Verärgerung in der Bauernschaft 

Bauernregel-Kampagne: „Das war komplett übertrieben“

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Die Bauernregel-Kampagne von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) schlägt hohe Wellen. Sie selbst wollte damit nur eine Diskussion um Fehlentwicklungen im Umweltschutz anzustoßen: Kreisbäuerin Elisabeth Mayerhofer sieht in der Aktion – trotz Entschuldigung der Ministerin – einen massiven Imageschaden für die Bauernschaft.

Landkreis – „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ – was als lustiger Spruch gedacht ist, treibt den Landwirten Zornesfalten in die Stirn. Umweltministerin Barbara Hendricks startete eine Kampagne mit „neuen Bauernregeln“ – die ursprünglich auf humorvolle Art und Weise zur Diskussion anregen sollte.

„Damit schert die Umweltministerin alle Bauern über einen Kamm“, sagt Kreisbäuerin Elisabeth Mayerhofer. Freilich gebe es Kollegen in der Zunft, die sich nicht an die Auflagen und Regeln halten. Das sei aber eine geringe Minderheit – „Hendricks beleidigt damit alle Landwirte, die Tag für Tag in aller Frühe aufstehen und ackern“.

Eine sachlichere Diskussion um gewisse Missstände hätte mehr Erfolg gehabt – da ist sich Mayerhofer sicher. „Die Aktion war komplett übertrieben.“ Sie kritisiert, dass die Ministerin den Dialog mit den Landwirten hätte suchen müssen – „und nicht hinterrücks einfach eine Kampagne starten sollen“.

Auch, wenn sich Hendricks bereits entschuldigt habe – zurücknehmen kann sie das Gesagte ohnehin nicht: „In Zeiten von Facebook und den anderen neuen Medien geht das nicht mehr so einfach. G’sagt ist g’sagt.“ Das allgemeine Image der Landwirtschaft sei ohnehin auf einem Tiefpunkt – „und jetzt kommt auch noch das“.

Dagegen vorgehen wird man zumindest im Kreis Freising nicht – darauf habe man sich bei der Vorstandssitzung der Kreisbauernschaft gestern verständigt. Am Donnerstag sei auch eine Demonstration in Erding zu dem Thema gewesen – das Interesse der Bevölkerung habe sich aber in Grenzen gehalten, berichtete Mayerhofer.

MdL und Landwirt Benno Zierer (FW) findet die Kampagne trotzdem „unerträglich. Das ist nur noch ein Einschlagen auf Landwirte“. Es sei absolut unfair, wenn man „Leute, die das Volk versorgen, so niedermacht“. Auch er sagt, wie Mayerhofer, dass es in der Landwirtschaft Dinge zu verbessern gäbe. Aber: „Ich würde nie einen ganzen Berufsstand der Lächerlichkeit preisgeben. Mich stört einfach, dass man so auf allen Bauern herumtritt.“ Eine Diskussion könne man trotzdem immer führen – das sei auch wichtig.

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