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Hier an der Mainburger Straße sollen neue Reihenhäuser entstehen – doch der entsprechende Antrag fiel im Moosburger Bauausschuss durch.

Viel Diskussionsstoff

Bauausschuss Moosburg: Mehr Mitspracherecht für den Nachbarn

Moosburg - Nachverdichtung oder zu massive Bauweise? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Räte im Bauausschuss der Stadt Moosburg. Gleich mehrere Vorbescheid- und Bauanträge wurden in der Sitzung am Montag diesbezüglich diskutiert.

Seit Juni existiert in Moosburg ein genehmigter Vorbescheid zur Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern zwischen Mainburger und Nandlstädter Straße. In einem neuerlichen Antrag möchte jetzt die Werner Wohnbau GmbH dort drei Reihenhausanlagen mit jeweils drei Wohneinheit realisieren. Die Mitglieder des Bauausschusses brachten gegen diese Art der Bebauung allerdings erhebliche Einwände vor.

Mehr Augenmerk auf die Nachbarbeteiligung zu legen, das war es, was Evelin Altenbeck (Grüne) und Erwin Köhler (UMB) anregten. Dort, wo massiv gebaut werde, solle doch eine Änderung des Bebauungsplanes angestrebt werden. Nur so könne Bürgerbeteiligung erreicht werden. Von drei angrenzenden Grundstückseigentümern gebe es bereits Einwände. Viel zu viel versiegelte Fläche werde außerdem generiert, monierte Köhler weiter. Dass man sich doch bitteschön an den genehmigten Vorbescheid halten und an der Stelle nicht weiter verdichten solle, darum bat Gerhard Beubl (SPD). Die übrigen Räte sahen das ähnlich – und votierten einstimmig gegen eine Änderung des Vorbescheids an der Mainburgerstraße.

Zwischen Jäger- und Sperberstraße will die Baufirma Halbinger ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten errichten. Auch hier gelte es doch zunächst die Nachbarn zu hören, betonte Altenbeck. Denn im bereits erfolgten Vorbescheidverfahren sei eine Nachbarbeteiligung nicht durchgeführt worden. Dass Nachverdichtung notwendig sei, gab 2. Bürgermeister Josef Dollinger (FW) zu bedenken. Man könne doch nicht im Außenbereich grenzenlos versiegeln. Und es gebe einfach einen „Riesenbedarf“ an Wohnungen. „Man muss beim Geschoßwohnungsbau zu einem Kompromiss kommen.“

Auch Martin Pschorr (SPD) sah das so. Auf 791 Quadratmetern sechs Wohnungen zu errichten, sei möglich. Ludwig Kieninger (FW) glaubte, dass der Charakter der Siedlung langfristig eh nicht erhalten werden könne. „Wenn die Oma wegstirbt, wird das Grundstück doch sowieso dichter bebaut.“ Die mehrheitliche Meinung der Räte ging ebenfalls in diese Richtung: Sie gaben mit 7:5-Stimmen Grünes Licht für das Mehrfamilienhaus an der Jägerstraße. Auch auf einer Fläche an der Bonaustraße darf die Halbinger Wohnbau tätig werden. Mit 8:4 Stimmen genehmigte der Bauausschuss zwei identische Gebäude mit jeweils zehn Wohneinheiten.

Ebenfalls ein Einvernehmen (9:3) gab es für drei Mehrfamilienhäuser an der Stellwerkstraße. Köhler insistierte auf einen deutlicheren Hinweis in den Beschlussvorlagen hinsichtlich der Zustimmung der Nachbarn. Denn der Passus „Nachbareinwände liegen nicht vor“ bedeute ja nicht, dass die Nachbarn zugestimmt hätten.

Abgelehnt wurde dagegen ein Bauvorhaben an der Sudetenlandstraße, das die Bebauung mit fünf Reihenhäusern und einem Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten vorgesehen hätte. Grund: Die Baukörper fügten sich nicht in die Umgebung ein.

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