treppe ist „untergehbar“ - ein Umstand, der für Menschen mit Sehbehinderung ein Verletzungsrisiko birgt.

Im Zuge des geplanten Rathausumbaus ließen sich einige der Probleme beseitigen, betonte Reents. Allerdings gibt es, wie er hinzufügte, auch kollidierende Vorschriften. So ist beispielsweise die Theke des Info-Schalters im Bürgerbüro bewusst so hoch, um Daten- und Übergriffsicherheit zu gewährleisten. Auch Brandschutzvorschriften oder Urheberrechte von Architekten gelte es zu beachten. Die To Do-Liste will die Gemeinde bei ihren aktuellen Planungen in jedem Fall im Auge behalten.

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